Aquaria

© Skellig Games

Aquarien üben auf mich und viele andere Menschen eine große Faszination aus. Im Zoo sitze ich gebannt vor den großen Scheiben, hinter denen sich die unterschiedlichsten Fische, Krustentiere und Schnecken tummeln. Muscheln, Korallen und Pflanzen verschönern die kleine und manchmal auch sehr geräumige Wasserwelt. Die vielfältigen Farben und skurrilen Formen sind für mich Ausdruck einer kreativen Schöpferkraft, die hinter dieser bunten Vielfalt steht. Und Aquarien sind für mich ausgesprochen beruhigend. Dabei kann ich gar nicht sagen, woran das genau liegt. Mit dem Spiel „Aquaria“ von Tomáš Holek, das beim Verlag Skellig Games erschienen ist, tauchen wir ein in die Welt der Aquaristik. Wir müssen uns um Nahrung kümmern, Wissen sammeln und den Filter im Auge behalten. Aber auch die Farbenpracht und Vielfalt unseres Aquariums sollten wir im Blick haben. In Szene gesetzt wird das Kennerspiel durch die Illustrationen von Anežka Bělohoubková und Milan Vavroň.

Wie funktioniert es?

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Über vier Runden hinweg wollen wir das schönste Aquarium entstehen lassen. Aber vor allem soll es das Aquarium sein, das die meisten Siegpunkte einbringt. Dafür habe ich ein persönliches Tableau. Das zeigt ein zunächst noch leeres Aquarium, das in 16 Felder aufgeteilt in vier Reihen und vier Spalten, das ich nach und nach mit Pflanzen und Fischen fülle. Auf der linken Seite des Aquariums befindet sich der Filter, der mit Filterschwämmen und Filterbonusplättchen bestückt wird. Acht Mikroflora-Anzeiger am Ende jeder Reihe und Spalte komplettieren das persönliche Aquariums-Tableau.

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Neben dem persönlichen Tableau gibt es noch einen zentralen Spielplan, auf dem ich auf einer Wissensleiste voranschreiten und dort auch eine Zoohandlung besuchen kann. Hier wird auch die Menge an Sauerstoff festgehalten, die mir zur Verfügung steht, um Karten in mein Aquarium zu spielen. Die Siegpunkteleiste ist auf dem Wissensspielplan ebenfalls untergebracht.

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Auf dem dritten, dem Aktions-Spielplan wähle ich meine Aktionen aus, von denen ich pro Runde vier machen kann.
Nachdem wir zu Spielbeginn schon einmal mit Startressourcen und ersten Aquariumskarten ausgestattet wurden, beginnt die erste Runde. Bin ich am Zug, bewege ich einen Würfel in meiner Farbe auf dem Aktionsspielplan auf eine von sechs runden Scheiben. Dann führe ich die dort mögliche Aktion aus. Dabei kann ich unterschiedliche Stärken der jeweiligen Aktion wählen, wenn ich dafür extra mit Perlen bezahle.

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Wähle ich eine Scheibe, die benachbart zu der Scheibe ist, von der ich komme, erhalte ich noch einen Bonus. Durch die Aktionen kann ich Aquariums-Karten aus einer offenen Auslage bekommen, die Fische und Wasserpflanzen zeigen und dazu erhalte ich mit der Aktion auch Fischfutter. Eine andere Aktion erlaubt es mir die Aquariums-Karten von meiner Hand dann auch in mein Aquarium zu spielen.

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Das kostet in den meisten Fällen Sauerstoff. Spiele ich eine Karte in mein Aquarium, erhalte ich auch wieder einen Bonus oder auch mehrere. Eine dritte Aktion bringt mir neuen Sauerstoff. Eine weitere Aktion erlaubt es mir, auf der Wissensleiste auf dem zentralen Spielplan voranzukommen, wodurch ich auch Boni erhalten kann. Und die fünfte Aktion bringt mich in der Zoohandlung voran und dadurch löse ich auch wieder verschiedene Boni aus.
Wir führen alle reihum jeweils eine Aktion aus, bis wir alle unsere vier Aktionen gewählt haben. Dabei muss ich meinen Würfel immer von einer Scheibe auf eine andere bewegen. Ich darf nicht auf einer Scheibe verharren. Kann aber alle anderen Scheiben immer frei wählen, auch, wenn dort schon andere Würfel liegen. Aktionsfelder können nicht blockiert werden.

