Amul

© Pegasus Spiele / Lautapelit

Spiele können so schön einfach sein und dabei dann so herrlich herausfordernd. Einfach, in dem Sinne, dass die Regeln und der Ablauf des Spiels leicht verständlich sind. Herausfordernd in dem Sinne, dass es dennoch gleichzeitig eine taktische und strategische Tiefe besitzt, die das Spiel sehr reizvoll machen. Eben so ein Spiel ist das Kartenspiel „Amul“, das beim finnischen Verlag Lautapelit erschienen ist.

 

Wie funktioniert es?
Im Zentrum des Spiels liegt ein kleiner dreieckiger Spielplan, dessen einziger Sinn es ist Karten in drei verschiedenen Bereichen eine gewisse räumliche Anordnung zu geben.

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An die beiden längeren Seiten des gleichschenkligen Dreiecks sollen die Karten des Palasts und des Bazars gelegt werden. An der kurzen Basisseite des Dreiecks ist Platz für die Karten, die in den Markt kommen sollen. Während Palast und Bazar zu Beginn des Spiels bereits mit den der Teilnehmerzahl entsprechenden Karten befüllt werden, bleibt der Markt zunächst leer. Abhängig von der Teilnehmerzahl werden die entsprechenden Marktkarten aus der Schachtel genommen und in einem großen Stapel gemischt. Von diesem Stapel nimmt sich jeder Spieler fünf Karten auf die Hand, die die Mitspieler nicht sehen sollten. Ein Spieler erhält die Startspielerkarte und damit die Karte „Erste Wahl“. Gespielt wird „Amul“ über nur neun Runden. Und jede Runde läuft exakt gleich ab. Zu Beginn einer Runde erhalten alle Spieler eine weitere Marktkarte auf die Hand. Von den nun sechs Karten sucht sich jeder Spieler eine Karte aus und alle legen diese gleichzeitig und verdeckt in den Markt, in den zuvor abhängig von der Spielerzahl bereits einige Marktkarten offen gelegt wurden. Haben alle Spieler ihr Karte platziert, werden diese Karten aufgedeckt. Nun darf sich der Spieler vor dem die Karte „Erste Wahl“ liegt zuerst eine Karte aus dem Markt auf die Hand nehmen.

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Haben alle Spieler eine Karte genommen, legen nun alle Spieler wiederum gleichzeitig und verdeckt eine der sechs Marktkarten auf der Hand vor sich in ihren persönlichen Spielbereich. Dann werden diese Karten aufgedeckt. Manche der Karten können einen Soforteffekt besitzen, der dann ausgelöst wird. Meist besteht dieser Effekt darin sich Karten aus dem Basar oder Palast oder zusätzliche Karten vom Markt nehmen zu dürfen. Beim Spielen der Karten in den Spielbereich ist noch darauf zu achten, welches Symbol die Karte in der linken unteren Ecke besitzt. Dies kann ein Tisch oder eine Hand sein, manchmal gibt es auch die Kombination aus beiden Symbolen. Marktkarten, die ausschließlich ein Handsymbol besitzen, werden sofort aus dem Spielbereich entfernt. Diese Karten sollten die Spieler erst nach dem Ende der neunten Runde in ihren Spielbereich legen, dann bleiben sie auch im Spielbereich und werden gewertet.

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Marktkarten mit Tischsymbol, die die Spieler dann noch auf der Hand haben, sind dafür nach dem Ende der neunten Runde nutzlos und müssen abgelegt werden. Am Ende jeder Runde wird der Markt von den Karten geleert, die in der jeweiligen Runde niemand nehmen wollte. Die Karte „Erste Wahl“ geht an den nächsten Spieler im Uhrzeigersinn und die nächste Runde beginnt. Beim Ausspielen und Aufheben der Karten fürs Spielende sollten die Spieler darauf achten Kombinationen von Marktkarten zu sammeln, die besonders viele Punkte einbringen. Nach neun Runden und dem Ausspielen der Karten mit Handsymbol werden in insgesamt neun Bereichen die Punkte der Spieler gewertet.

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Einschätzung
Amul“ scheint zunächst ein übersichtliches Spiel zu sein, das sehr schön gestaltet ist. Die Regeln sind einfach, das Spielziel und der Spielablauf sind sehr klar und zügig erklärt. Klar dürfte jedem Spieler auch bald sein, dass er während der neun Runden nur eine begrenzte Anzahl Marktkarten in seinen Spielbereich legen kann. Das schränkt die Möglichkeiten ziemlich ein und deshalb muss sich jeder gut überlegen, welche Karten er wirklich ausspielen will. Dafür gibt es wiederum aber sehr viele Möglichkeiten Karten zu kombinieren und so Punkte zu sammeln. Durch den Zwang, eine Karte in den Markt legen zu müssen, wird jeder vor die Frage gestellt, welche seiner schönen Karten er hergeben will, ohne konkret zu wissen, was er dafür auf dem Markt bekommt. Um die Entscheidung besser treffen zu können, ist es vor Spielbeginn wichtig, dass alle Spieler genau wissen, welche Karten es gibt und wie sie mit diesen Karten Punkte sammeln können, beziehungsweise, wofür es am Spielende Punkte gibt. Die Symbolik der Karten ist zwar gut, aber dennoch ist eine gute Erläuterung an der Stelle wichtig. Hilfreich ist hier auch das ausführliche Kartenglossar, das jede Karte erklärt. So kann jeder Spieler erkennen, was er mit den Karten, die er zu Beginn des Spiels bekommen hat, am sinnvollsten anstellt. Denn die Starthand gibt schon ein Stück weit vor, wohin die Reise geht und auf welche Strategie ich in diesem Spiel setzen sollte.

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Dabei gibt es während des Spiels immer noch taktische Überlegungen und Entscheidungen, die dann zu treffen sind. Das macht „Amul“ für mich spannend und reizvoll, auch, weil es so viele Wege gibt, die ich verfolgen kann, um zum Erfolg zu kommen. Interessant ist auch der Kniff, dass ich gegen Ende des Spiels die Art der Karten auf meiner Hand verändern muss: weg von den Karten mit Tischsymbol, hin zu den Karten mit Handsymbol. Bei „Amul“ ist für mich das Thema Händler an der Seidenstraße vom Spielablauf stimmig und von der Illustration atmosphärisch schön umgesetzt. Gleichzeitig ist es vielfältig und auch immer wieder neu. Positiv ist, dass es mit bis zu acht Leuten gespielt werden kann. Weil dann auch neue Karten dazukommen, steigert das den Reiz. Gleichzeitig verlängert sich die Spielzeit nicht exorbitant, weil ja immer alle Spieler gleichzeitig agieren. Das macht „Amul“ auch als Familie spielbar und gleichzeitig bietet es genug Anreiz für Vielspieler, Strategen und Taktiker. Für mich bewegt sich „Amul“ gefühlt im Fahrwasser von „7 Wonders“, dessen Qualität es zwar nicht ganz erreicht, aber dennoch auf einem sehr hohen Level daherkommt.. Gegenwärtig ist „Amul“ jedenfalls eins meiner liebsten Spiele.

„Amul“
Autor: Remo Conzadori und Stefano Negro
Verlag: Lautapelit / V ertrieb: Pegasus Spiele
Für 3 – 8 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 – 60 Minuten
Preis: 25 Euro

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