Lost Cities – Roll & Write

© Kosmos Verlag

Star Wars, Game of Thrones, Die Marvel Superhelden. Da hat einer eine gute Idee gehabt und im Handumdrehen gibt es die Vorgeschichte, eine weitere Fortsetzung und zig Spin-Offs. Das gibt es bekanntermaßen auch bei Gesellschaftsspielen. Man denke nur an Carcassonne, Catan oder Alhambra. Noch nicht ganz so weit, aber auf dem Weg dorthin ist „Lost Cities“. Da gibt es neben dem Brettspiel auch das Kartenspiel, das Spiel für Zwei und eine Variante für die Reise. Nun kommt noch „Lost Cities – Roll & Write“ dazu. Der Name sagt es schon: Ein Roll & Write Spiel in der „Lost Cities“ Reihe. Das hat noch gefehlt.

 

Wie funktioniert es?
Wie bei allen „Lost Cities“ Spielen geht es auch hier darum auf Expeditionen zu gehen. Konkret heißt das: Ich bilde Zahlenreihen in bestimmten Farben.

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Dafür haben wir bei „Lost Cities – Roll & Write“ wenig überraschend einen Block, einen Stift und sechs Würfel zur Verfügung. Dabei sind drei der Würfel Farbwürfel, die drei anderen sind Zahlenwürfel mit den Werten 0 bis 9. Vom großen Block mit den Blättern fürs Spiel wird für jede Person, die mitmacht ein Blatt abgerissen und vor sie gelegt. Was ich nun sehe sind insgesamt acht Spalten, die jeweils aus neun Feldern bzw. Symbolen bestehen. Sechs dieser Spalten sind bunt. Ihre Farben entsprechen den sechs Farben, die auf den bereits erwähnten, drei Farbwürfeln vorkommen. Jede dieser Spalten kann ich jeweils mit bis zu neun Zahlen füllen. Bin ich am Zug, würfle ich alle sechs Würfel. Dann entscheide ich mich für eine Farbe und eine Zahl und trage in der entsprechenden Farbspalte die gewählte Zahl ein. Von den übrigen Würfeln dürfen sich alle anderen nun auch je einen Farb- und Zahlenwürfel aussuchen und bei sich entsprechend eintragen. Dabei sind nun bestimmte Regeln zu beachten. Wie bei allen Lost Cities Spielen geht es darum aufsteigende Zahlen in einer Farbe zu bekommen.

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Das heißt: In eine Farb-Spalte trage ich – aufsteigend von unten nach oben – gleiche oder höhere Zahlen ein. Die Zahlen müssen zwar nicht aufeinanderfolgend sein, ich darf aber natürlich auch kein Feld leer lassen. Kann oder will ich keine Zahl in eine der sechs Spalten eintragen, so lehne ich die Würfel ab. Auch dafür gibt es eine Spalte. Sie ist ganz rechts außen. Hier kreuze ich nun ebenfalls von unten nach oben Symbole ab. Bis zu einem gewissen Punkt ist es sogar gut zu verzichten, doch wenn ich den Punkt überschreite ist es wieder schlecht. Das sehe ich an kleinen Zahlenkästchen, die sich rechts und links neben den acht Spalten befinden. Die Zahlenkästchen rechts gelten für die Spalte der Vasen oder Artefakte (erkläre ich gleich noch) und die Spalte der abgelehnten Würfel. Die Zahlenkästchen links beziehen sich auf die entsprechende Zeile der Farbspalten. Dabei starte ich erst einmal im negativen Zahlenbereich und muss mich erst einmal in einen positiven Zahlenbereich vorarbeiten. Wenn ich so in jeder Farbspalte vorankomme, stoße ich auf Felder mit Symbolen.

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Da wären zunächst die Artefakte. Erreiche ich so ein Feld in einer beliebigen Farbspalte, kreuze ich in der Spalte der Artefakte das nächste Artefakt-Symbol an. Neben den Artefakten gibt es noch Felder mit Pfeilsymbolen in den Farbspalten. Stoße ich auf so ein Feld, darf ich sofort eine weitere Zahl in eine beliebige Farbspalte eintragen. Die Zahl muss natürlich regelkonform gleich oder höher sein als die letzte Zahl in dieser Spalte. Stoße ich dadurch wieder auf einen Pfeil kann eine Kettenreaktion ausgelöst werden. Im oberen Drittel des Blattes befinden sich in allen acht Spalten sogenannte Bonusbrücken. Wenn ich eine Brücke in einer Spalte als erster überschreite, dann bringt mir das 20 Bonuspunkte ein. Die bekommen auch alle Spieler, die mit mir in derselben Runde diese Brücke passieren. Das Überschreiten einer Brücke muss angesagt und kenntlich gemacht werden. Alle andern, die es in dieser Runde nicht schaffen die entsprechende Brücke zu überschreiten, streichen sie bei sich durch. Das ist deshalb wichtig, weil es eine von zwei möglichen Bedingungen für das Ende des Spiels ist. Sind alle acht Brücken überquert, egal von wem, endet das Spiel. Das ist auch der Fall, wenn alle erschöpft sind, weil sie das letzte Feld in der abgelehnte Würfe-Spate erreicht haben.

Einschätzung
„Lost Cities – Roll & Write“ wirkt tatsächlich erstmal sehr schlicht. Das liegt zum einen an der sehr reduzierten Aufmachung, aber auch am eigentlichen sehr gradlinigen Spielablauf. Das Spiel kann deshalb sehr schnell erklärt und erlernt werden. Würfle sechs Würfel, wähle zwei aus und trage in der passenden Spalte die entsprechende Zahl ein. Und dennoch entwickelt „Lost Cities – Roll & Write“ einen erstaunlich hohen Spielreiz. Ich muss mich eben ständig entscheiden welche Würfel ich nehme und mein Glück herausfordern.

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In gewissem Sinne ist es ein Zockerspiel, aber es hat durchaus auch taktische Elemente, die gut durchdacht sein sollten. Wo verbaue ich mir schon früh etwas, wenn ich eine bestimmte Würfelkombination wähle. Selbst eine Strategie ist denkbar: Bestimmte Farben besonders nach vorne bringen und andere ignorieren. Das ist spannend und macht Spaß. Gleichzeitig dauert es eben auch nicht lange, weil die Auswahl bei nur drei Würfeln jeder Sorte ja sehr begrenzt ist. Und obwohl eigentlich alle für sich spielen und ihre Zahlen eintragen, lohnt sich durchaus der Blick auf die Blätter der anderen. Womit kann ich den anderen möglichst viel Ärger bereiten, so dass sie schon früh und ungewollt Würfel ablehnen müssen? Da ergeben sich durchaus sehr spannende Konstellationen. Der Block mit den Blättern ist übrigens sehr dick. Das reicht für viele Partien. „Lost Cities – Roll & Write“ funktioniert mit zwei, drei, vier oder fünf Leuten wirklich gleich gut. Also insgesamt ist es ein Roll & Write Familienspiel, das positiv heraussticht.

„Lost Cities – Roll & Write“
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos
Für 2 – 5 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 13 Euro

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