
Woran Erwachsene Freude haben, könnte auch Kindern Spaß machen. Von diesem Gedanken geleitet sind in den letzten Jahren von erfolgreichen Familienspielen kindgerechte Versionen erschienen. So folgte auf „Stone Age“ „Stone Age Junior“, auf „Karuba“ „Karuba Junior“ und auch „Catan“ hat ein „Catan Junior“ bekommen. Neustes Beispiel ist die Kinderversion von „Cascadia“, dem Spiel des Jahres 2022, „Cascadia Junior“. Das Spiel von Fertessa Allyse und Randy Flynn ist im Kosmos Verlag erschienen und war in diesem Jahr zum Kinderspiel des Jahres nominiert. Leider hat es nicht ganz gereicht, sondern hier hatte „Topp die Torte“ die Nase vorn.
Wie funktioniert es?

Bei „Cascadia Junior“ begeben sich zwei bis vier Kinder ab sechs Jahren in die Natur, und zwar den Nordwesten der USA und Kanadas. Dort leben unter anderem Bären, Wapitis und Lachse. Wie in „Cascadia“ bauen die Kinder aus Sechseckfeldern einen Lebensraum für diese Tiere zusammen. Wobei in der Kinderversion nun immer schon zwei Sechseckfelder zusammenhängen. Auf diesen sogenannten Wildnis-Plättchen sind unterschiedliche Landschaften und Tiere zu sehen. Zu Beginn bekommen alle Kinder schon mal zufällig so ein Wildnis-Plättchen als Start ihres Lebensraums. Alle anderen Wildnis-Plättchen werden verdeckt gemischt und zwei offen als Auslage in die Mitte gelegt. Außerdem bekommt jedes Kind noch ein eigenes Tableau, auf dem es später Tier-Marker und Landschafts-Marker ablegen kann.

Die Tier-Marker werden zu den Tierkarten, die es für jede der fünf Tierarten gibt, gelegt. Außerdem gibt es noch passende Tierchips zu jeder Tierart. Auch für die fünf Landschaftstypen in „Cascadia Junior“ gibt es Marker. Alles wird gut erreichbar bereitgelegt.

Ist ein Kind am Zug, dann nimmt es sich eins der beiden offen ausliegenden Wildnis-Plättchen und legt es bei einem eigenen Wildnis-Plättchen an. Dabei müssen Landschaften nicht fortgesetzt werden, es ist aber gut und sinnvoll. Dann wird für das nächste Kind ein neues Wildnis-Plättchen aufgedeckt, so dass es wieder zwischen zwei Plättchen wählen kann. Nachdem jedes Kind insgesamt zehn Plättchen genommen hat, endet „Cascadia Junior“. Dann wird geschaut, wer gewonnen hat.

Gewinnen kann ich bei „Cascadia Junior“ durch Punkte, die ich durch Tier-Marker und Landschafts-Marker erhalte. Dabei erhalte ich Tier-Marker im Laufe des Spiels und Landschafts-Marker am Speilende. Hat ein Kind drei Tiere einer Art nebeneinander auf Wildnis-Plättchen in seiner Auslage, dann markiert es diese drei Plättchen mit den passenden Tierchips und nimmt sich anschließend einen passenden Tier-Marker und legt diesen auf die Landschaft auf seinem Tableau.

Dabei sollte es nicht auf die Rückseite des Markers schauen; denn dort, auf der Rückseite der Marker, sind Siegpunkte in Form von Zapfen zu sehen. Bei Landschaften ist es ähnlich. Am Ende des Spiels wird geschaut, ob ein Kind drei, vier oder fünf gleiche Landschaften auf Wildnis-Plättchen in seiner Auslage hat, die miteinander verbunden sind.

Ist das der Fall gibt es einen zur Landschaft passenden Wertungsmarker, sind es sechs oder mehr Landschaften, die verbunden sind, dann gibt es sogar zwei dieser Wertungsmarker. Auch auf der Rückseite dieser Marker sind Siegpunkte in Form von Zapfen. Auch sie werden auf das persönliche Tableau gelegt. Am Ende des Spiels werden alle Marker umgedreht und es wird gezählt, wer die meisten Siegpunkte sammeln konnte; das muss nicht zwangsläufig das Kind sein, das die meisten Marker hat.
Einschätzung

„Cascadia Junior“ steht dem großen „Cascadia“ in nichts nach. Kindern macht es Spaß die Landschaften zu einem großen Lebensraum zusammenzufügen und möglichst passende Tiere zueinander zu bringen. Es gelingt nicht immer aus einem Erwachsenenspiel oder Familienspiel ein gutes Kinderspiel zu machen. Bei „Cascadia Junior“ ist das gelungen. Es ist sehr stimmig für Kinder umgesetzt. Es hat weiterhin einen großen Charme und macht Spaß, und zwar auch den Erwachsenen, die mitspielen. Die Gestaltung ist sehr schön, das Material hochwertig, und es gefällt mir sogar fast noch besser als bei „Cascadia“.

Für mehr Anspruch haben die Tierkarten auch alternative Bedingungen, unter denen auf ihnen Tierchips platziert werden dürfen. Das es „Cascadia Junior“ unter die nominierten Spiele zum Kinderspiel des Jahres geschafft hat, wundert mich nicht. Es hat diese Wertschätzung vollkommen verdient. „Cascadia Junior“ ist ein echter Tipp als Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag.
„Cascadia Junior“
Autor: Fertessa Allyse, Randy Flynn
Illustration: Beth Sobel
Verlag: Kosmos
Für 2 – 4 Personen
Ab 6 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 27 Euro
