7 Wonders

© Asmodee / Repos Production

Die Pyramiden von Gizeh sind die einzigen heute noch erhaltenen und sichtbaren Bauwerke, die einst zu den sieben Weltwundern der Antike gehörten. Außer den Pyramiden waren das noch die hängenden Gärten von Babylon, der Leuchtturm von Alexandria, der Koloss von Rhodos, das Standbild des Zeus im Tempel in Olympia, der Artemistempel in Ephesos und das Mausoleum von Halikarnassos. Sieben berühmte und majestätische Bauwerke, die sich geradezu anbieten, ein Spiel mit ihnen und um sie herum zu kreieren. Die Spieleerfinder aus der belgischen Spieleschmiede Repos Productions haben das getan und 2010 das Spiel „7 Wonders“ herausgebracht. Das wurde dann auch gleich mit dem 2011 erstmals verliehenen Preis „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet. Weitere Preise folgten. „7 Wonders“ zählt für mich bis heute zu den besten Spielen der letzten zehn Jahre. Immer wieder muss ich feststellen, dass es immer noch begeisterte Spieler gibt, die „7 Wonders“ leider nicht kennen. Deshalb stelle ich das Spiel heute für all jene vor.

© Asmodee / Repos Production

Wie funktioniert es?
Kern von „7 Wonders“ sind sieben Spielertableaus mit jeweils einem der berühmten sieben Weltwunder der Antike. Zu Spielbeginn wird jedem Spieler zufällig eines dieser sieben Weltwunder zugewiesen. Im Laufe des Spiels erhält man als Spieler Punkte dafür, dieses Weltwunder zu errichten. Das ist aber keineswegs notwendig oder Bedingung, um bei „7 Wonders“ zu gewinnen. Denn entscheidend für das Spiel sind Gebäude, die es zu errichten gilt. Sie bilden eine Stadt um das Weltwunder herum. Diese Gebäude gibt es in Form von Karten. Dabei stehen rote Gebäude für militärische Stärke; blaue Karten sind Kulturgebäude, die direkt Siegpunkte einbringen; grüne Gebäude stehen für Wissenschaft und Forschung; gelbe Gebäude für Wirtschaft. Daneben bilden braune und graue Gebäude die Basis für Ressourcen, um höherwertige Gebäude zu errichten. „7 Wonders“ wird in drei Zeitaltern gespielt. Jedes Zeitalter besteht aus sechs Runden. Zu Beginn jedes Zeitalters erhält jeder Spieler sieben der Gebäudekarten auf die Hand. Davon darf – oder sollte man besser sagen muss – jeder Spieler eine Karte auswählen und verdeckt vor sich ablegen. Die restlichen Karten wandern in Richtung des nächsten Spielers, der sich diese Karten aber noch nicht ansehen darf. Haben alle Spieler eine Entscheidung getroffen, werden die gewählten Karten aufgedeckt und können nun auf drei Arten genutzt werden. Entweder ich errichte das auf der Karte abgebildete Gebäude oder ich baue an meinem Weltwunder oder ich lege die Karte ab, um drei Goldmünzen zu bekommen. Geld kann ich nämlich benutzen, um bei meinen Nachbarn fehlende Ressourcen einzukaufen, um Gebäude errichten zu können. Dann darf jeder Spieler die sechs Karten aufnehmen, die der Nachbar weitergereicht hat. Von diesen sechs Karten wird dann wieder eine gewählt und verdeckt vor sich abgelegt. So läuft das Spiel über sechs Runden, dann beginnt das zweite Zeitalter, das genau wie das erste abläuft. Und am Ende gibt es noch ein drittes Zeitalter mit entsprechendem Ablauf. Nach dem dritten Zeitalter endet das Spiel und es kommt zur Schlusswertung. Die Punkte für die Gebäude, für militärische Stärke und das Weltwunder werden zusammengezählt. Wer jetzt die meisten Punkte hat, der gewinnt!

© Asmodee / Repos Production

Einschätzung
„7 Wonders“ ist ein Spiel, wie man es sich wünscht. Der Einstieg ins Spiel gelingt super schnell, dank der letztlich sehr einfachen und überschaubaren Regeln. Aber trotz dieser wenigen Regeln hat „7 Wonders“ eine große taktische Tiefe und es gibt verschiedene Möglichkeiten zu gewinnen. Das liegt an den unterschiedlichen Gebäudearten, mit ihren ganz eigenen Stärken. Gehe ich auf militärische Stärke oder auf die blauen Gebäude, die einfach so Punkte bringen? Oder entscheide ich mich für die grünen Wissenschaftsgebäude oder doch die gelben Wirtschaftsgebäude? Möglichkeiten über Möglichkeiten. Dabei sollte ich aber nicht vergessen, dass auch die braunen und grauen Gebäude als Ressourcenbasis notwendig sind. Da sind bei jeder Karte, die ich spiele und wie ich sie einsetze Entscheidungen gefragt. Und dann ist immer noch die Frage, wie ich mein „Weltwunder“ nutzen kann? Außerdem sollte ich darauf achten, was eigentlich die lieben Nachbarn so machen. Dabei geht es nicht nur darum, ob ich von diesen wohl Baumaterial abkaufen kann, das mir selber fehlt. Welche Gebäude errichten die Nachbarn? Wie kann ich ihnen möglichst wenig helfen? Also welche Karten gebe ich weiter oder versuche ich den anderen vorzuenthalten! Es sind diese vielen Handlungsmöglichkeiten, die „7 Wonders“ von anderen Spielen abhebt. Das macht „7 Wonders“ so spannend. Gut finde ich, dass alle Spieler gleichzeitig beteiligt sind und es auch mit einer Runde mit bis zu sieben Personen gespielt werden kann. Gleichzeitig funktioniert „7 Wonders“ in jeder Besetzung sehr gut. Und selbst bei „Vollbesetzung“ bleibt die Spieldauer nur bei rund 30 Minuten. Das heißt, dass man am Abend gleich mehrere Partien spielen kann. Der einzige Wermutstropfen ist für mich schon immer der Preis gewesen. Aber „7 Wonders“ lohnt sich wirklich. Eines der TOP Spiele der letzten zehn Jahre! Nicht umsonst ist das Spiel mit Preisen überhäuft worden. Auch die in den letzten Jahren erschienen Erweiterungen sind lohnenswert. Zuletzt ist ein „7 Wonders“ Spiel für zwei Spieler rausgekommen („7 Wonders – Duell“), auch das konnte mich überzeugen und werde ich sicher noch vorstellen.

„7 Wonders“
Autor: Antoine Bauza
Verlag: Repos Production / Vertrieb: Asmodee
Für 2 – 7 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 35 Euro

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