
Mitte Juli wird in Berlin regelmäßig gezittert, denn dann verkündet die Spiel des Jahres Jury die Gewinner bei der weltweit ältesten und renommiertesten Auszeichnung für Gesellschaftsspiele. Den Hauptpreis „Spiel des Jahres“ hat in diesem Jahr das Spiel „Dito!“ gewonnen. Bei dem Wortspiel des indonesischen Autors Martin Ang, das bei Game Factory erschienen ist, gilt es zu erahnen, was andere wohl auf Fragen, die der gesamten Gruppe gestellt werden, geantwortet haben. Ein Spiel, dass die wichtigsten Kriterien der Spiel des Jahres Jury erfüllt. „Dito!“ hat einen leichten Einstieg, macht viel Spaß und ist für Menschen jeden Alters geeignet.
Wie funktioniert es?
Bei dem Wortspiel „Dito!“ können drei bis sieben Leute mitspielen und versuchen, jeder und jede für sich, möglichst viele Punkte zu holen, indem sie Wörter in Felder eintragen, die andere hoffentlich auch aufgeschrieben haben.
Zu Beginn bekommen alle zunächst einen abwischbaren Stift und ein eigenes Tableau, das neun Felder in einem Raster von drei mal drei zeigt. Drei Zeilen von rechts nach links und drei Spalten von oben nach unten. Am Rand der drei Zeilen und Spalten gibt es auch Zahlen von eins bis drei. Das sind Punkte, die ich in der entsprechenden Zeile und Spalte erreichen kann. Oben rechts ist das wertvollste Feld. Dann werden Kategorien gewählt.

Denn der Kern von „Dito“ sind 200 Kategorienkarten. Dabei meint Kategorie einfach eine Frage. Zum Beispiel: Was ist typisch deutsch? In einer Runde „Dito“ bekommen wir drei solcher Fragen gestellt. Da „Dito!“ über drei Runden geht, gibt es insgesamt neun Fragen zu beantworten. Fragen können zum Beispiel sein: „Was mögen Kinder nicht gerne essen?“, „Woran riechst Du, bevor Du es kaufst?“ und „An was denken Menschen, wenn sie an London denken?“ Zu den drei Fragen einer Runde müssen alle geheim jeweils drei Antworten in die Felder ihres Rasters eintragen. Dabei müssen meine Antworten auf die Fragen drei unterschiedliche sein. Also bei typisch deutsch darf ich nicht dreimal Kartoffel schreiben oder dreimal Bürokratie. Aber Kartoffel, Bürokratie und Autobahn wären drei denkbare Worte, die ich eintragen kann. Wichtig ist dabei eben, dass die anderen nicht sehen, was ich bei mir aufschreibe. Nachdem alle für alle drei Fragen einer Runde ihre Antworten aufgeschrieben haben, kommt die Wertung.

Ich erhalte Punkte, wenn meine Antworten mit den Antworten von anderen übereinstimmen. Dazu lesen reihum alle je eine ihrer Antworten vor. Sagen dann mehrere Leute „Dito!“, weil sie diese Antwort auch aufgeschrieben haben, dann kreisen alle dieses Wort bei sich in dem entsprechenden Feld ein. Das gibt am Ende einen Punkt. Hat genau eine andere Person das gleiche Wort wie ich, dann gibt es noch einen Stern. Der zählt zwei Extrapunkte. Gibt es keine andere Person, die meine Antwort auch aufgeschrieben hat, gibt es auch keine Punkte für mich. Zusätzlich gibt es Punkte, wenn ich eine Zeile oder Spalte in meinem Raster komplett mit umkreisten Feldern gefüllt habe. Dabei gibt es Zeilen und Spalten, die wertvoller sind. Wie gesagt wird „Dito“ über drei Runden gespielt. Am Ende jeder Runde wird das Rundenergebnis notiert und die anderen Punkte und Worte im Raster wieder weggewischt. Es gewinnt, wer am Ende der drei Runden die meisten Punkte hat.

Einschätzung
„Dito!“ macht sehr viel Spaß! Es hat einfache Regeln und ist in den unterschiedlichsten Spielegruppen gut spielbar. Dabei ist es auch egal, ob sich die Leute schon gut kennen oder auch nicht. Ich lerne Menschen bei diesem Spiel jedenfalls kennen. Und manchmal ist man überrascht, was Leute für typisch deutsch halten oder mit London assoziieren oder woran die riechen, bevor sie es kaufen. Das führt zu interessanten Gesprächen. Ich kann „Dito!“ taktisch spielen, um möglichst viele Punkte zu holen und versuchen abzuschätzen, was wohl sicher viele Menschen antworten oder aber, ich spiele es, um Spaß zu haben. Da ist „Dito!“ dann eigentlich schon fast ein Partyspiel! Die Wertung am Ende ist dann im Grunde gar nicht wichtig. Das Spiel selbst ist der Gewinn und die Freude liegt nicht im Sieg, sondern in der Gemeinschaft und den Spaß, die man hat.
„Dito!“
Autor: Martin Ang
Illustration: UNTAI Studio Surabaya
Verlag: Game Factory
Für 3 – 7 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 28 Euro
