Echoes

© Ravensburger Verlag

Seit einigen Jahren halten sich inzwischen schon Rätselspiele ganz oben im Ranking der beliebtesten Gesellschaftsspiele. Dabei kann grob zwischen Exit- und Krimispielen unterschieden werden. Auch die Spiele aus der Reihe „Echoes“ aus dem Hause Ravensburger lassen sich in letztere Kategorie einordnen, wobei es nicht immer um wirkliche Kriminalfälle geht. Vielmehr sind es Ereignisse aus der Vergangenheit, die einen akustischen Nachhall haben. Daher auch der Name „Echoes“. Der Verlag selbst spricht von einem „Audio Mystery Game“; was es sicher sehr gut trifft. Das besondere dieser Reihe ist eben, dass die Hinweise zum Lösen des Rätsels als Hörspielschnipsel daherkommen, die in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Für die neuartige Idee wurde die Reihe jetzt mit dem ToyAward ausgezeichnet.

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Wie funktioniert es?
Jedes der vier bisher erschienenen „Echoes“-Spiele besteht aus sechs Objekt-Plättchen und 18 Objekt-Karten. Und diese 24 Bestandteile des Spiels erzählen eine Geschichte. Die müssen wir gemeinsam enträtseln. Je drei Objekt-Karten sind einem Objekt auf einem Plättchen zugeordnet. Die Zuordnung müssen wir herausfinden. Und auch die zeitliche Reihenfolge. Welcher Teil der Geschichte wird mit welchem Objekt erzählt. Wir müssen alle Objekte – also jeden Teil der Geschichte – in die richtige Reihenfolge bringen.

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Dann haben wir die komplette Geschichte entwirrt und das Rätsel gelöst. Zum Spiel gehört eine App, ohne die das Spiel nicht möglich ist. Wir benötigen also ein Smartphone, um „Echoes“ spielen zu können. Mit dem Smartphone scannen wir ein Objekt – auf einem Plättchen oder einer Karte – ein und dann gibt es einen kurzen Sound- oder Hörspielschnipsel zu hören. Manche sind nur kurz und recht undifferenziert, andere dagegen länger, mit mehr Inhalt. Jeden Schnipsel müssen wir in den Gesamtkontext der Geschichte einordnen. Was haben wir da gehört? Was für eine Geschichte könnte dahinterstecken und wo in der Geschichte gehört dieser Schnipsel hin? Und dann scannen wir das nächste Objekt ein und versuchen das alles in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen.

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Um die Übersicht nicht zu verlieren, gibt es eine Hilfestellung, wenn wir in der leichteren Variante von „Echoes“ spielen wollen. Zu Beginn des Spiels werden für die leichtere Variante die 18 Objekt-Karten in zwei Hälften geteilt. Dafür sind neun der Objekt-Karten markiert. Diese kommen zunächst zur Seite. Die übrigen neun Karten werden ausgelegt. In der schwierigeren Variante kommen alle 18 Karten sofort ins Spiel. Dazu kommen bei jeder Variante alle sechs Objekt-Plättchen immer gleich ins Spiel. Wir wissen, dass jeweils drei Karten einem Plättchen zuzuordnen sind. Dabei ist es hilfreich auch schon einmal zu schauen, was auf den Karten und Plättchen zu sehen ist.

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Manchmal gibt das schon einen Hinweis darauf, wo ein Zusammenhang bestehen könnte. Dann wird eben gescannt und gehört. Dann versuchen wir alle das Gehörte in eine Reihenfolge zu bringen. Dabei geht es zunächst immer erst einmal darum drei Karten einem Plättchen zuzuordnen. Gelingt das schon einmal, dann entwickelt sich das Gesamtbild. Die App dient dann auch dazu, die korrekte Zuordnung der Karten zu den Plättchen und die zeitlich richtige Reihenfolge zu überprüfen. Nachdem die ersten neun Karten drei Plättchen zugeordnet wurden, werden neun weitere Karten ausgelegt, die nun den drei übrigen Plättchen zuzuordnen sind. Ist auch das gelungen, müssen wir die sechs Plättchen noch in die korrekte Reihenfolge bringen und einscannen. Dann wird die komplette Geschichte erzählt und aufgelöst.

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Einschätzung
Eigentlich bin ich kein großer Freund von digitalen Medien in Brettspielen. Aber hier ist der Einsatz der App und des Smartphones einfach unumgänglich notwendig und sehr gut gelungen. Die technische Umsetzung funktioniert einwandfrei. Die Menüführung ist leicht und intuitiv. Die Atmosphäre stimmt. Jeder Soundschnipsel kann auch mehrfach angehört werden. Jedes Objekt kann beliebig oft gescannt werden. Wichtig sind eben das genaue Hinhören und Zuhören. Das fällt manchen Leuten schwer. Hier ist es dringend notwendig und schärft die Sinne! Im Kopf entsteht tatsächlich eine Geschichte. Es ist ein Hörspiel, das wir gemeinsam zusammenpuzzeln müssen.

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Die Idee gefällt mir. Die Geschichten haben wir spannend gefunden, aber nicht als zu anspruchsvoll. Sie sind locker in der angegeben Zeit zu schaffen. Wobei wir natürlich auch schon viel Erfahrung haben. Was fehlt ist eine Skala, die uns sagt, wie gut unsere Leistung letztlich war. Ein Scheitern ist eigentlich nicht möglich und ein Zeitlimit gibt es auch nicht. Dennoch haben uns die Aufgabenstellung und die zu lösenden Fälle bei der Stange gehalten und es war kurzweilig. „Echoes“ ist eher ein Erwachsenenspiel. Schon wegen der Fälle, um die es geht. Die Altersangabe 14 Jahre scheint dennoch sehr hochgegriffen. Ab zehn Jahren funktioniert das Spiel.

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Allerdings ist die Frage, was Eltern ihren Kindern zumuten wollen. Der Verlag hat sich sicher viele Gedanken wegen der Altersangabe gemacht und liegt durchaus richtig. Insgesamt sind die Spiele der „Echoes“-Reihe rätselhafte Hörspielschnipsel, die ich wirklich gelungen finde. Ich gehe davon aus und hoffe sehr, dass es noch weitere Fälle in der Reihe geben wird.

„Echoes“
Autor: Dave Neale / Matthew Dunstan
Verlag: Ravensburger
Für 1 – 6 Spieler
Ab 14 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 10 Euro

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