Die Abenteuer des Robin Hood

© Kosmos Verlag

Die Geschichte von Robin Hood gehört zu den legendären Werken der Literatur, die schon unzählige Male verfilmt wurde. Auch in Spielen wurde der Mann aus dem Sherwood Forest schon verewigt. Zuletzt hat das jetzt Michael Menzel in seinem Spiel „Die Abenteuer des Robin Hood“ getan und wurde damit für das Spiel des Jahres 2021 nominiert.

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Wie funktioniert es?
Wir tauchen ein in die Welt des Robin Hood und befinden uns damit im Jahr 1193 in der Grafschaft Nottingham in England. Wir schlüpfen in die Rollen von Robin Hood und seinen Gefährten Little John, Maid Marian und Will Scarlet. Gemeinsam müssen wir Abenteuer bestehen und gegen die üblichen Verdächtigen antreten: allen voran natürlich dem Sheriff von Nottingham. Dafür haben wir einen sehr großen Spielplan, der aus acht Teilen wie ein Puzzle zusammengesetzt wird. Darauf zu sehen ist der Sherwood Forest, das Dorf Nottingham und die dazugehörige Burg. Der Spielplan sieht aus wie ein Adventskalender, denn überall auf dem Spielplan gibt es Türchen mit Zahlen, die wir öffnen können. Außerdem liegt dem Spiel noch ein recht dickes braunes Buch bei, das uns durchs Spielgeschehen begleitet. Das sind jedoch nicht die Spielregeln; die befinden sich auf einem Starter-Blatt und dort wird uns lediglich erklärt, wie wir unsere Figuren auf dem Spielplan bewegen können. Das ist alles, was wir zunächst als Regeln mit auf den Weg bekommen.

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Und die Bewegung ist der Clou: Wir können unsere Spielfiguren völlig frei überall hinbewegen, wie wir wollen. Natürlich gibt es gewisse Grenzen. Über Mauern kann ich nicht gehen oder hohe Felsen. Aber ansonsten gibt es keine vorgegebenen Wege, die ich beschreiten muss. Für die freie Bewegung meiner Figur habe ich mehrere Typen meiner Figur mit unterschiedlich langen Standfüßen, die ich aneinanderreihen kann, um so eine bestimmte Zugweite zu erreichen. Das ist sehr clever gelöst. Am Ende des kurzen Starterblatts steht auf welcher Seite in dem erwähnten Buch wir starten sollen. Dort erfahren wir die Hintergrundgeschichte und was unsere Aufgabe ist.

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Und auch wie es weitergeht und was an den einzelnen Orten geschieht erfahren wir dort. Ein paar Gegenstände werden auch noch erklärt. Nachdem wir die Hintergrundgeschichte und die Aufgabe kennen, geht es los und wir bewegen uns. Was dann weiter geschieht, steht eben auch alles in dem braunen Buch. Denn die Nummern auf den Türchen auf dem Spielplan verweisen auf die Seite im Buch, die zu lesen ist. Also je nachdem wo ich hingehe, geschieht etwas anderes. So führen wir Gespräche mit den Menschen im Dorf. Oder müssen uns gegen Angriffe unserer Gegner wehren. Ereignisse und Aktionen der Gegner werden übrigens durch das zufällige Ziehen von farbigen Scheiben und Würfeln aus einem Beutel gesteuert. So ist eben nicht vorhersehbar, was da kommt. Und übrigens ist es nicht sicher, dass wir gewinnen. Scheitern ist möglich.

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Einschätzung
Autor Michael Menzel hat schon vor fast zehn Jahren mit seinem Spiel „Die Legenden von Andor“ gezeigt, wie schnell man in ein Spiel einsteigen kann und während des Spiels dann nach und nach die Regeln lernt; hier ist es genauso. Das ist sehr elegant gelöst. Der Bewegungsmechanismus ist klasse. Das ermöglicht eine unglaublich freie Bewegung. Die Story ist großartig, das Material sowieso. Das rechtfertig meiner Meinung auch den Preis von 50 Euro. Genial ist auch, dass, wenn wir scheitern sollten, dass wir dann beim nächsten Mal eine andere Geschichte erleben. Da hat sich definitiv jemand viele Gedanken gemacht.

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„Die Abenteuer des Robin Hood“ ist natürlich sehr Story-lastig. Also fast mehr Abenteuergeschichte als Spiel. Und dennoch funktioniert es für mich, weil ich wirklich reingenommen werde in dieses Abenteuer. Und ich will dann auch weiterspielen. Denn es geht über mehrere Abenteuer. Also, bei dem Spiel wurde alles richtig gemacht. Ich kann es nur von Herzen empfehlen. Zu Recht ist es unter die besten drei Spiele dieses Jahrgangs gekommen.

„Die Abenteuer des Robin Hood“
Autor: Michael Menzel
Verlag: Kosmos
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 50 Euro

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