Codenames

© Spiel des Jahres e.V.

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James Bond als „007“, Ethan Hunt in „Mission Impossible“ oder Jason Bourne in der „Bourne“ Reihe: Alle diese Agenten benutzen in der Regel nicht ihren richtigen Namen. Sie leben und arbeiten vielmehr unter Decknamen. Genau um solche Decknamen von Agenten geht es im neuen Spiel des Jahres 2016 „Codenames“ von Autor Vlaada Chvatil, das bei Czech Games Edition erschienen ist.

Wie funktioniert es?
Bei „Codenames“ treten die Spieler in zwei Teams gegeneinander an. Sie sind Agenten und gehören zu unterschiedlichen Geheimdiensten. Als solche müssen sie mit ihren Mitagenten Kontakt aufnehmen. Doch die arbeiten natürlich im Verborgenen und haben Decknamen – „Codenames“. Diese Codenamen liegen als 25 Wortkarten vor uns. Doch nicht hinter jedem Codenamen steckt ein eigener Agent. Da gibt es ja noch die Agenten des anderen Teams, unbeteiligte Zuschauer und leider auch einen sehr gefährlichen Attentäter. Jedes Team hat einen Geheimdienstchef, der dank einer Positionstafel genau weiß, wo sich eigene Agenten befinden und wie ihre Decknamen lauten. Doch der Rest des Teams bekommt diese Tafel nicht zu sehen. Der Geheimdienstchef will seinen Teammitgliedern nun sagen, hinter welchen Codenamen sich eigene Agenten befinden. Da der Feind aber mithört, darf er die Codenamen nicht direkt nennen. Er muss sie umschreiben und das mit sehr geringen Informationen. Nur ein einziges Wort ist erlaubt und eine Zahl. Letztere gibt an, wie viele Codenamen eigener Agenten zu diesem Wort passen. So kann sich der Hinweis „Überfall – Drei“ auf Dieb, Pistole und Bank beziehen. Die Agententeams sind abwechselnd an der Reihe. Tippt ein Team daneben, ist der Zug frühzeitig beendet und das gegnerische Team hat eventuell schon einen Vorteil. Tippt ein Team gar auf den Attentäter, dann hat es augenblicklich verloren. Das Spiel endet, sobald ein Team alle eigenen Agenten entdeckt hat.

Einschätzung
„Codenames“ zählt zu den Spielen, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Es ist super schnell erklärt und auch die Spieldauer ist mit 15 – 20 Minuten absolut überschaubar. Die kurze Spieldauer lässt schnell nach einer zweiten Partie fragen und dann noch eine. Der besondere Reiz des Spiels besteht in der Suche nach möglichst perfekten Umschreibungen verschiedener Begriffe – und das eben in einem einzigen Wort. Da kommen die Gehirnwindungen ganz schön in Wallung. Gerade wer die Rolle des Geheimdienstchefs übernimmt ist hier gefordert. Doch auch die Teammitglieder müssen sich ins Zeug legen: „Was könnte sich der Teamchef bei diesem Wort alles gedacht haben?“ Da kommt es zu manchen überraschenden Gedankengängen und Assoziationen. Gerade das ist aber sehr unterhaltsam. Positiv fällt auch die Variabilität des Spiels auf. Es gibt deutlich mehr als die für eine Runde benötigten 25 Wortkarten, die zudem beidseitig bedruckt sind. Auch die Positionstafeln lassen sich drehen und so mehrfach einsetzen. So entstehen unzählige Kombinationsmöglichkeiten und die Spielfreude hält an. Sehr schön finde ich auch die Möglichkeit, dass alle gemeinsam in einem Team spielen können. Dadurch wird ein Spiel zu zweit erst möglich. Auch wenn der Verlag als Empfehlung 14 Jahre angibt, ist „Codenames“ auch mit jüngeren Kindern ab 10 Jahren problemlos zu spielen. Diese Altersempfehlung gibt auch die Jury Spiel des Jahres. Insgesamt ist es absolut nachvollziehbar, warum „Codenames“ zum Spiel des Jahres 2016 gekürt wurde. Es ist wirklich ausgezeichnet und sehr zu empfehlen.

„Codenames“
Autor: Vlaada Chvatil
Verlag: Czech Games Edition / Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag
Für 2 – 8 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 15 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

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