
„Sudoku“ ist eins der beliebtesten Logikrätsel weltweit. Keine Tageszeitung, in der es nicht mindestens ein „Sudoku“-Rätsel gibt. Sogar mehrere Weltmeisterschaften wurden schon ausgetragen. Ein Logikspiel mit Zahlen ist auch „Got Five!“ vom Verlag Blue Orange (Vertrieb Asmodee). Das Spiel von Autor Yoann Levet ist aber wesentlich bunter und unterhaltsamer als die Zeitungsrätsel es sind und es richtet sich vor allem an Familien. Es bietet die Gelegenheit mit Kindern logische Schlussfolgerungen zu lernen und dabei auch noch Spaß zu haben.
Wie funktioniert es?

Bei „Got Five“ haben wir 60 Zahlensteine in fünf verschiedenen Farben, die Steine sind nummeriert von 1-60 und jeder Zahlenstein kommt nur einmal im Spiel vor. Welcher Stein welche Zahl und welche Farbe hat, das sehen wir auf einer kleinen Tafel, von der alle eine haben und die wir hinter einen Sichtschirm legen.

Dabei gibt es immer einen Abstand von fünf Zahlen innerhalb einer Farbe. In Grün gibt es die Eins, die Sechs, die Elf, usw. Außerdem hat jeder Stein einen, zwei oder drei Punkte unter der Zahl. Die 60 Steine werden verdeckt gemischt und alle nehmen sich jeweils fünf Steine. Jeder Stein muss eine andere Farbe haben. Meine eigenen Steine darf ich mir nicht anschauen. Ich stelle sie in einer Reihe vor mir so auf, dass die Zahl auf den Steinen von allen anderen gesehen werden kann, aber nicht von mir. Und jetzt ist es meine Aufgabe, herauszufinden, welche Steine ich vor mir habe, ohne sie zu sehen und das vor allen anderen, das ist die Spielidee von „Got Five!“.

Zunächst einmal werden die Steine, die ich vor mir habe von einer der Personen, die meine Steine sehen können, in die richtige Reihenfolge der Zahlen gebracht. Links die niedrigste und rechts die höchste Zahl. Dabei hilft eine Pappleiste, in die die Steine gesetzt werden und die verhindert, dass die Steine umfallen oder verrutschen. Die Leiste lässt auch Zwischenräume zwischen den Steinen.

Dann werden fünf Steine in der Mitte aufgedeckt. Jetzt kann ich schon logisch Schlussfolgern, dass alle Zahlen, die ich bei allen anderen und in der Mitte sehen kann, nicht die Zahlen sein können, die ich vor mir habe. Diese Steine kann ich bei auf meiner Zahlenkarte schon durchstreichen. Was ich auf meiner Tafel markiere, kann von den anderen wegen des Sichtschirms nicht gesehen werden. Auf der Rückseite des Sichtschirms kann ich auch sehen, was ich in meinem Zug mache.

Bin ich am Zug, und das gilt für alle anderen auch, dann decke ich als erstes eine weitere Zahl in der Mitte auf. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Ich wähle einen offen liegenden Stein in der Mitte und bitte eine andere Person diesen Stein bei mir in die Reihe einzuordnen. Daraus kann ich dann ebenfalls schlussfolgern, welche Steine bei mir nicht liegen können.

Oder ich wähle einen offenen Stein, stelle ihn auf einen meiner Steine und frage, ob beide Steine die gleiche Anzahl an Punkten haben. Auch das gibt mir einen Hinweis, welcher Stein bei mir sein könnte. Dann ist die nächste Person an der Reihe. Mein Ziel ist es, als erstes alle fünf Steine vor mir benennen zu können, weil ich es aus allen anderen offenen Steinen logisch schlussfolgern, also deduzieren konnte. Wenn ich das geschafft habe, sage ich „Got Five!“ und nenne meine fünf Steine. Wenn es stimmt, habe ich gewonnen, wenn nicht, bin ich raus und alle anderen spielen weiter.
Einschätzung

„Got Five!“ hat seine ganz eigene Dynamik und macht auch richtig Spaß. Man muss dafür allerdings auch Deduktions-Spiele mögen. Es gibt Menschen, die können mit Spielen dieser Art gar nichts anfangen, weil ihnen abstrakte Schlussfolgerungen nicht liegen. Aber „Got Five!“ bietet die Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten in diesem Bereich auszubauen und zu trainieren. Logisches Denken kann man nämlich üben und dieses Spiel schafft dafür eine sehr unterhaltsame Gelegenheit und das ganz besonders für Familien! Mit Kindern, die den Zahlenraum bis 60 beherrschen, kann ich dieses Spiel schon spielen. Ich denke, dass ist auch die Zielgruppe, die der Verlag vor Augen hat.

Das Material ist schön, vor allem schön bunt, die Steine fühlen sich gut an und haben noch so lustige Augen. Die Regeln sind sehr einfach und werden noch zusätzlich auf dem Sichtschirm vor Augen gehalten. Dazu dauert eine Partie „Got Five!“ nicht lange. In einer viertel Stunde ist „Got Five!“ gespielt. Und dann will man es gleich noch einmal ausprobieren. Es bietet sich auch an als lockerer Einstieg in einen längeren Spieleabend. Weil es die grauen Hirnzellen schon mal auf Trab bringt.
„Got Five!“
Autor: Yoann Levet
Illustration:
Verlag: Blue Orange / Vertrieb: Asmodee
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 15 Minuten
Preis: 25 Euro
