Ein Fest für Odin

© Feuerland Spiele

Da hat Uwe Rosenberg mal wieder ein echtes Schwergewicht rausgehauen und das gleich im doppelten Sinne. „Ein Fest für Odin“, das bei Feuerland Spiele erschienen ist, bringt rund drei Kilogramm an Spielmaterial in einer beachtlich dicken Spielebox mit. Auch inhaltlich gehört das Spiel eher zu den Schwergewichten, obwohl man aber keine Angst vor dem Umfang haben muss. Dennoch will ich hier das Spiel nicht in jeder Einzelheit erklären, weil das einfach den Rahmen sprengen würde.

Wie funktioniert es?
Jeder Spieler ist als Wikingerchef für das Wohlergehen seiner Heimat zuständig. Die liegt in Form eines Tableaus als Heimatplan vor jedem Spieler aus. Auf diesem Heimatplan finden sich leider sehr viele Felder, die mit sehr unerfreulichen Minuspunkten versehen sind. Diese Minuspunkte gilt es, wenn möglich, abzudecken. Dafür benötigen die Spieler Warenplättchen, die es in vier verschiedenen Farben und acht unterschiedlichen Größen gibt. Auf den Heimatplan dürfen aber nur grüne und blaue Waren abgelegt werden. Orange und rote Waren sind für das große Festmahl gegen Ende jeder Runde nützlich und dürfen auf Gebäudeplättchen gelegt werden. Außerdem können Waren durch Aktionen auch aufgewertet werden. So kann zum Beispiel aus einem roten Milchplättchen ein grünes Wollplättchen werden. An die Waren kommen die Spieler während der Aktionsphase in jeder Runde. Das Spiel läuft insgesamt über sieben Runden. Jede Runde (die letzte ausgenommen) hat zwölf Phasen. Die Aktionsphase ist dabei der Kern des Spiels. Dabei können die Spieler auf einem großen Aktionsplan ihre Wikinger einsetzen. Von diesen Wikingern hat jeder Spieler zu Beginn fünf Stück zur Verfügung, doch gleich in der ersten Runde und in jeder weiteren Runde kommt ein weiterer Wikinger hinzu. In der letzten Runde können also zwölf Wikinger eingesetzt werden. Der Aktionsplan bietet in vier Spalten insgesamt über 60 verschiedene Aktionen, die ein Spieler wählen kann. Dabei gilt, dass in der ersten Spalte jeweils ein Wikinger eingesetzt wird, in der zweiten Spalte zwei Wikinger, in der dritten Spalte drei Wikinger und in der vierten Spalte vier Wikinger. Ist ein Spieler am Zug, darf er genau ein leeres Aktionsfeld besetzten. Dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe. Das geht so lange, bis kein Spieler mehr Wikinger einsetzen kann. Außerdem kann jedes Aktionsfeld pro Runde nur einmal besetzt werden. Manche Aktionsfelder benötigen zusätzlich eine Bezahlung in Form von Geld oder Rohstoffen. An diese Güter können die Spieler über Aktionen, aber auch über ihren Heimatplan kommen. Denn, nachdem die Aktionsphase beendet wurde, können Spieler ihre erworbenen Warenplättchen auf ihren Heimatplan, auf Entdeckungspläne oder Gebäudeplättchen legen, sofern sie letztere besitzen. Genau genommen ist es jederzeit erlaubt Warenplättchen auf Pläne zu legen. Werden die Waren entsprechend platziert, führt das in den Phasen Einnahmen und Prämien zu Geld und Rohstoffen oder auch Waren. Die eigenen Wikinger müssen dann auch noch in der Phase Festmahl versorgt werden, sonst gibt es Minuspunkte. Nach sieben Runden wird geschaut, wer die meisten Pluspunkte einfahren konnte.

© Feuerland Spiele

Einschätzung
„Ein Fest für Odin“ gefällt mir ausgesprochen gut! Ich mag allerdings auch diese Art von Spielen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie ich an Waren oder zusätzliche Punkte kommen und damit gewinnen kann. Ich kann Tauschhandel durchführen, auf die Jagd gehen, Länder entdecken, Viehzucht betreiben, Schiffe bauen, Auswandern oder den Markt beuchen. Allerdings sorgt das auch dafür, dass gerade die ersten Partien sehr lange dauern! Das liegt daran, dass es einfach nicht so leicht ist, sich für eine der über 60 verschiedene Aktionen zu entscheiden. Hat man erst einmal den Überblick gewonnen, dann geht es schon viel flotter. Dann beginnt man auch nach und nach verschiedene Strategien auszuprobieren und versteht, wie Aktionen ineinander greifen. Was diesen Aspekt betrifft, ist „Ein Fest für Odin“ absolut ein Spiel für Vielspieler! Gerade Leute, die Workerplacement-Spiele mögen, die kommen hier voll auf ihre Kosten. Und dennoch finde ich, dass es nicht nur ein Spiel für Vielspieler ist (Meine Kinder haben mich bereits in den meisten Partien geschlagen). Der eigentliche Rundenablauf ist nämlich nicht kompliziert und man hat ihn schnell verinnerlicht. Auch die Regeln sind letztlich nicht so komplex, dass man immer wieder nachfragen muss. Das ist alles super erklärt, intuitiv und die Rundenübersicht ist übersichtlich. Dabei wirken die riesige Box und der Umfang des Materials natürlich erst einmal einschüchternd. Doch keine Angst, wer sich das Spiel erklären lässt, wird seinen Reiz hoffentlich bald entdecken und hat dann immer wieder neu Lust eine weitere Partie „Ein Fest für Odin“ zu spielen! Mein Tipp: Am besten zu zweit spielen! Dann ist die Wartezeit nicht so lange, bis man wieder dran ist. Die Zeit kann man natürlich auch nutzen, um sich Gedanken über die nächste Aktion zu machen! Auch ein Solospiel ist möglich. Auch das hat seinen Reiz! Insgesamt kann mich „Ein Fest für Odin“ voll überzeugen. Eine Investition, die sich lohnt.

„Ein Fest für Odin“
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: Feuerland Spiele
Für 1 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 30 Minuten pro Spieler
Preis: ca. 70 Euro

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