Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Deckbau-Spiel

© Asmodee

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Nicht erst seit der Kinoadaption durch Starregisseur Peter Jackson ist „Der Herr der Ringe“ weltbekannt und ein absoluter Kult. Unzählige Begleitbücher und auch Gesellschaftsspiele sind zu dem Roman und dann im Fahrwasser der Kinofilme erschienen. Gewissermaßen jüngstes Kind der Familie ist die deutsche Ausgabe von „Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Deckbau-Spiel“.

Wie funktioniert es?
„Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Deckbau-Spiel“ ist, wie der Name schon sagt ein Deckbau-Spiel. Das bedeutet, dass ich mir im Laufe des Spiels nach und nach aus Karten, die sich im Spiel befinden ein Spieldeck zusammenbaue. Jeder Spieler sucht sich zunächst einen Helden aus, den er in dieser Partie verkörpert. Zu jedem Helden gibt es eine spezielle Spielkarte, die mit zum Startdeck eines jeden Spielers gehört. Zusätzlich startet jeder Spieler noch mit einem identischen Kartenset. Das besteht aus sechs „Tapferkeit“-Karten und drei „Verzweiflung“-Karten. „Tapferkeit“-Karten bringen jeweils eine „Macht“ mit. „Macht“ ist gewissermaßen die Währung bei diesem Spiel. Mit entsprechend viel Macht kann ich mir neue Karten kaufen. „Verzweiflung“-Karten dagegen blockieren mich lediglich. Diese sollte ich versuchen möglichst schnell los zu werden. Mit der Heldenkarte ergibt sich ein „Startdeck“ von zehn Karten. Diese zehn Karten bilden zunächst das persönliche Deck und den eigenen Nachziehstapel. Sie werden gemischt und fünf Karten auf die Hand gezogen. Mit diesen fünf Karten kann ich nun weitere Karten kaufen. Dazu gibt es eine Auslage in der Mitte, die aus fünf Karten besteht und immer wieder neu befüllt wird, sobald ein Spieler Karten aus der Auslage gekauft und seinen Zug beendet hat. Bestückt wird diese Auslage von einem Hauptdeck, das gut gemischt und verdeckt neben die Auslage platziert wird. Außerdem können Spieler auch noch „Heldenmut“-Karten kaufen. Sie stehen immer zur Verfügung – kosten drei Macht und bringen zwei Macht ein, sobald ich sie ausspiele. Daneben gibt es noch die „Erzfeind“-Karten. Das sind sehr teure und mächtige Karten, die leider auch Nachteile für alle Spieler mit sich bringen, sobald sie ausgelöst werden. Ist ein Spieler am Zug, kann er Karten von seiner Hand spielen und eventuelle Aktionen auslösen. Für die Menge an „Macht“, die ein Spieler ausspielt, kann er Karten aus der offenen Auslage, „Heldenmut“-Karten und „Erzfeind“-Karten kaufen. So gekaufte Karten bringen oft starke Aktionen mit sich, aber vor allem Siegpunkte ein. In der Regel gilt: je teurer eine Karte, desto mehr Siegpunkte bringt sie ein oder umso stärker ist die Aktion, die ich mit ihr auslösen kann. Alle ausgespielten Karten, alle in diesem Zug gekauften Karten (egal welcher Art) und alle noch auf der Hand befindlichen Karten legt der aktive Spieler auf seinen Ablagestapel und zieht fünf neue Karten von seinem persönlichen Nachziehstapel auf die Hand. Ist der persönliche Nachziehstapel eines Spielers aufgebraucht, dann mischt der Spieler seinen Ablagestapel, der dann wieder zum Nachziehstapel wird. Für den nächsten Spieler wird die Auslage in der Mitte wieder auf fünf Karten aufgefüllt. Dabei kann es vorkommen, dass Feindkarten ins Spiel kommen, die für den neuen Spieler negative Effekte mit sich bringen. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und verfährt auf dieselbe Weise wie der Spieler vor ihm. So ist jeder Spieler mehrfach am Zug, bis das Spiel endet. Das geschieht dann, wenn die letzte „Erzfeind“-Karte gekauft wurde. Dann wird ausgewertet, wer die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

Einschätzung
„Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Deckbau-Spiel“ wird die meisten Spieler an „Dominion“ erinnern; die Mutter der Deckbau-Spiele. Kenner werden aber merken, dass es sogar noch mehr Ähnlichkeit mit dem Deckbau-Spiel „Ascension“ hat, wenn sie das „Herr der Ringe“ Deckbau-Spiel vor sich haben. Es gibt ein paar neue Elemente, wie die „Erzfeinde“ und die Feindkarten, die zu mehr Spannung im Spiel führen. Ihre negativen Auswirkungen sind oft schwer vorherzusehen und als Spieler bin ich gezwungen mich mit Verteidigungskarten zu versorgen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Mir persönlich gefällt es sehr, dass hier – im Gegensatz zu „Dominion“, das ich auch sehr schätze und liebe – nicht immer alle Karten für eine Strategie ständig zur Verfügung stehen. Ich muss mich unter Umständen auf neue Strategien einlassen und mit dem umgehen, was mir die offene Auslage bietet. Der Einstieg ins Spiel gelingt dank ausführlicher und klarer Spielanleitung problemlos. Die Abläufe sind schnell verinnerlicht. Die Texte auf den Karten sind ebenfalls gut verständlich und ich kapiere schnell, was die einzelnen Karten können. Die Grafik mit den Originalbildern aus den „Herr der Ringe“ Filmen erinnert mich an das sammelbare „Herr der Ringe“ Kartenspiel, das 2001 auf den Markt gekommen ist. Sehr stimmungsvoll und gelungen. Spieldauer und Schwierigkeitsgrad können dank der „Erzfeind“-Karten und eines Albtraumdecks variiert werden. Davon abgesehen lässt es sich sowohl zu zweit als auch mit mehreren Spielern sehr gut spielen!
Fazit: Für „Herr der Ringe“ Fans ist dieses Spiel gewissermaßen ein Muss, auch wenn die grundsätzliche Spielmechanik weithin bekannt und nun wirklich keine Innovation ist! Aber auch für alle anderen Spieler, die das Thema „Herr der Ringe“ nicht lockt, lohnt sich das Spiel noch immer. Es ist gute Unterhaltung. Ich persönlich freue mich schon auf die (deutschen) Erweiterungen, die es im englischen Original schon seit ein paar Jahren gibt.

„Der Herr der Ringe – Die Gefährten: Deckbau-Spiel“
Autor: Ben Stoll und Patrick Sullivan
Verlag: Cryptozoic Entertainment / Vertrieb: Asmodee
Für 2 – 5 Spieler
Ab 14 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

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