Isle of Skye

© Spiel des Jahres e.V.

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Sie ist wirklich bildschön die „Isle of Skye“. Die größte Insel der inneren Hebriden, die vor der Westküste Schottlands liegen. Für manche ist sie gar die schönste Insel der Welt. Da fehlt mir dann doch der Vergleich. Die „Isle of Skye“ hat jedenfalls die Autoren Andreas Pelikan und Alexander Pfister zu ihrem gleichnamigen Spiel inspiriert, das in diesem Jahr als Kennerspiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

Wie funktioniert es?
Bei „Isle of Skye“ geht es typisch schottisch zu. Wir haben Whiskey, Highlandrinder und Clans. Dabei verkörpert jeder Spieler einen Clanchef, der bemüht ist, sein Reich auszubauen. Zu Beginn ist dieses Reich noch sehr überschaubar. Jeder Spieler hat genau ein Landschaftsplättchen, das seine Burg zeigt. Im Laufe des Spiels legt jeder Spieler immer weitere Plättchen an seine bereits gelegten Plättchen an. Gespielt wird über mehrere Runden. In jeder Runde gibt es unterschiedliche Dinge, die gewertet werden und den Spielern Punkte einbringen. Die Spieler sollten sich beim Ausbau ihres Gebietes also daran ausrichten, was Siegpunkte einbringt. Landschaftsplättchen für die Erweiterung des eigenen Gebiets können die Spieler bei einer Versteigerung erwerben. Dafür benötigt man natürlich Geld und das gibt es dann auch jeweils zu Beginn einer Runde. Für die eigene Burg gibt es immer fünf Geld und auch für Whiskyfässer, die sich im Clan-Gebiet befinden und zu denen eine Straßenverbindung besteht, gibt es zusätzlich Geld. Finanziell versorgt geht es in die Versteigerung der Landschaftsplättchen. Dabei zieht jeder Spieler drei Plättchen aus einem Beutel und legt diese vor seinen Sichtschirm. Parallel zu jedem Landschaftsplättchen vor seinem Sichtschirm platziert jeder Spieler hinter seinem Sichtschirm Geld und eine Axt. Dann werden die Sichtschirme zur Seite genommen. Das Landschaftsplättchen, dem die Axt zugeordnet wurde wandert wieder in den Beutel. Beginnend beim Startspieler darf dann jeder Spieler ein Plättchen von einem anderen Spieler kaufen. Wieviel er an den anderen Spieler zahlen muss, ist abhängig von der Geldmenge, die dem Plättchen vorher zugeordnet wurde. Waren alle Spieler am Zug kann jeder Spieler noch vor ihm liegende Plättchen für die Summe kaufen, die er dem Plättchen zugeordnet hatte. Das Geld aus diesem Kauf geht dann in den allgemeinen Vorrat. Nach dem Kauf werden die eben erworbenen Landschaftsplättchen am eigenen Gebiet angelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass entsprechende Landschaften zueinander passen. Am Ende der Runde wird dann die Wertung für diese Runde durchgeführt. Belohnt werden zum Beispiel Viele Leuchttürme oder auch Schiffe. Nach der letzten Runde gibt es noch eine Schlusswertung und dann wird abgerechnet. Wer jetzt die meisten Punkte auf dem Konto hat, kann den Sieg für sich reklamieren.

Einschätzung
Beim ersten Blick auf „Isle of Skye“ dachte ich unwillkürlich an „Carcassonne“, dem Klassiker unter den Landschaftsplättchen-Legespielen. Tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten, aber mehr noch gravierende Unterschiede zwischen beiden Spielen. Das fängt schon bei der Versteigerung bei „Isle of Skye“ an. Dann baut jeder Spieler dort an seiner eigenen Landschaft. Zuletzt sind da noch die wechselnden Wertungen pro Runde. So ist „Isle of Skye“ wesentlich komplexer in der Anlage als „Carcassonne“, aber auch abwechslungsreicher. Dabei sind die Regeln recht einfach und auch die Versteigerung ist im Ablauf nicht kompliziert. Und dennoch erfordert gerade diese viel taktisches Geschick. Sie stellt gewissermaßen den Kern des Spiels dar. Deshalb ist die Einordnung als Kennerspiel völlig in Ordnung. Sicher gibt es auch einige glücksabhängige Elemente, aber insgesamt überwiegen die taktischen Anteile. Vom zeitlichen Umfang hält sich das Spiel mit rund 60 Minuten völlig im Rahmen. Da es viele verschiedene Landschaftsplättchen und Wertungsplättchen gibt, bleibt der Reiz am Spiel auch über viele Partien erhalten, da sich immer neue Konstellationen ergeben. Abgerundet wird das positive Bild durch die gelungene und stimmige Grafik, sowie das exzellente Spielmaterial. Insgesamt ist „Isle of Skye“ ein sehr gutes Spiel, das die Auszeichnung zum Kennerspiel des Jahres ist absolut verdient hat.

„Isle of Skye“
Autor: Andreas Pelikan und Alexander Pfister
Verlag: Lookout Spiele / Vertrieb: ASS Altenburger
Für 2 – 5 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

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