L.A.M.A.

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Er war der Hingucker bei der diesjährigen Preisverleihung zum Spiel des Jahres in Berlin: Reiner Knizia. Mit seinem Spiel „L.A.M.A.“ hatte er es unter die drei für den Preis nominierten Spiele geschafft. Bei der Vorstellung der drei Spiele hüpfte der renommierte Spieleautor in einem sehr witzigen Kostüm auf die Bühne. Scheinbar auf einem Plüschlama sitzend im bunten Poncho winkte er fröhlich in die Runde, wie immer mit perfekt sitzender Fliege. Dass „L.A.M.A.“ am Ende nicht zum Spiel des Jahres wurde, wird Reiner Knizia verschmerzen können. Sehr gut ist das Spiel auf jeden Fall.

Wie funktioniert es?

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„L.A.M.A.“ ist ein Kartenspiel, bei dem es darum geht möglichst alle Karten von der Hand abzulegen. Karten, die ein Spieler am Ende einer Runde noch hat, bringen ihm Minuspunkte ein. Der Name des Spiels „L.A.M.A.“ steht deshalb auch als Kürzel für Lege Alle Minuspunkte Ab. Bei „L.A.M.A.“ gibt es Zahlenkarten von eins bis sechs, die auch farblich deutlich unterschieden sind, und die bunte Lama-Karte. Jede Karte ist genau acht Mal vorhanden. Zu Spielbeginn erhält jeder der bis zu sechs Spieler zufällig sechs Karten auf die Hand. Das Ablegen dieser Karten folgt sehr einfachen Regeln. Ein Spieler kann eine Karte dann ablegen, wenn ihr Wert gleich oder um genau eins höher ist, als der Wert der Karte, die zuletzt abgelegt wurde. Auf eine Drei passt also eine Drei oder eine Vier. Auf eine Sechs passt eine Sechs oder die Lama-Karte, auf die wiederum eine Eins gelegt werden kann. Kann oder will ein Spieler keine Karte ablegen, darf er alternativ auch eine Karte nachziehen oder er steigt aus der Runde aus. Das macht er dadurch deutlich, dass er seine verbliebenen Handkarten verdeckt vor sich ablegt. Sind bis auf einen Spieler alle anderen Spieler aus einer Runde ausgestiegen, darf dieser keine Karte mehr nachziehen.

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Eine Runde endet dann, wenn ein Spieler alle seine Handkarten abgelegt hat oder alle ausgestiegen sind. Jede Karte bringt dann ihren Zahlenwert als Minuspunkte. Dabei zählt aber jeder Zahlenwert und jede Lama-Karte nur einmal. Wer drei Vieren übrig hat bekommt dafür also nur vier Minuspunkte und nicht etwa Zwölf. Für eine Lama-Karte gibt es zehn Minuspunkte. Die Minuspunkte werden in Form von schwarzen und weißen Chips gezählt. Ein schwarzer Chip steht für zehn Minuspunkte, ein weißer Chip für einen Minuspunkt. Gelingt es einem Spieler in einer Runde alle seine Karten abzulegen, dann kann er einen seiner Minuspunktechips loswerden. Ob er dann einen weißen oder schwarzen Chip abgibt, ist dem Spieler selbst überlassen. Das Spiel endet, wenn ein Spieler 40 Minuspunkte oder mehr hat. Dann wird geschaut, wer insgesamt die wenigsten Minuspunkte hat.

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Einschätzung
„L.A.M.A.“ zählt zu den Spielen, die es mit einem Minimum an Regeln und Material schaffen eine enorme Sogwirkung zu entfalten. Es hat eine schöne Dynamik und sorgt für Emotionen am Tisch. Zudem dauern die einzelnen Partien nicht lange, was eine hohe Frequenz an Spielen möglich macht. Die Regeln von „L.A.M.A.“ sind denkbar einfach. Das Spiel ist reduziert auf das Wesentliche, wenn es ums Kartenablegen geht. Erinnert mich vom Spielgefühl an UNO. Wegen der einfachen Regeln und der Gestaltung der Karten ist „L.A.M.A.“ für ein breites Publikum und auch für Gruppen geeignet, die vielleicht auch nur selten Spielen. Dank der großen Zahlen und unterschiedlichen Farben der Karten kann man „L.A.M.A.“ auch fast bei kompletter Dunkelheit spielen. Hab ich ausprobiert. Sehr schön finde ich den Kniff mit den Minuspunktechips, die man auch wieder loswerden kann. Dadurch kann sich der Spielstand auch überraschend drehen und motiviert dazu, am Ball zu bleiben, auch wenn die ersten Runden nicht so gut gelaufen sind. Das gibt dem Spiel noch einen Extrakick. Dank seiner Einfachheit und Ausstattung ist „L.A.M.A.“ wirklich für jede Altersklasse – von Grundschulklasse bis Seniorengruppe – geeignet und bringt allen großen Spaß.

„L.A.M.A.“
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Amigo-Spiele
Für 2 – 6 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 8 Euro

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