Mangrovia

© Zoch Verlag

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Ich gebe zu, dass ich über Mangrovenwälder eigentlich nicht wirklich viel weiß! Genau genommen weiß ich gar nichts. Zum Glück ist meine geografische Unwissenheit aber kein Hinderungsgrund ein Spiel zu spielen, das „Mangrovia“ heißt und bei dem eben jene Mangrovenwälder eine wesentliche Rolle spielen.

Bei „Mangrovia“ kämpfen die Mitspieler um die Häuptlingswürde in einem Südseeparadies. Um diese Würde zu erlangen, müssen die Spieler Hütten errichten. Natürlich nicht irgendwo, sondern an besonders lukrativen Orten, die entsprechende Siegpunkte einbringen. Der Hüttenbau wird bestimmt über vier Felder, die die vier Landschaftsformen, Wasser, Mangrove, Wiese und Strand repräsentieren. Es gibt zwei Paradiesvögel, die jeweils zwei Landschaftstypen bestimmen, auf die gebaut werden kann. Doch zum Hüttenbau gehört noch mehr. So muss ich dann sowohl die passenden Landschaftskarten besitzen, als auch noch Kostbarkeiten oder Amulette, um meine Hütte bauen zu dürfen. Je lukrativer der Bauplatz, umso höher sind natürlich die Baukosten. An die Landschaftskarten und Kostbarkeiten komme ich über zwei Kartenauslagen und Stapel. Amulette erhalte ich erst, wenn ich bereits an bestimmten Orten gebaut habe. Das Kartenziehen, das Bauen, das Einsammeln der Amulette, die Position der Paradiesvögel und die Festlegung des Startspielers, das alles geschieht über das wesentliche Spielelement: Das Atoll. Denn bevor die Spieler irgendetwas anderes machen, wählen sie erst einmal die Aktionen aus, die sie durchführen wollen. Dabei sind immer zwei Aktionen miteinander gekoppelt. Diese werden dann aber nicht nacheinander abgehandelt. Wer die erste Aktion hat, hat nämlich auf der anderen Seite die letzte. Die Aktionen sind so gestaffelt und zugeordnet, dass derjenige, der zuerst Karten zieht dafür zuletzt baut. Also muss ich mich immer entscheiden, ob ich die sichere Variante wähle oder auf eine noch bessere Möglichkeit hoffe, bei der mir dann ein andere Spieler zuvorkommt. Hat ein Spieler alle seine Hütten gebaut, kommt noch eine Schlusswertung, die es in sich hat.

© Zoch Verlag

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„Mangrovia“ bietet viele sowohl strategische als auch taktische Herausforderungen. Die Regeln sind klar und führen toll ins Spiel ein. Die Spielmechanismen sind klasse, besonders das Atoll ist extrem gut ausbalanciert. Hier ist die Wahl oft schwer. Und je nachdem wie sich die anderen Spieler vor einem entscheiden, muss man spontan neue Möglichkeiten überlegen. Das fordert heraus. Die tolle Illustration ist dann noch das Sahnehäubchen auf einem sehr guten Spiel. „Mangrovia“ ist für mich eines der Topspiele und heißer Kandidat zum Kennerspiel des Jahres 2015.

„Mangrovia“
Autor: Eilif Svensson
Verlag: Zoch
Für 2 – 5 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 – 90 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

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