Arboretum

© Abacusspiele

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Ich liebe Bäume. Besonders, wenn sie groß, alt und knorrig sind. Wenn man ihnen ansieht, dass sie schon einigen Stürmen, Wind und Wetter getrotzt haben. Am besten gefällt es mir, wenn solche Bäume dann in schönen Landschaftsparks stehen. Englische Gärten zum Beispiel sind einfach genial. Unter diesen Voraussetzungen hat ein Spiel, das den Namen „Arboretum“ trägt bei mir natürlich gute Karten. „Arboretum“ ist der lateinische Begriff für eine Gartenanlage mit unterschiedlichen Bäumen. Das Kartenspiel, das bei Abacusspiele erschienen ist, ist das zweite Werk des US-amerikanischen Autors Dan Cassar.

Wie funktioniert es?
Bei „Arboretum“ geht es darum einen möglichst schönen und letztlich punkteträchtigen „Arboretum“ anzulegen. Dazu stehen den Spielern farbenprächtige Bäume zur Verfügung. Darunter roter Ahorn, blauer Flieder, grüne Weide und gelbe Kassie. Die insgesamt zehn verschiedenen Baumarten gibt es in Form von sehr schön gestalteten Karten. In jeder Baumart gibt es Bäume mit den Kartenwerten von eins bis acht. Insgesamt sind also maximal 80 Karten im Spiel. Abhängig von der Zahl der Mitspieler (zwei bis vier sind möglich) werden entsprechend viele Baumarten in einem großen Stapel gründlich gemischt. Dann erhält jeder Spieler sieben Handkarten, die er seinen Mitspielern tunlichst nicht zeigt. Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er zunächst zwei neue Baumkarten ziehen. Dabei hat er die Wahl, ob er dies vom verdeckten Nachziehstapel tut oder von den offenen Ablagestapeln der Mitspieler. Beides ist möglich und kann auch frei kombiniert werden. Anschließend legt der aktive Spieler eine Baumkarte in seinen Arboretum. Dort entstehen in der Regel mehrere Wege. Ein Weg ist eine Folge von Karten, bei denen die erste und letzte Karte zur gleichen Baumart gehört und somit die gleiche Farbe aufweist. Zwischen dem ersten und letzten Baum des Weges können auch Karten von anderen Baumarten liegen. Jedoch müssen die Kartenwerte entlang des Weges stets aufsteigend sein. Dabei können Wege auch im rechten Winkel abknicken.

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Eine zweite Karte legt er offen auf seinen Ablagestapel. So hat jeder Spieler am Ende seines Zuges immer genau sieben Karten in der Hand. Diese Karten sind aber keineswegs nutzlos, sie spielen vielmehr am Ende des Spiels eine wesentliche Rolle. Hat ein Spieler eine Karte in seinen Ablagestapel gelegt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Dies wird so lange gemacht, bis der Nachziehstapel aufgebraucht ist. Nun wird jeder Arboretum gewertet. Dabei kommen jetzt die Karten, die jeder Spieler noch in der Hand hält zum Einsatz. Jede Baumart wird einzeln gewertet. Dazu zeigen die Spieler die Karten der entsprechenden Baumart, die sie noch auf der Hand haben. Der Spieler, der in der Summe den höchsten Kartenwert dieser Baumart vorweisen kann, darf nun einen Weg dieser Baumart in seinem Arboretum werten. Alle anderen Spieler gehen leer aus und dürfen ihre Wege dieser Baumart nicht in die Wertung bringen. Dabei gibt es für jede Karte im Weg Punkte! Extrapunkte gibt es, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Nachdem so alle im Spiel befindlichen Baumarten gewertet wurden, wird festgestellt, wer in der Summe die meisten Punkte durch seinen Arboretum erzielen konnte.

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Einschätzung
„Arboretum“ zählt zu den ruhigen Spielen. Hektik kommt hier nicht auf, die ist auch nicht notwendig. Das macht mir „Arboretum“ schon mal sympathisch. Auch die Grafik ist mir sofort ins Auge gefallen. Mir gefällt diese Art der Illustration ganz ausgesprochen gut. Dazu kommen die einfachen und klaren Regeln, die im Regelheft mit anschaulichen Beispielen verdeutlicht werden. Das ist gerade im Hinblick auf die Wertung wichtig. Hier ist klar ersichtlich, was alles möglich ist und wie es in die Wertung einfließen kann. Dank der übersichtlichen Regeln kann man auch schnell ins Spiel einsteigen. Dennoch ist „Arboretum“ kein Spiel, das man eben mal flott runterspielt. Vielmehr ist Überlegung und Planung gefragt, wie ich meinen Arboretum am gewinnträchtigsten anlegen kann. Dabei muss ich immer genau abwägen, was ich in einen Weg lege und was ich auf der Hand behalte, damit ich überhaupt eine Chance habe, dass dieser Weg dann auch am Ende in die Wertung kommt. Dazu gehört es auch, ein Augenmerk darauf zu haben, was meine Mitspieler so rauslegen und in ihre Ablagestapel legen. Natürlich ist auch viel davon abhängig, welche Karten ich nachziehe. Völlig ohne Kontrolle ist das Spiel dadurch aber nicht. Da ich immer auch sieben Karten auf der Hand habe, mit denen ich immer schon planen und arbeiten kann. Das ist nicht zu verachten! „Arboretum“ ist ein schönes und ansprechendes Spiel, das nicht nur für Freunde von Landschaftsgärten geeignet ist. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen.

„Arboretum“
Autor: Dan Cassar
Verlag: Abacusspiele
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 13 Euro

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