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Durch verschiedene Aktionen kann ich auch Filterschwämme in den unteren Bereich meines Filters links auf meinem Aquarium legen. Habe ich alle fünf Filterschwämme platziert, werden die Filterbonusplättchen im oberen Bereich des Filters aktiviert, was mir neben verschiedenen Boni auch Siegpunkte einbringen kann, abhängig vom Stand meines Sauerstoffs. Die Filterschwämme werden dann abgeräumt und können erneut platziert werden.

Nach der Aktionsphase überprüfen wir den Stand der Mikroflora-Anzeiger. Für jede Runde wird vorab eine von vier Farben bestimmt, für die es einen Bonus gibt, wenn ein Mikroflora-Anzeiger auf diese Farbe gedreht wurde. Dann wird die neue Zugreihenfolge festgelegt. Anschließend wird überprüft welche Karten im Aquarium mir nun ein Einkommen in dieser Phase des Spiels bescheren. Danach müssen wir unsere Fische füttern, was uns schon einmal Punkte einbringt. Fische, die wir nicht Füttern können, sorgen allerdings für Punktverlust. Dann geht es in der nächsten Runde wieder von vorne los! Nach vier Runden wird geschaut, wer die meisten Punkte hat.

Einschätzung

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„Aquaria“ bietet unheimlich viele unterschiedliche Möglichkeiten zu gewinnen. Das finde ich schon mal sehr gut. Es gibt nicht nur einen Weg, die alle funktionieren. Aber ich kann nicht alle beschreiten, also muss ich mich auf bestimmte Dinge fokussieren und das sollte ich auch konsequent tun. „Aquaria“ ist ein Kennerspiel, aber es ist nicht so kompliziert oder komplex, wie es zunächst aussieht, obwohl natürlich viele Verzahnungen da sind. Ich habe ja nur fünf verschiedene Aktionen, zwischen denen ich wählen kann. Das ist überschaubar und ich habe im gesamten Spiel nur 16 Aktionen, die ich überhaupt machen werde. Der Rest sind Bonusaktionen, die ich auslöse und auf die kommt es eben an.

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Ich will so viel wie möglich aus einer einzelnen Aktion rausholen, das ist der Kern des Spiels. Zum Glück kann ich eigentlich immer die Aktion machen, die ich gerne will, weil man sich nicht gegenseitig blockieren kann. Ob ich eine Aktion in der Stärke machen kann, wie ich das will, ist eine andere Frage.

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Das ist eine Frage des Timings und der Reihenfolge, die ich bei meinen Aktionen wähle. Da muss viel bedacht werden. Auch beim Auslösen des Filters kommt es aufs Timing an. Wann habe ich den größten Nutzen? Ich kann ohne Schaden auf bestimmte Aktionen und Wege verzichten.

Wie etwa die Zoohandlung oder die Wissensleiste. Und das macht „Aquaria“ auch so reizvoll. Ich kann in jeder Partie eine andere Strategie verfolgen.
Was zunächst aber abschrecken könnte, sind die vielen Symbole, die es gibt; die werden aber auf der Rückseite der Spielanleitung gut erklärt. Sowie alle Felder und Plättchen. Überhaupt ist die Spielanleitung vorbildlich und lässt keine Fragen offen, außer bei Sonderfällen der Steuerung des Atoma in der Solospielvariante, die ansonsten auch großen Spaß macht. Die Gestaltung des Spiels hätte an manchen Stellen noch ein wenig gefälliger sein können. Die Bilder der Fische und Pflanzen sind sehr schön, aber werden von den Symbolen der Bonusaktionen überlagert. Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Insgesamt ist „Aquaria“ ein richtig gutes Kennerspiel, das schöne Mechaniken hat und einfach Spaß macht.

„Aquaria“
Autor: Tomáš Holek
Illustration: Anežka Bělohoubková, Milan Vavroň
Verlag: Skellig Games
Für 1 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 120 Minuten
Preis: 60 Euro

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