Leo muss zum Friseur

© Abacusspiele

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Manch einer geht jeden Monat zum Friseur. Andere suchen den Friseur nur jedes halbe Jahr mal auf. Der Löwe Leo würde sich am liebsten gar nicht die wilde Mähne schneiden lassen. Doch irgendwann wird es selbst Leo zu viel und das wilde Gestrüpp auf seinem Kopf muss runter. „Leo muss zum Friseur“ – genau so heißt das Spiel von Leo Colovini, das bei Abacusspiele erschienen ist und das jetzt mit dem Deutschen Spielepreis als bestes Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

Wie funktioniert es?
Es ist acht Uhr morgens und Leo liegt faul in seinem Bett! Doch wir sollen Leo zum Friseur, dem Affen Bobo bringen. Dafür muss sich Leo auf den Weg durch den Dschungel machen. Dieser Weg besteht aus zahlreichen kleinen Plättchen. Diese Wegplättchen zeigen auf der einen Seite grünen Urwald. Auf der anderen Seite sind verschiedene Tiere und unterschiedliche Farben zu sehen, sowie jeweils eine kleine Zahl in einem Wecker. Die Plättchen werden mit der Urwaldseite nach oben gemischt und als Pfad zwischen Leos Bett und Bobos Friseurstuhl ausgelegt. Leo wird nun mit Hilfe von Karten auf diesem Pfad vorangebracht. Und dafür arbeiten alle Spieler zusammen. Denn zu Beginn wurden an alle Spieler Karten verteilt. Diese Karten haben unterschiedliche Farben, die den Farben auf der Unterseite der Urwaldplättchen entsprechen. Außerdem hat jede Karte eine Zahl, die bestimmt, wie weit Leo mit dieser Karte vorangezogen werden kann. Landet nun ein Spieler mit Leo auf einem Urwaldplättchen, so wird dieses aufgedeckt. Entspricht die Farbe der ausgespielten Karte der Farbe des aufgedeckten Wegplättchens oder ist das Plättchen ein Wegweiser, dann geschieht nichts. Zeigt das Wegeplättchen aber eine andere Farbe, so verliert Leo Zeit, weil er sich mit diesem unbekannten Tier erst mal unterhalten muss. Wie viele Stunden Leo dafür benötigt, bestimmt die kleine Zahl im Wecker auf dem Wegeplättchen. Diese Stunden müssen wir auf einem großen Wecker neben Leos Bett vorrücken. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und spielt eine Karte aus, um Leo auf dem Weg weiter voranzubringen. Schafft es Leo nicht innerhalb von zwölf Stunden bei Bobos Friseursalon anzukommen, macht Bobo Feierabend und Leo kann erst am nächsten Tag wiederkommen. Das heißt, Leo legt sich wieder ins Bett. Die Spieler müssen sich nun die bereits aufgedeckten Wegeplättchen gut merken, denn diese werden jetzt wieder verdeckt. Alle Karten werden neu gemischt und wieder an die Spieler verteilt und es geht von neuem los. Wer sich jetzt genau gemerkt hat, wo welches Plättchen lag, ist im Vorteil, weil er die passende Farbe ausspielen kann. Ziel ist es, Leo vor Ende des fünften Tages ans Ziel und damit in den Friseurladen zu bringen. Gelingt das, haben die Spieler gemeinsam als Gruppe gewonnen.

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Einschätzung
„Leo muss zum Friseur“ hat zwar den Deutschen Spielepreis als bestes Kinderspiel gewonnen, aber eigentlich ist es ein super Spiel für die gesamte Familie. Die Regeln sind so einfach, dass man ganz schnell einsteigen kann. Das Spiel fordert und fördert das Gedächtnis, aber auch die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Gemeinsam wird überlegt, welche Karte wohl am besten als Nächstes gespielt werden könnte, wenn es keine passende Karte gibt. Es wird gemeinschaftlich beraten, wer sich welche Plättchen merkt. Gleichzeitig freuen sich alle zusammen über passende Farben oder einen Wegweiser und ärgern sich über hohen Zeitverlust. „Leo muss zum Friseur“ ist tatsächlich ein Spiel, das schnell begeistert und einen hohen Wiederspielreiz besitzt. Doch Vorsicht! Wer zu viele Partien direkt hintereinander spielt, kann sich nicht mehr merken, wo welches Plättchen lag, weil die Erinnerung aus mehreren Partien miteinander verschmilzt. „Leo muss zum Friseur“ gehört zu jenen seltenen Spielen, an denen sowohl Kinder als auch Erwachsene ihren Spaß haben. Nicht nur deshalb hat es die Auszeichnung mit dem Deutschen Spielepreis absolut verdient, sondern wurde zu Recht auch auf die Nominierungsliste zum Kinderspiel des Jahres gesetzt. Ein klarer Tipp für die Weihnachtsgeschenkeliste.

„Leo muss zum Friseur“
Autor: Leo Colovini
Verlag: Abacusspiele
Für 2 – 5 Spieler
Ab 6 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 20 Euro

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