Auf den Spuren von Marco Polo

© Hans im Glück

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Marco Polo ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Entdecker der Menschheitsgeschichte. Von Venedig aus ist er einmal quer durch Asien bis zum Pazifik gekommen und dann mit dem Schiff zurückgereist. Diese Reiseroute des Marco Polo kann jeder, der will, jetzt auch in einem Spiel nachvollziehen. Passend heißt es „Auf den Spuren von Marco Polo“ und ist beim Hans im Glück Verlag erschienen.

Wie funktioniert es?
„Auf den Spuren von Marco Polo“ ist ein klassisches Worker-Placement-Spiel. Jeder Spieler versucht dabei durch Reisen und das Erfüllen von Aufträgen so viele Siegpunkte wie möglich zu bekommen. Gespielt wird über insgesamt fünf Runden. Bei „Auf den Spuren von Marco Polo“ sind es Würfel, die als Worker auf verschiedenen Aktionsfeldern eingesetzt werden. Jeder Spieler wirft zu Beginn einer Runde seine Würfel. Ist das Würfelergebnis zu schlecht, gibt es gleich einen Ausgleich in Form von Kamelen und / oder Geld. Alle Spieler starten mit ihrer Spielfigur in Venedig und müssen unter anderem versuchen geheim gezogene Zielkarten zu erfüllen und bestimmte Orte zu besuchen. Dabei helfen Charakterkarten, von denen jeder Spieler einen anderen Charakter besitzt. Jeder Charakter hat eine eigene Eigenschaft, die sich sehr stark auf das Spielgeschehen auswirken kann. Die Spieler setzen ihre Würfel auf verschiedenen Aktionsfeldern ein. Damit können zum Beispiel neue Aufträge oder Rohstoffe geholt werden, um diese Aufträge zu erfüllen. Geld ist auch nicht zu verachten; ist es doch notwendig, um die wichtigen Reisen zu tätigen, ohne die man nicht vorankommt. Denn jeder Ort, den man erreicht, bringt einen Vorteil. Schafft man es als Erster einen Ort zu erreichen, springt auch noch ein lukrativer Bonus raus. Beim Einsetzen der Würfel auf die Aktionsfelder bestimmt die Höhe der Augenzahl wie gut die jeweilige Aktion genutzt werden kann. So bringt eine Vier drei Pfeffersäcke ein, während man sich für eine Eins nur einen Pfeffersack nehmen darf. Für manche Aktionen müssen gleich mehrere Würfel eingesetzt werden. Dabei bestimmt der Wert des niedrigsten Würfels wie gut die Aktion genutzt werden kann. Anders als bei anderen Worker-Placement-Spielen werden Aktionsfelder nicht automatisch blockiert, wenn sie von einem Spieler genutzt wurden. Doch, wer als zweiter oder dritter Spieler eine Aktion nutzen will, muss abhängig von seiner eingesetzten Augenzahl entsprechend zuzahlen. Das muss man sich gut überlegen und durchrechnen. Wer seine Würfel am besten einsetzt und die wertvollsten Aufträge erledigt, gewinnt am Ende.

Einschätzung
„Auf den Spuren von Marco Polo“ ist wirklich ein rundum gelungenes Spiel. Mal abgesehen von den kleinen Fehlern, die bei der Erstauflage unterlaufen sind und die auf das Spiel selbst keinen Einfluss haben. „Auf den Spuren von Marco Polo“ spricht schon durch die gelungene Grafik und die mit reichlich Material gefüllte Spieleschachtel an. Daneben kann das Spiel durch seine guten Einfälle überzeugen. Würfeleinsetzspiele sind nicht neu. Bei „Auf den Spuren von Marco Polo“ gibt es aber viele Möglichkeiten ein ungünstiges Würfelergebnis noch sinnvoll zu nutzen. Darin besteht auch der große Reiz und die Herausforderung des Spiels, dass die Spieler diese optimale Ausnutzung finden. Beziehungsweise, dass sie die Sonderaktionen zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Besonders gelungen sind auch die unterschiedlichen Charaktere, die mit ihren Eigenschaften das Spiel stark beeinflussen. Dazu kommt die Tatsache, dass „Auf den Spuren von Marco Polo“ zwar ein Spiel für Vielspieler ist, aber es ist nicht überladen. Die Regeln sind sehr schnell verinnerlicht. Das ermöglicht schnell einen hohen Spielfluss. Insgesamt überrascht es also nicht, dass „Auf den Spuren von Marco Polo“ den deutschen Spielepreis einstreichen konnte. Eine absolut verdiente Auszeichnung.

„Auf den Spuren von Marco Polo“
Autor: Simone Luciani und Daniele Tascini
Verlag: Hans im Glück
Für 2 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 90 Minuten
Preis: ca. 38 Euro

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