Carcassonne-Safari

© Hans im Glück Verlag

Das Spiel „Carcassonne“ zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Gesellschaftsspielen überhaupt. 2001 wurde das Spiel von Klaus-Jürgen Wrede zum Spiel des Jahres gekürt. Danach sind etliche Erweiterungen und eigenständige Varianten herausgekommen. So ging es mit „Carcassonne“ schon in die Südsee, an den Amazonas und in den Wilden Westen. Ganz neu geht es jetzt  mit „Carcassonne – Safari“ nach Afrika.

Wie funktioniert es?
Wie bei allen „Carcassonne“ Spielen entsteht auch hier mittels quadratischer Plättchen, die nach und nach den Tisch füllen, eine Landschaft. Im Fall von „Carcassonne-Safari“ handelt es sich um die afrikanische Savanne, die von zahlreichen Tieren bevölkert wird. Dabei werden diese Tiere nun nicht etwa gejagt, sondern sollen schlicht beobachtet werden. Alles beginnt mit drei Startfeldern, die genügend Gelegenheiten bieten, um dort verdeckt gezogene Landschaftsplättchen regelkonform anzulegen.

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Ein neues Landschaftsplättchen muss an bereits ausliegende Plättchen passend angelegt werden, was konkret bedeutet, dass Straße an Straße, Busch an Busch, Gras an Gras angrenzen müssen. Hat ein Spieler ein Plättchen angelegt, kann er darauf eine seiner Spielfiguren (die berühmten Meeple) einsetzen. Das bringt zunächst in der Regel noch nichts ein. Erst, wenn die entsprechende Landschaft oder Straße, auf die die Spielfigur eingesetzt wurde, komplett abgeschlossen ist, gibt es dafür Punkte. Aber nur für den Spieler, der die Mehrheit an Spielfiguren in dem Gebiet oder der Straße hält. In jedem Fall kommen die eingesetzten Spielfiguren zu ihren Besitzern zurück. Beim „Carcassonne“ Grundspiel gibt es die Punkte entsprechend der Anzahl der Plättchen, die eine Straße oder Stadt umfasst. Bei „Carcassonne-Safari“ erhält der Spieler, der die Mehrheit hat, die Punkte entsprechend der Anzahl unterschiedlicher Tierarten, die sich zum Beispiel im Busch befinden! Insgesamt gibt es die fünf Tierarten Löwe, Elefant, Giraffe, Zebra und Affe. Außerdem kreisen über dem Busch auch noch Vögel, die ebenfalls Punkte einbringen. Die Anzahl der Tierarten kann der betreffende Spieler noch durch die Abgabe eines Tierplättchens erhöhen.

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Zwei dieser Tierplättchen erhalten die Spieler bereits zu Spielbeginn. Später können die weitere Tierplättchen hinzukommen. Und zwar dann, wenn eine Spielfigur auf einen Affenbrotbaum eingesetzt wird. Weitere zwei Tierplättchen gibt es, wenn alle acht Felder um den Baum herum belegt sind. Die Tierplättchen können aber nicht nur verwendet werden, um bei einer Wertung die Punkte nach oben zu treiben. Mit einem Tierplättchen kann ein Spieler auch ein Wasserloch beginnen oder ausbauen. Auch das bringt Punkte ein, so man über das richtige Tier verfügt. Denn von jeder Art darf immer nur ein Tier am Wasserloch vertreten sein. Zuletzt können Spieler Punkte auch über zwei Ranger erlangen, die mit ihren Fahrzeugen unterwegs sind. Wenn das letzte Landschaftsplättchen vom verdeckten Stapel gelegt wurde, wird geschaut, wer die meisten Punkte einheimsen konnte.

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Einschätzung
Das Spielprinzip von „Carcassonne-Safari“ entspricht im Grunde dem des Grundspiels und weil dieses Prinzip ziemlich genial ist, funktioniert das natürlich auch in der neuen Variante als „Carcassonne-Safari“ exzellent. Durch die neuen Elemente, wie die Tierplättchen, das Wasserloch und die Ranger bekommt das Spiel aber noch mal eine neue taktische Komponente. Das finde ich sehr spannend und ansprechend, weil das ursprüngliche Spiel nicht einfach nur mit einem neuen Look versehen wurde, sondern wirklich Neues bietet. Das macht „Carcassonne-Safari“ aber auch komplexer als das ursprüngliche Spiel und ist dadurch für Gelegenheitsspieler nicht so leicht zugänglich. Besonders die Regeln bezüglich des Wasserlochs und der Ranger erschließt sich nicht jedem Spieler gleich und bedarf ein wenig Erklärung. Nach der ersten Partie sollte es jedoch kein Problem mehr sein. Insgesamt ist für Menschen, die „Carcassonne“ noch nicht kennen, eher das Grundspiel zu empfehlen, weil es schlanker daherkommt und letztlich einfacher zu spielen ist. Mir persönlich gefällt „Carcassonne – Safari“ aber sehr gut, weil es eben noch mal mehr an Taktik und auch Strategien bietet. Da Siegpunkte auf sehr unterschiedliche Art erzielt werden können. Für Fans der „Carcassonne“ Spiele und Menschen, die mehr wollen, als das, was das Grundspiel bietet ist „Carcassonne-Safari“ deshalb eine schöne und lohnende Anschaffung. Und einen schönen Nebeneffekt gibt es auch noch. Von jedem verkauften Spiel geht ein Euro an die Ombili-Stiftung, die in Namibia vor allem durch Bildungsarbeit Menschen aus dem Volk der San unterstützt.

„Carcassonne – Safari“
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Verlag: Hans im Glück
Für 2 – 5 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 35 Minuten
Preis: 20 – 25 Euro

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