Photosynthesis

© Blue Orange Games

Es gibt Spiele, die sind richtige Hingucker. Du siehst das Spiel und willst sofort wissen, wie dieses Spiel funktioniert und es am besten gleich ausprobieren. So ein Spiel ist auch „Photosynthesis“, das bei Blue Orange Games erschienen ist. Die farbenprächtigen Bäume in 3D ziehen das Auge des Betrachters geradezu an und den Betrachter selbst sofort an den Spieletisch. Dabei geht es in dem Spiel von Hjalmar Hach „nur“ darum Bäume anzupflanzen, sie wachsen zu lassen und am Ende abzuholzen.

Wie funktioniert es?
Zwischen den Spielern liegt das Spielbrett, das ein leeres Stück Waldboden darstellt. Eingeteilt ist das Waldstück in runde Felder mit unterschiedlich vielen Blättern (1-4) darauf. Zu diesen Blättern gibt es entsprechend Plättchen mit Gewinnpunkten. Dabei bringen die Plättchen mit nur einem Blatt weniger Siegpunkte als die Plättchen mit mehr Blättern. Insgesamt sind die Felder am Rande des Waldstückes weniger wert, als die Felder im Zentrum. Jeder Spieler hat ein persönliches Spielertableau vor sich liegen. Darauf sind Samen und Bäumen einer Sorte zu finden. Die Bäume gibt es in drei abgestuften Größen. Dem Verlag ist es tatsächlich gelungen vier unterschiedliche Baumarten zu finden, die ganz natürlich auch vier verschiedenen Spielerfarben entsprechen. Zu Spielbeginn darf zunächst jeder Spieler zwei kleine Bäume seiner Farbe am Rand des Waldstückes platzieren. Dann beginnt das Spiel, indem die Sonne nun auf die Baumreihen scheint. Alle Bäume, die Licht von der Sonne abbekommen, bringen ihrem Besitzer abhängig von der Größe des Baumes entsprechend Lichtpunkte ein. Je größer der Baum, desto mehr Punkte. Doch die Bäume werfen auch Schatten. Je größer der Baum, desto länger der Schatten.

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Und hier wird es spannend: Bäume, die im Schatten anderer Bäume stehen, bringen ihrem Besitzer keine Lichtpunkte ein. Da die Sonne im Laufe des Spiels insgesamt drei Mal abschnittsweise um das Waldstück bewegt wird, ändern sich auch immer die Lichteinstrahlung und der Schattenwurf. Dies gilt es zu bedenken, wenn es darum geht, neue Samen auszustreuen und Bäume wachsen zu lassen. Die Lichtpunkte, die die Spieler gesammelt haben, können diese verwenden, um ihre Bäume wachsen zu lassen oder um, ausgehend von den schon stehenden Bäumen, Samen für neue Bäume auszustreuen. Dabei gilt die Regel, dass bezogen auf einen Baum und ein Feld nur eine Aktion ausgeführt werden darf. Es geht also nicht einen Samen zu streuen und daraus gleich einen Baum wachsen zu lassen. Die Spieler können Lichtpunkte auch verwenden, um die Bäume, wenn sie voll ausgewachsen sind, abzuholzen. Dafür gibt es dann die bereits erwähnten Punkteplättchen, abhängig vom Feld, auf dem der Baum gestanden hat. Nachdem die Sonne drei Mal ihre Bahn gezogen hat, wird geschaut, wird die meisten Punkte erzielen konnte.

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Einschätzung
„Photosynthesis“ ist ein Augenschmaus! Die verschiedenfarbigen Bäume in 3D sehen einfach sehr schön aus. Und tatsächlich hat man den Eindruck, dass langsam ein kleiner Wald entsteht. Dazu kommt, dass das Spiel genau die richtige Herausforderung bietet. Die Frage muss immer lauten: Wo muss ich meine Bäume hinpflanzen, damit sie möglichst viel Sonne abbekommen, aber auch viele Punkte bringen? Das eine schließt das andere manchmal aus. Gleichzeitig gibt es nur wenige und sehr klare Regeln, die zudem sehr übersichtlich auch noch mal auf den Spielertableaus dargestellt sind. Für mich ist „Photosynthesis“ eines der schönsten Spiele überhaupt und eines der besten in diesem Jahr! Einziger Wermutstropfen: es gibt zwar deutsche Regeln, aber noch keine deutsche Ausgabe des Spiels! Ich bin mir aber sicher, dass sich ein deutscher Vertrieb problemlos finden wird.

„Photosynthesis“
Autor: Hjalmar Hach
Verlag: Blue Orange Games
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 45 – 60 Minuten
Preis: ca. 45 Euro

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