Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel

© Office Dog / Asmodee

Ich gebe es offen zu, dass ich ein sehr großer Fan der Werke von J.R.R. Tolkien bin. Die Welt von Mittelerde begeistert mich seit meiner Jugend. Und ich freue mich immer wieder, wenn neue Spiele herauskommen, die sich zum Ziel gesetzt haben, dieses Meisterwerk der Fantasyliteratur spielerisch umzusetzen. Inzwischen sind „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ in unzähligen Spielen verewigt. Eins der neuesten ist „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel“. Es ist das zweite Spiel von Autor Bryan Bornmueller das im Verlag Office Dog erschienen ist, nach „Der Herr der Ringe – Die Gefährten – Das Stichspiel“. Die Titel machen deutlich, dass die Spiele der Romantrilogie folgen und in absehbarer Zeit ein drittes Spiel mit dem Titel „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs – Das Stichspiel“ zu erwarten ist.

Wie schon im Spiel zum ersten Buch der Trilogie ist es wieder unsere gemeinsame Aufgabe Stiche so zu machen, dass wir Vorgaben auf Charakterkarten erfüllen. Doch je weiter wir in Mittelerde kommen, umso schwieriger werden die Herausforderungen.

Wie funktioniert es?

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„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel” ist ein kooperatives Kartenspiel, in dem es darum geht, gemeinsam so Karten auszuspielen, dass jede Person die Stiche macht, die sie für die Charakterkarte benötigt, die sie in einer Runde vor sich liegen hat. Dabei folgt das Spiel der Handlung des zweiten Teils der Romantrilogie „Der Herr der Ringe“. Das geschieht eher in groben Zügen, aber dennoch sehr deutlich erkennbar und thematisch eng an der Romanhandlung angelehnt. Wir setzen an der Stelle ein, wo die Ringgemeinschaft auseinanderbricht und sich die Handlung in zwei Stränge teilt. Während der Roman zwischen den beiden Erzählsträngen beständig wechselt, handelt das Spiel zunächst den einen Strang ab und nimmt sich in einem zweiten Teil dann des zweiten Erzählstrangs an. Wobei auch das Spiel, wie der Roman in Kapiteln voranschreitet.
Der Kern des Spiels sind Charakterkarten, die den Charakteren im Roman entsprechen. Je nachdem welches Kapitel des Romans wir nachspielen, kommen nur bestimmte Charakterkarten zum Einsatz. Außerdem ist auch die Anzahl der Personen, die mitspielen dafür entscheidend, welche Charaktere ins Spiel kommen. Jede dieser Charakterkarten hat eine andere Bedingung, die sie zu erfüllen hat. So fordert die Legolas-Charakterkarte, dass die Person, die diese Karte hat, möglichst viele Waldkarten durch Stiche gewinnt. Die Karte von Aragorn besagt, dass die Person, die Aragorn hat, gemeinsam mit einer bestimmten anderen Person am Ende des Kapitels die meisten Stiche haben muss.

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Haben alle Charaktere in der Gruppe ihre Bedingungen erfüllt, dann haben wir gemeinsam gewonnen.
Zum Spiel gehören 32 Karten, mit den Werten eins bis acht, in vier verschiedenen Farben. Dazu kommen noch einige Spezialkarten. Die Karten werden gemischt und verteilt und dann entscheiden wir uns, nachdem wir unsere Karten gesehen haben, dafür, welchen Charakter wir spielen wollen. Wir können nach Vorgabe der gewählten Karten noch verdeckt Karten untereinander tauschen. Dann müssen wir versuchen, die Bedingungen des jeweiligen Kapitels und der Charakterkarten zu meistern!

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Und diese Aufgaben folgen eben der Geschichte der Romanvorlage. Das ist schon sehr gut gemacht. Wir dürfen nicht miteinander reden, wer welche Karten hat, aber wir dürfen uns über unsere grundsätzliche Taktik beraten und austauschen, weil wir sehen, wer welchen Charakter gewählt hat und welche Aufgaben das mit sich bringt. Beim Spielen der Karten gelten im Wesentlichen die üblichen Regeln eines Stichspiels. Diese Regeln können jedoch auch in Kapiteln verändert und aufgehoben werden.

Schaffen wir alle Aufgaben eines Kapitels und die Bedingung für jede Charakterkarte wurde erfüllt, dann dürfen wir das nächste Kapitel in Angriff nehmen, ansonsten müssen wir es eben noch einmal probieren. Und so folgen wir der Geschichte aus dem Roman.

Einschätzung

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„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel“ hat mich völlig überzeugt, und das nicht nur, weil ich ein Herr der Ringe Fan bin. Ich habe es mit Leuten gespielt, die nicht so in der Welt von Mittelerde drin sind und denen hat es auch gefallen. Völlig neu ist die Spielidee, so ehrlich muss man sein, zwar nicht, aber die Verbindung eines herausfordernden Stichspiels und der Geschichte, die dem einen Rahmen gibt, ist hier einfach sehr gut gelungen. Das ist alles sehr stimmig und stimmungsvoll. Was auch an den interessanten Illustrationen von Elaine Ryan und Sam Shimota liegt, die einen besonderen Flair entfalten.

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Da die Anforderungen von Kapitel zu Kapitel schwerer werden, hat man eine schöne Lernkurve. Ich bin erstaunt, welche neuen Variationen an Siegbedingungen man doch finden kann und jedes Kapitel dadurch immer wieder auch anders wird. Bei manchen Kapiteln muss man auch erst einmal überlegen, wie genau die Karten hier ausgespielt werden sollen, etwa, wenn man im Fangornwald auf die Ents trifft, bei denen alles ein wenig langsamer abläuft. Es ist übrigens keineswegs so, dass man das Spiel an einem Abend durchspielen kann. Am besten sucht man sich eine feste Gruppe und trifft sich regelmäßig. „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel“ ist für alle Fans von Tolkien und seiner Welt ein Muss und für Menschen, die kooperative Stichspiele mögen auch.

„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme – Das Stichspiel“
Autor: Bryan Bornmueller
Illustration: Elaine Ryan, Sam Shimota
Verlag: Office Dog / Asmodee
Für 1 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 25 Euro

 

 

 

 

 

 

 

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