Die glorreichen Gilden von Buttonville

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Ein Déjà-vu ist laut Wikipedia eine „Erinnerungstäuschung“ bei der „eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben. Dabei scheinen – trotz eines starken Erinnerungsgefühls – Zeit, Ort und Kontext der „früheren“ Erfahrung ungewiss oder unmöglich“. Ein wenig landläufiger meint ein Déjà-vu aber einfach, dass ich eine Sache so oder so ähnlich doch schon mal wo gesehen habe. Und genau dieses Gefühl hatte ich beim Öffnen der Schachtel von „Die glorreichen Gilden von Buttonville“ von Christian Kudahl und Erik Andersson Sundén. Ich wurde nämlich unwillkürlich an „Dominion“ erinnert. Wie bei dem Spiel des Jahres 2009 sind bei „Buttonville“ Karten fein säuberlich in der Schachtel mit einem festen Platz einsortiert. Es gibt von jeder Karte mehrere Exemplare und es kommen nie alle verfügbaren Kartensets ins Spiel. Doch nach dieser optischen Übereinstimmung in der Schachtel endet dann auch schon das Déjà-vu. Denn während „Dominion“ ein Deckbuilder ist, handelt es sich bei „Die glorreichen Gilden von Buttonville“, das bei Ravensburger erschienen ist, um ein Set-Collection-Spiel. Allerdings hätte das Spiel dafür auch einen völlig anderen Namen tragen können. Der ist doch recht beliebig. Das Spiel ist es jedoch nicht.

Wie funktioniert es?

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Bei „Die glorreichen Gilden von Buttonville“ gibt es 25 verschiedene Charakter-Karten, die in mehrere Gilden eingeteilt sind. Jeden Charakter, gibt es zwölf Mal. Wir verwenden nun aber keinesfalls alle 300 Karten des Spiels, sondern wir suchen uns aus den 25 Kartensets neun Stück aus. Dafür gibt es in der Spielanleitung konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Wir mischen alle ausgewählten Charakter-Karten und alle bekommen je vier Karten zufällig ausgeteilt. Fünf Karten werden in eine offene Auslage gelegt.

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Es wird ein Nachzielstapel gebildet. Die untersten 20 Karten dieses Stapels werden um 90 Grad gedreht. Wird im Laufe des Spiels dieser Bereich des Nachziehstapels erreicht, dann wird das Ende des Spiels eingeläutet. Dann bekommen alle noch je zwei Knöpfe. Damit wäre die Spielvorbereitung beendet und es kann losgehen.

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Bin ich am Zug muss ich zunächst zwei Karten aus der offenen Auslage, bzw. vom Nachziehstapel nehmen. Dabei wird die offene Auslage immer sofort aufgefüllt, wenn eine Karte genommen wurde.

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Anschließend darf ich ein Set einer Charakterkarte ausspielen. Ein Set kann aus mehreren oder auch nur aus einer einzelnen Karte eines Charakters bestehen. Am Ende schaue ich, ob ich das Handkartenlimit von sieben Charakterkarten auf meiner Hand überschreite, dann muss ich Karten ablegen. Außerdem darf ich von jedem Charakter nur ein Set ausliegen haben. Habe ich zwei, muss ich eins ablegen. Das war’s. Dann ist die nächste Person am Zug.
Interessant wird „Buttonville“ durch einen individuellen Effekt, den jeder Charakter besitzt. Dieser Effekt wird in der Regel beim Ausspielen des entsprechenden Charakters ausgelöst. Dabei ist es bei den meisten Charakterkarten unerheblich, wie viele Karten dieses Charakters ich auf einmal als Set ausspiele. Der Effekt bleibt gleich.

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Bei anderen Charakterkarten ist es dagegen sehr wohl von Bedeutung, wie viele Karten dieses Charakters ich auf einmal als Set auslege. Der Effekt wird dadurch überhaupt erst ausgelöst, wie bei „Marty“ dem Zeitreisenden oder wird stärker wie bei „Buddy“ dem Buddler. Die beste Kombination an Effekten zu finden, ist die strategische Herausforderung.

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Die Effekte im richtigen Moment zu nutzen, die taktische. Herausfordernd wird es auch dadurch, dass es nicht erlaubt ist, eine Charakterkarte einfach an ein schon bestehendes Set dieses Charakters anzulegen. Also muss ich mir überlegen, wie ich wann welche Karte einsetze. Eine reizvolle Aufgabe. Sie endet, wenn der Nachziehstapel bis zur anfangs markierten Stelle geleert wurde. Dann wird eine letzte Runde gespielt und abschließend geschaut, wer durch Kartensets – je mehr Karten in einem Set, umso mehr Punkte – und gesammelte Knöpfe, die meisten Punkte erzielen konnte.

Einschätzung

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Das Spielprinzip von „Buttonville“ ist sehr schnell verstanden. Nimm zwei Karten und spiele ein Karten-Set aus. Und auch das Ziel ist klar: versuche am Ende möglichst viele Karten gleicher Art, also eines Kartensets, ausliegen zu haben und das bei so vielen verschiedenen Kartensets wie möglich! Um das zu schaffen, nutze ich die Effekte der Karten. Manche Karten sind da attraktiver als andere. Und da die Zahl der Karten pro Set auf zwölf beschränkt ist, muss ich eben schauen, wie ich genug der guten Karten abbekomme; oder ich muss schauen, wie ich die Karten, an die ich kommen kann, möglichst effizient nutze. Wichtig ist dafür alle Karten in ihrer Wirkweise richtig zu verstehen; dafür ist ein Blick auf die Rückseite der Spielanleitung oder auf die Spielhilfe wichtig. Dort werden alle Begriffe erklärt. So gibt es einen Unterschied zwischen „eine Karte nehmen“ und „eine Karte ziehen“. Die meisten Karten sind aber grundsätzlich leicht zu verstehen.
Schön finde ich, dass es so viele unterschiedliche Kartensets gibt. So sind bei neuen Partien immer wieder andere Kombinationen möglich und es wird nicht eintönig. Positiv schlägt bei mir auch die witzige Gestaltung der Karten zu Buche und die schön aufgeräumte Schachtel und die kurze Spieldauer. Es gibt Kleinigkeiten, die nicht ganz so ideal gelöst sind. Aber eben nur Kleinigkeiten. Was für mich aber völlig hätte wegfallen können, ist die doch ziemlich an den Haaren herbeigezogene Hintergrundgeschichte.

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Wir sollen eine ansonsten leere Stadt mit Leben füllen. Warum ist die Stadt leer und inwiefern haben die Effekte der Charakterkarten damit etwas zu tun, dass wir die Stadt füllen? Gut, dass das Spiel wesentlich besser ist als diese dünne Story.
Insgesamt ist „Die glorreichen Gilden von Buttonville“ ein gutes Familienspiel, das problemlos auch von Menschen gemeistert werden kann, die nicht so oft spielen.

„Die glorreichen Gilden von Buttonville“
Autor: Christian Kudahl und Erik Andersson Sundén
Illustration: Matt Owen
Verlag: Ravensburger
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 25 Euro

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