13 Leaves

© Elznir Games / Cranio Creations

Klein aber fein. Diese Bezeichnung gibt es für Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so auffallen, in denen aber große Qualität steckt. Diese Bezeichnung passt auch auf das Kartenspiel „13 Leaves“. In einer kleinen, aber sehr ansehnlichen, Schachtel stecken 62 Karten. Diese Karten zeigen nichts anderes als Blätter in 13 verschiedenen Arten; mit dabei sind unter anderem Edelkastanie, Fensterblatt, Efeu, Ginko und Ilex. Im Spiel von Makoto Uesugi gilt es, diese Blätter abzulegen. Das bei Elznir Games erschienene Spiel brilliert nicht nur wegen der einfachen und dennoch wundervollen Illustrationen von Elina Zhelyazkova. „13 Leaves“ ist ein taktisches Kleinod unter den Kartenspielen.

Wie funktioniert es?

Mein Ziel ist es als erste Person alle meine Karten abzulegen. Die 62 Karten im Spiel zeigen unterschiedliche Blätter mit Werten zwischen eins und 13.

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Dabei gibt es von der Eins und der 13 je zwei Karten, von der Zwei und Zwölf je drei, von Drei und Elf je vier Karten. Bis zur Sieben, die acht Mal im Spiel vorkommt. Zu erkennen ist die Häufigkeit einer Zahl im Spiel auch an kleinen Kreisen, die deutlich auf den Karten angebracht sind. So muss ich nicht darüber nachdenken, wie oft diese Zahl noch gleich im Spiel vorhanden ist. Denn die Anzahl von Karten spielt bei „13 Leaves“ eine entscheidende Rolle. Alle Karten werden gemischt und dann werden an jede Person, abhängig von der Anzahl der Leute, die mitspielen, zwischen neun, bei sechs Personen, und zwölf Karten bei drei Personen, ausgeteilt. Es kommen also selbst bei voller Besetzung nie alle Karten ins Spiel.

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Eine Person beginnt und legt zunächst eine oder mehrere Karten eines Zahlenwerts in die Mitte. Diese Person darf noch völlig frei wählen, welchen Zahlenwert und Menge dieser Zahl sie legt. Die nächste Person kann nun schon in ihrer Auswahl eingeschränkt sein. Denn sie muss mindestens so viele Karten ausspielen, wie jetzt schon Karten der bereits gespielten Zahl ausliegen. Dabei hat sie die Wahl, Karten mit dem gleichen Zahlenwert zu spielen oder aber einen höheren oder niedrigeren Zahlenwert. Werden zu Beginn zwei Karten mit dem Zahlenwert Fünf gelegt, müssen nun als nächstes entweder mindestens zwei weitere Karten mit einer Fünf gespielt werden.

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Es könnten auch drei Karten mit einer Fünf sein. Es können auch zwei oder mehr Karten mit einem Zahlenwert sein, der höher oder niedriger als fünf ist. Zwei Karten mit dem Zahlenwert Drei sind genauso möglich wie drei Karten mit dem Zahlenwert Neun. Je mehr Karten eines Zahlenwerts jedoch gespielt werden, umso mehr erhöht das den Druck auf die nun folgende Person. Denn diese müsste nun schon entsprechend viele gleiche Karten mit einem Zahlenwert von Neun oder höher spielen. Oder niedriger als Drei. Je nachdem, was vorher gespielt wurde.

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Zwischen zwei Zahlenwerte kann ich keine Karten legen. Was bedeuten kann, dass ich selbst mit einer ausreichenden Anzahl von Karten eines Wertes, keine Karten mehr loswerde. Kann eine Person keine Karten auslegen, weil sie die Bedingungen nicht erfüllen kann, muss sie passen. Sie steigt aus der laufenden Runde aus.

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Es ist auch erlaubt freiwillig zu passen. Wer passt, nimmt dafür eine Karte aus der offenen Auslage in der Mitte. Welche Karte das ist, kann nun sehr wichtig sein. Nimmt sie eine Karte vom Ende der Reihe, dann könnte sie damit den folgenden Personen wieder bessere Chancen eröffnen, denn diese benötigen nun wieder weniger Karten, um die Anforderungen zu erfüllen und Karten ablegen zu können.
Wenn alle Personen bis auf eine gepasst haben, endet eine Runde. Die verbliebene Person räumt alle Karten aus der Mitte ab und legt sie auf einen Ablagestapel; diese Karten sind komplett aus dem Spiel. Nun beginnt diese Person eine neue Runde. Das Spiel ist erst fertig, wenn eine Person alle Karten von der Hand los ist.

Einschätzung

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„13 Leaves“ ist sehr schnell erklärt und auch sehr schnell verstanden. Vor allem, wenn man vor Spielbeginn mal einige Beispiele an möglichen Kartenkonstellationen auslegt und kurz erklärt, welche Optionen es gibt, Karten abzulegen. Manchmal gibt es noch eine kurze Nachfrage, wenn die ersten Karten gespielt werden, aber in der Regel ist das Spielprinzip im Handumdrehen verinnerlicht. Eine andere Sache ist es, alle taktischen und strategischen Kniffe vor Augen zu haben. Welche Karten sollte ich wann spielen? Wie viele Karten sollten es sein? Verbaue ich mir vielleicht selbst den Weg? Und wie beziehe ich in meine Rechnung ein, wenn andere passen müssen und ich wieder am Zug bin? Und wann ist es gut freiwillig zu passen?

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Für Spiele wie „13 Leaves“ wurde der Satz „einfach zu lernen, schwer zu meistern“ geschaffen. Es ist zwar auch ein Stück weit Glück dabei, aber eben nicht nur. Wegen der zahlenmäßigen Verteilung der Karten im Spiel, kann ich mir schon Dinge zusammenrechnen. Kann jemand an den von mir ausgelegten Karten noch vorbeikommen. Dafür ist es auch sehr wichtig, sich zu merken, welche Karten am Ende einer Runde das Spiel verlassen. Auch noch sehr entscheidend ist es, welche Karte ich beim Passen aus der Auslage nehme. Damit kann ich anderen viele Chancen bereiten oder mir selbst für die nächste Runde eine gute Position verschaffen.
„13 Leaves“ ist ein sehr schönes und kurzweiliges Spiel für jede Gelegenheit, sowohl für Familien als auch Vielspieler geeignet. Je mehr Leute mitspielen, desto mehr Spaß macht es tatsächlich. Und es sieht auch noch optisch gut aus. Mir gefällt auch die Art der Kartenbox. „13 Leaves“ ist ein taktisches Kleinod unter den Kartenspielen.

„13 Leaves“
Autor: Masato Uesugi
Illustration: Elina Zhelyazkova
Verlag: Elznir Games / Cranio Creations
Für 3 – 6 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 10 Euro

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