Madeira

© Hutter

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„Madeira“ – gilt als die Blumeninsel im Atlantik. Der Name leitet sich vom portugiesischen Wort für Holz (madeira) ab. Ein Hinweis darauf, was Madeira für die Krone Portugals ab dem 15. Jahrhundert interessant gemacht hat. In diese Zeit führt das gleichnamige neue Spiel „Madeira“.

In „Madeira“ geht es für die Spieler darum möglichst viel Ruhm einzustreichen. Das gelingt durch das Erfüllen von Aufträgen, die der portugiesische König erteilt. Dabei helfen Würfel, die wie Arbeiter auf verschiedene Felder des Spielplans gesetzt werden können. Eingeteilt ist der Spielplan in drei große Bereiche mit jeweils mehreren Feldern. Jedes Feld löst eine bestimmte Aktion aus. Das sind vor allem die Gebäudefelder. Generell hängen alle Felder in „Madeira“ mit allen anderen Feldern direkt oder indirekt zusammen. So hat jede Entscheidung, wie ich meine Würfelarbeiter und auch sonstige Arbeiter setze, weitreichende Folgen, die es zu bedenken gilt. Nach dem Setzen der Arbeiter folgt das Auswerten der Häuser und die jeweiligen Aktionen werden ausgeführt. Dann werden Einnahmen aus den Kolonien bezogen, wenn ich als Spieler denn welche bereist habe, und letztendlich muss ich alle meine Arbeiter auch noch versorgen. Ein mitunter schwieriges Unterfangen, das klar macht: Es geht eben nicht alles gleichzeitig. Hilfe versprechen Piratenwürfel, deren Verwendung allerdings Nachteile mit sich bringt. Ebenso schlecht ist es, wenn ich meine Arbeiter nicht versorgen kann. Bittere Minuspunkte können am Spielende die Folge sein. Hilfreicher sind da auf Dauer die Gilden, die jedem Spieler hilfreich ihre Dienste anbieten. Wer die verschiedenen Aktionsfelder am geschicktesten nutzt und möglichst wenige Minuspunkte übrig hat, streicht letztendlich den meisten Ruhm ein.

„Madeira“ hat alles, was das Spielerherz begehrt: Neuland entdecken, Land urbar machen, Ernten einbringen, Handel treiben, Aufträge erfüllen und natürlich die Versorgung, dazu das beliebte (oder auch gehasste) Worker-Placement. Das alles ist graphisch und spieltechnisch hervorragend umgesetzt. Hier greifen so viele Mechanismen ineinander, dass es mit einer Partie nicht getan ist. Und damit ist „Madeira“ absolut nur etwas für Vielspieler und selbst da wird es sicher einige geben, die es zu viel des Guten finden. Die Spielzeit kann die angegebenen zwei Stunden je nach Zusammensetzung locker um das doppelte übertreffen. Auch das ist eine Herausforderung. „Madeira“ ist ein Spiel, das in seiner Tiefe und Komplexität erarbeitet werden will. Das mag für manche genau der richtige Anreiz und die gewünschte Herausforderung sein. Wer das liebt und sucht, der wird bei „Madeira“ absolut fündig. Wer also Geduld mitbringt, dem erschließt sich ein zwar komplexes, aber auch sehr tiefgründiges und thematisch sehr rund umgesetztes Spiel der Extraklasse.

Vorstellung des Spiels im ERF Plus

 

Autor: Nuno Bizarro Sentieiro und Paulo Soledade
Verlag: What’s Your Game / Vertrieb: Hutter
Für 2 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 120 Minuten
Preis: ca. 45 Euro

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