
Welches Gesellschaftsspiel ist das beste dieses Jahres? Diese Frage stellt sich jedes Jahr die Jury „Spiel des Jahres“. Jetzt hat die Jury schon mal eine Vorauswahl getroffen und bekannt gegeben, welche drei Spiele in die engere Auswahl gekommen sind. Und zwar drei Spiele jeweils für den Preis „Spiel des Jahres“, „Kinderspiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“. Zu den Spielen, die es in der Kategorie „Spiel des Jahres“ unter die Top Drei gekommen sind gehört auch „Bomb Busters“, das bei Pegasus Spiele erschienen ist. Im Spiel des Japaners Hisashi Hayashi geht es darum, dass wir gemeinsam eine virtuelle Bombe entschärfen. Worauf wir uns da einlassen, können wir der Unterzeile des Titels auf der Spieleschachtel entnehmen: „Sie wollten das beste Team … man hat EUCH geschickt!“ Das sollte uns jedoch nicht entmutigen.
Wie funktioniert es?

„Bomb Busters“ ist ein kooperatives Deduktionsspiel. Wir spielen alle gemeinsam gegen die imaginäre Bombe und müssen Schlussfolgerungen ziehen, wie die Bombe entschärft werden kann, aber alle sehen immer nur einen Teil der Kabel, die durchtrennt werden müssen. „Bomb Busters“ hat 66 Missionen, die wir nach und nach bewältigen sollen. Wir beginnen ganz leicht mit Trainingsmissionen und steigern uns mit unseren Erfahrungen.

Das Spiel besteht im Kern aus kleinen Pappstreifen, die blaue, gelbe und rote Kabel darstellen. Auf der einen Seite sind die Pappstreifen alle gleich, auf der anderen Seite sind die blauen, gelben und roten Kabel und Zahlen zu sehen.

Bei den blauen Kabeln gehen die Zahlen von Eins bis Zwölf und es gibt vier Pappstreifen von jeder Zahl. Bei den roten und gelben Kabeln liegen die Zahlen zwischen den vollen Zahlen. Hier ist jede Zahl auch nur einmal vertreten. Zu Beginn sind zur Einübung nur die blauen Kabel im Spiel. Die Pappstreifen mit den blauen Kabeln werden verdeckt gemischt und alle bekommen, wenn möglich, gleich viele der Streifen. Diese Streifen stelle ich bei mir auf ein kleines Bänkchen, und zwar sortiert nach aufsteigenden Zahlen von links nach rechts und außerdem so, dass ich selbst die Zahlen auf den Streifen gut sehen kann, alle anderen aber nicht.

Und ich wiederum sollte nicht sehen, was die anderen so auf ihren Bänkchen für Zahlen stehen haben. Jetzt müssen wir versuchen Paare von Zahlstreifen zu finden. Wenn ich ein blaues Kabel mit einer Fünf habe, muss ich eine andere Person finden, die ebenfalls eine Fünf hat. Ich muss auf dieses Kabel deuten, ohne die Zahl zu sehen und dann sagen: „Du hast da eine Fünf!“

Wenn es stimmt, legen wir beide unsere Zahlenstreifen mit den blauen Kabeln offen vor uns ab, markieren mit grünen Chips auf dem Hauptspielplan welche Kabel wir schon angeschnitten haben, bei einem Zahlen-Paar und welche wir schon komplett durchtrennt haben, bei zwei Paaren der selben Zahl.

Ist eine Aktionskarte mit einer Zahl verbunden, dann können wir diese nun nutzen. Dann ist die nächste Person am Zug. Habe ich eine Zahl selbst nicht, dann darf ich auch nicht danach fragen.
Um herauszufinden, wo sich bei einer anderen Person ein bestimmtes Kabel befindet, helfen Hinweise, besondere Karten und logische Schlussfolgerung, die sogenannte Deduktion.

Zunächst wählen wir alle zu Beginn des Spiels einen Hinweis auf eine Zahl, die wir bei uns stehen haben und legen diesen Hinweis so hin, dass alle sehen können, wo sich ein einzelner Zahlenstreifen bei uns jeweils befindet. Das dürfen wir nur bei blauen Kabeln so machen; gelbe und besonders rote Kabel sind davon ausgenommen. So fangen wir schon mal.

