Da bockt der Bär

© Zoch-Verlag

Immer häufiger tauchen unter den Namen von bekannten und weniger bekannten Spiele-Autoren inzwischen Namen auf, die ganz offensichtlich nicht nur für eine Person stehen. Hinter Trehgrannik zum Beispiel stehen drei russische Spieleentwickler, die unter anderem „Natives“ (Kosmos) veröffentlicht haben. Hinter Prospero Hall oder Wonder Forge stehen Teams von Spieleentwicklern aus den USA. Von ihnen stammt unter anderem „Villainous“ (Ravensburger). Mir noch völlig unbekannt waren die Treo Game Designers. Hinter diesem Namen stehen die drei israelischen Spieleentwickler Yehuda Mualem, Yair Avraham und Uzi Avraham Goldberg. Von ihnen stammt das letztes Jahr bei HUCH! erschienene „Super Wash“. In diesem Jahr ist beim Münchner Zoch Verlag ihr Spiel „Da bockt der Bär“ herausgekommen. Ein Spiel für Kinder ab fünf Jahren.

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Wie funktioniert es?
„Da bockt der Bär“ ist vom Prinzip her ein simples Laufspiel. Auf der einen Seite des Spielbretts geht es klassisch los und mit seiner Spielfigur läuft jeder Spieler eine vorgegebene Strecke auf dem Spielbrett, um dann möglichst am anderen Ende der Wegstrecke als erster anzukommen. Zwar ist die Form des Spielbretts bei „Da bockt der Bär“ sehr außergewöhnlich. Aber am Spielprinzip ändert der die Form nichts. Die Wegstrecke geht mit einzelnen Feldern im Zickzack-Kurs über das Spielbrett. Dabei gibt es auf jedem Feld eine Blaubeere. Auf etlichen Feldern sind zudem Kohlköpfe zu sehen. Eher selten sind Maiskolben auf den Feldern zu erspähen. Wer aufmerksam ist, dem fällt auf, dass die Form des Spielbretts der Form der Spielfiguren entspricht.

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Durch diese besondere Form können die Spielfiguren der Spieler auf drei Seiten gedreht werden. Je nachdem ist die Spielfigur dann eine Maus, eine Ziege oder ein Bär. Entsprechend des Tiers, das die Spielfigur gerade ist, kann der Spieler mit dem für dieses Tier passenden Würfel werfen. Die Maus kommt natürlich nicht so schnell voran wie die Ziege. Die wiederum ist nicht so schnell wie der Bär. Doch es gibt nicht nur die Würfel für die verschiedenen Tiere zur Fortbewegung, sondern auch Karten und eine Drehscheibe. Sie bestimmen, ob die Spielfigur bis zur nächsten Blaubeere, zu Kohl oder Mais laufen darf.

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Sie verändern aber auch die Tierart der Spielfigur. So wird zum Beispiel aus dem Bär eine Maus oder aus der Ziege ein Bär. Die Karten werden in jeder Runde von einem verdeckten Stapel gezogen. Jeder Spieler erhält eine Karte. Doch das muss nicht zwangsläufig die Karte sein, die er in dieser Runde auch ausspielen wird. Beginnend mit dem Startspieler (der jede Runde wechselt) entscheidet jeder Spieler, ob er die Karte selber behalten oder einem anderen Spieler geben will. Ein Spieler, der so schon eine Karte bekommen hat, kann keine zweite Karte erhalten. So dass am Ende des Verteilens jeder Spieler wieder über genau eine Karte verfügt.

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Wiederrum beginnend beim Startspieler legt jeder Spieler seine Karte offen vor sich und führt sie aus. Dazu kommt dann in der Regel noch der Würfelwurf mit dem entsprechenden Würfel. Eine Karte erlaubt aber auch die Benutzung der Drehscheibe, die mehrere Möglichkeiten bietet, um voran zu kommen. Wer die leichtere Variante von „Da bockt der Bär“ spielen will, der lässt die Karten weg und spielt nur mit den Würfeln und der Drehscheibe.

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Einschätzung
„Da bockt der Bär“ ist ein sehr schön gestaltetes Spiel mit tollem Material. Es macht richtig Spaß, vor allem auch Kindern. Bei der Altersangabe des Verlags „Ab fünf Jahren“ bin ich aber kritisch. Das kluge und vorausschauende Verteilen der Karten bekommen Kinder hin, die öfter spielen. Ich habe festgestellt, dass Sechsjährige schon mit der leichteren Variante genug herausgefordert waren. Man kann natürlich auch mit der leichteren Variante beginnen und später, nach ein paar Partien, die Karten dazu nehmen. Durch die Karten kommt eben noch eine taktische Seite hinzu, die dem Spiel noch mehr Tiefe und Reiz verleiht.

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Die Karten erfordern deutlich mehr Überlegung. Dadurch ist das Spiel aber auch noch für ältere Kinder, bis zehn Jahre, interessant. Und natürlich müssen die Kinder damit umgehen können oder es lernen, dass sie auf den letzten Feldern noch überholt werden. Ein gewisses Frustniveau wird schon erreicht, wenn der sicher geglaubte Sieg den Bach runtergeht, weil die Würfel nicht glücklich fielen. Auch als Familienspiel konnte mich „Da bockt der Bär“ überzeugen. Ein wirklich sehr gelungenes Kinderspiel, das ich rundum empfehlen kann.

„Da bockt der Bär“
Autor: Treo Game Designers
Verlag: Zoch
Für 2 – 5 Spieler
Ab 5 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 20 Euro

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