Applejack

© The Game Builders

Kronprinz Rudolf, McIntosh und Rubinette sind – eingeweihte Menschen wissen es – Apfelsorten und nicht etwa Protagonisten in einem Inga Lindström Roman. Apfelsorten gibt es nämlich ziemlich viele jenseits der bekannten aus dem Supermarkt, wie Boskop oder Golden Delicious. Gleich sieben verschiedene Apfelsorten kommen im Spiel “Appeljack” von Uwe Rosenberg vor. Das Spiel ist das erste, das im Verlag The Game Builders erschienen ist.

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Wie funktioniert es? 

“Appeljack” besteht aus einem zentralen Spielplan und einem persönlichen Tableau für jede Person, die mitspielt. Dieses persönliche Tableau stellt eine Streuobstwiese dar. Es gibt zwei Varianten dieser Wiese, mit denen gespielt werden kann. Auf Seite A haben alle die gleiche Wiese, auf der Rückseite B gibt es leichte Unterschiede auf jeder Wiese. Was bei beiden Varianten gleich ist: Die Wiese besteht aus 19 Sechseckfeldern. Im Laufe von drei Runde legen wir auf jedes Feld ein Plättchen. Diese Plättchen zeigen meistens unterschiedlich viele Äpfel von sieben verschiedenen Sorten und manchmal auch Blumen. Auf einigen der Plättchen sind auch nur Blumen zu sehen. Immer aber sind auf den Plättchen auch Bienenkörbe abgebildet. Denn Honig spielt bei “Appeljack” eine wichtige Rolle.

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Er ist nicht nur Währung, um die Plättchen mit den Äpfeln zu erwerben, sondern der Honig bedeutet auch gleichzeitig Siegpunkte. Die Plättchen mit den Äpfeln bekommen wir über einen zentralen Spielplan. Hier gibt es für jede Anzahl von Menschen, die mitspielen einen eigenen Plan, auch für den Solomodus. Sternförmig um diesen Spielplan herum werden an sieben Stellen – Mulden genannt – zunächst zufällig je zwei Apfel-Plättchen gelegt. Auf dem Spielplan bewegt sich ein Würfel in einer Spirale und erlaubt uns an bestimmten Stellen die Plättchen vom Rand des Spielplans zu kaufen. Wählen kann ich immer zwischen den Apfelplättchen in den beiden zum Würfel benachbarten Mulden.

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Sollte sich nur noch ein Plättchen in den beiden Mulden befinden, wird in jede Mulde rund um den Spielplan ein neues Apfelplättchen zufällig nachgelegt. Will ich mir ein Apfel-Plättchen nehmen, muss ich dafür mit Honig bezahlen. Der Preis steht auf den Bienenkörben der Apfel-Plättchen. Da wir alle mit Startkapital ausgestattet wurden, können wir uns bereits Plättchen leisten. Je besser ein Plättchen ist, desto höher ist auch sein Preis. Habe ich ein Plättchen genommen, kann ich es beliebig auf meiner Streuobstwiese platzieren. Ich muss es nicht angrenzend zu einem bereits vorhandenen Plättchen legen.

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Platziere ich das neue Plättchen so, dass darauf zu sehende Bienenkörbe an einen oder mehrere Bienenkörbe bereits liegender Plättchen angrenzen, so erhalte ich den jeweils niedrigeren Wert als Honig ausgezahlt. Das hilft, die eigenen Ausgaben zu senken. Hat eine Person ihren Zug beendet, wandert der bereits erwähnte Würfel weiter entlang der Spirale ins Innere des zentralen Spielplans. Dabei löst er in den ersten beiden Runden für jede der sieben Apfelsorten zweimal Ernten aus. Bei diesen Ernten will ich möglichst bei jeder Apfelsorte viele Punkte machen.

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Das erreiche ich, wenn Plättchen mit der gleichen Apfelsorte auf meiner Wiese zusammenhängen, also eine Gruppe bilden. Je mehr Plättchen zu dieser zusammenhängenden Gruppe gehören, umso besser. Ist der Würfel am Ende der Spirale angekommen wandert er wieder nach Außen und eine neue Runde beginnt. Dabei wird noch eine Blütenwertung ausgelöst, in der nicht die Äpfel, sondern die Blüten auf meiner Wiese gezählt werden. Diese Blüten müssen nun aber nicht zusammenhängen. Nach drei Runden wird noch eine Schlusswertung durchgeführt. Die dabei erreichten Punkte werden mit den Punkten zusammengezählt, die ich im Laufe des Spiels erzielen konnte. Wer dann die meisten Punkte holen konnte, hat gewonnen. 

Einschätzung
“Appeljack” kommt sehr harmlos daher. Es geht um Äpfel, die ich ernte. Wie schwer kann das sein? Die Gestaltung erinnert mich zudem an den Hof von Petterson und Findus. Das ist sehrt entspannt. Harmlos und entspannt ist das Spiel auch. Und zwar in dem Sinne: Ich kann nicht wirklich gegen andere spielen, sondern ich sammle mir meine Wiese zusammen.

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Konflikte können nur entstehen, wenn in einer der beiden Mulden, aus denen ich meine Apfel-Plättchen wählen kann, mi ein Kontrahent etwas wegschnappt. Ich kann gut vorher planen, was ich in meinem nächsten Zug wohl bekommen könnte. Doch das ist nicht immer zufriedenstellend. Immerhin kann ich mir alternativ von den Stapeln mit verdeckten Apfel-Plättchen auch ein Plättchen nehmen. Dieser Entschluss muss aber gut überlegt sein, denn das ist die reinste Lotterie. Es kann gut gehen. In vielen Fällen haben wir erlebt, geht es nicht gut! Bis dahin, dass ich die betreffende Person das aufgedeckte Plättchen nicht leisten konnte. Immerhin kann es für den Gewinn von zwei Honig auf seiner Rückseite verbleiben, wo zwei Schaffe zu sehen sind und bringt dann zwei Honig ein. Es blockiert dann aber ein Feld auf meiner Wiese, was es unbedingt zu vermeiden gilt. Deshalb sollte ich immer zuschauen, dass ich stets genug Honig habe, um mir die Plättchen leisten zu können, die ich benötige. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu, bei dem, was mir die Auslage der Plättchen in den Mulden so bietet. Da kann die zufällige Verteilung manchmal schon sehr stören. Dennoch, durch geschicktes Taktieren und gutes Überlegen, kann ich mir viele Optionen offen haben, um möglichst viele Punkte in den Ernten zu holen. Insgesamt ist “Applejack” ein sehr ordentliches Familienspiel. Immerhin steht mit Uwe Rosenberg ein sehr renommierter Autor dahinter. “Applejack” hat uns Spaß auf der Streuobstwiese geboten. Jedoch waren unsere Partien aber immer deutlich länger als die angegebenen 30 Minuten.

„Applejack“
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: The Game Builders
Für 1 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 – 60 Minuten
Preis: 35 Euro 

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