Dann gibt es spezielle Aktionskarten, mit denen alle ins Spiel starten und andere Aktionskarten, die wir im Laufe des Spiels freischalten können. Es sind aber nie alle Aktionskarten im Spiel, sondern eine gewisse Anzahl wird entsprechend der Anzahl der Personen, die mitspielen auf den Hauptspielplan gelegt. Diese Aktionskarten erhöhen unsere Gewinnchancen. Sie erlauben es uns zum Beispiel mehr als eine Zahl zu nennen, wenn wir auf einen Zahlenstreifen bei einer anderen Person deuten. Außerdem markieren wir auf dem Hauptspielplan, bei welchen Zahlen wir auf gelbe und rote Kabel stoßen. Das ist aber nicht bei jeder Mission so.

Liegen wir zu oft falsch mit unserer Einschätzung, wo sich welcher Zahlenstreifen befindet, dann tickt die Bombe weiter und am Ende fliegt sie in die Luft. Wenn wir falsch liegen, dann gibt es dafür allerdings auch wieder neue Hinweise und Erkenntnisse. Das sind die Basisregeln. Zu denen kommen im Laufe des Spiels noch weitere hinzu.

Bei den gelben Kabeln müssen wir ebenfalls Paare finden. Nur die roten Kabel, die sollten wir tunlichst nicht erwischen, wenn wir auf Pappstreifen deuten. Haben wir alle Paare von Kabeln gefunden, haben wir gewonnen. So einfach geht „Bomb Busters“.
Einschätzung

„Bomb Busters“ ist ein richtig gutes Spiel, und zwar sowohl für Familien als auch für Spielegruppen, für Menschen, die viel spielen oder auch sehr wenig. Die Grundregeln sind einfach. Die lassen sich in wenigen Minuten erklären. Diese Grundregeln werden dann im Laufe des Spiels immer leicht verändert, und zwar so, dass es immer anspruchsvoller wird, aber stets noch das gleiche Spiel bleibt. Mit der Zeit steigt auch die Erfahrung und die Fähigkeit Situationen einzuschätzen. Es hilft, dass wir einige Runden als Trainingsmissionen spielen können.

Dazu kommt, dass „Bomb Busters“ ein kooperatives Spiel ist. Das macht es immer leichter, wenn man Leute mit hineinnehmen will. Von daher ist „Bomb Busters“ ideal für alle Konstellationen von Menschen, die zusammen ein Spiel spielen wollen. Allerdings erfordert „Bomb Busters“, dass alle die mitspielen mit Deduktionsspielen was anfangen können. Wer nicht gut im Kombinieren und Schlussfolgern ist und die Hinweise nicht gut deuten kann, hat vielleicht nicht so viel Spaß daran. Das habe ich dann auch schon erlebt. Wir können uns natürlich gegenseitig unterstützen.

Dennoch ist es dann nicht so gedacht, dass alle anderen für eine Person mitspielen und deren Züge übernehmen. Da muss man schon schauen, für wen das Spiel tatsächlich passt! Aber, es passt eben für sehr viele Menschen! Das Material ist gut, die Aufmachung auch. „Bomb Busters“ ist ein echtes Highlight in diesem Spielejahr.
„Bomb Busters“
Autor: Hisashi Hayashi
Verlag: Pegasus Spiele
Für 2 – 5 Personen
Ab 10 Jahren
Dauer: 20 – 40 Minuten
Preis: 35 Euro

Eine Bombe entschärfen als Spiel?
Eine seltsame Spielidee, die gerade in dieser Zeit, mit zu vielen echten Bomben, Leid und Zerstörung die Menschen in den Abgrund stürzt.
Hallo Susanne, seltsamerweise ist noch keine einzige der Gruppen mit denen ich dieses Spiel gespielt habe, auf den Gedanken gekommen diese Verbindung herzustellen. Im Vordergrund steht bei diesem Spiel das gemeinsame bewältigen einer Aufgabe und die Deduktion. Die Bombe ist als solche kaum zu sehen und verliert sich hinter vielen anderen Elementen des Spiels, das ja auch in einer abstrakten fiktiven Comicwelt eingebettet ist. Ja es gibt viel Leid durch Bombengewalt in dieser Welt. Doch das würde ich dem Spiel nicht anlasten wollen. Es verharmlost das Thema ja auch nicht. Ich glaube hier ist es einfach wichtig eine klare Trennlinie zwischen Spiel und Realität zu ziehen. Aber ich verstehe durchaus was Deine Gedanken sind und würde mir wünschen es gäbe in der Realität keine Bomben.