Celestia

Lange hatte man von Spieleautor Aaron Weissblum nichts mehr gehört. Seine letzten bedeutenden Spiele hatte der Amerikaner vor mehr als zehn Jahren veröffentlicht. Darunter so ausgezeichnete Spiele wie „San Marco“. Nun ist er wieder zurückgekehrt mit einem Spiel, bei dem es in die Luft geht: „Celestia“.

Wie funktioniert es?
Bei „Celestia“ sind die Spieler Passgiere in einem Luftschiff, das sich auf einer Reise befindet. Abwechselnd übernimmt auch immer einer der Mitspieler die Rolle des Kapitäns. Insgesamt gibt es neun Städte, in denen das Luftschiff Halt macht. In jeder Stadt gibt es Schätze zu finden. Je weiter die Reise geht, umso wertvoller werden die Schätze, die gehoben werden können. Doch zwischen den Städten lauern Gefahren und Hindernisse auf der Reise. Gewürfelte Symbole zeigen, welche Gefahren auf einer Teilstrecke lauern. Je weiter die Reise geht, umso mehr Gefahren können das sein. Alle Passagiere müssen nun für sich entscheiden, ob sie glauben, dass der gegenwärtige Kapitän die Hindernisse, die eben gewürfelt wurden, überwinden kann. Um das zu schaffen haben alle Spieler zu Beginn der Reise acht Karten von einem verdeckten Nachziehstapel erhalten. Mit Hilfe seiner Karten muss der jeweilige Kapitän dann Piraten bekämpfen, Vogelschwärme vertreiben, dichten Nebel überwinden und Blitzschlägen ausweichen. Nachdem die Würfel gefallen sind, muss jeder Passagier für sich entscheiden, ob der Kapitän die Hindernisse mit seinen Handkarten überwinden kann oder nicht. Dabei werden die Handkarten aller Spieler immer verborgen gehalten. Zweifelt ein Passagier an den Fähigkeiten des Kapitäns, so kann er in der Stadt, in der das Luftschiff noch steht, aussteigen. Er nimmt sich dort einen Schatz von einem verdeckten Stapel mit Schätzen und legt ihn verdeckt vor sich ab, nachdem er sich vorher den Wert des Schatzes angeschaut hat. Glaubt ein Passagier, dass die Reise weitergeht, weil er auf wertvollere Schätze hofft, sagt er das ebenfalls und bleibt im Schiff. Dann muss der Kapitän bekannt geben, ob er das Hindernis überwinden kann. Schafft er es, geht die Reise in die nächste Stadt weiter. Schafft er es nicht, stürzt das Luftschiff ab. Passagiere und Kapitän erhalten dann keinen Schatz, sondern gehen leer aus. Anschließend wird das Luftschiff zurück auf die erste Stadt gestellt und alle Passagiere steigen wieder ein. Jeder Spieler zieht eine neue Ausrüstungskarte vom Nachziehstapel. Egal, ob das Luftschiff abstürzt oder die Reise weitergeht, der Kapitän wechselt jetzt und der nächste Spieler übernimmt diese Rolle. Ein Kapitän selbst kann nach alter Tradition übrigens nur dann das Schiff verlassen, wenn keine Passagiere mehr an Bord sind. Wenn ein Spieler Schätze im Gesamtwert von 50 erreicht hat, muss er das zu Beginn einer Reise bekannt geben. Dann wird diese Reise noch zu Ende gespielt. Wer jetzt in der Summe die wertvollsten Schätze hat, gewinnt.

Einschätzung
„Celestia“ ist ein schönes Spiel und das trifft zunächst einmal auf die phantasievolle Grafik und das wunderschön gestaltete Luftschiff zu. Aber auch beim Spielprinzip und der Spielfreude kann „Celestia“ überzeugen! Die Spannung ist jederzeit da, ob die Reise denn nun weitergeht oder nicht. Dabei ist das Glücks- oder Zufallselement der Würfel nur eine Seite. Vielmehr gilt es taktisch zu überlegen und Entscheidungen zu treffen. Wie viele Karten haben die anderen Spieler noch in der Hand? Welche Hindernisse mussten schon überwunden werden? Welche Hindernisse könnte ich bewältigen, wenn ich als Kapitän an die Reihe komme? All diese Gesichtspunkte gilt es bei der Entscheidung zu bedenken, ob man aussteigt oder weiter mitfährt! Zusätzliche Würze und Überraschung bringen noch Aktionskarten ins Spiel, die die Fahrt maßgeblich beeinflussen können. „Celestia“ spielt sich je nach Spieleranzahl völlig verschieden, ob nur zwei oder fünf Passagiere dabei sind, macht einen gewaltigen Unterschied! Aber Spaß macht „Celestia“ in jeder Spieleranzahl, denn die Spieldauer zieht sich auch bei Vollbesetzung nicht in die Länge. So ist „Celestia“ ein richtig gut gelungenes Familienspiel.

„Celestia“
Autor: Aaron Weissblum
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Für 2 – 6 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

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