Meadow – Im Reich der Natur

© Asmodee / Rebel

Das zunehmend frühlingshafte Wetter lädt geradezu zu einem Spaziergang in der freien Natur ein. Frühlingsblumen, Vögel und anderes Getier können beobachtet und bestaunt werden. Diese großartige Schöpfung auf unserem blauen Planeten ist schon etwas Großartiges und Unvergleichliches. Umso schöner, wenn auch Gesellschaftsspiele dieses Wunder der Natur zum Thema haben. So wie “Meadow – Im Reich der Natur”, das beim polnischen Rebel Verlag erschienen ist. Hier wird auf dem Spielbrett eine Wanderung simuliert und es werden Entdeckungen und Beobachtungen gemacht. Am Ende bringe ich nicht nur Fundstücke mit nach Hause und einige Erkenntnisse über die Natur, sondern auch genug Punkte, um bei diesem optisch herausragenden Spiel zu gewinnen.

Wie funktioniert es? 

Bei „Meadow“ will ich möglichst viele Punkte über Karten sammeln. Diese Karten zeigen Tiere, Pflanzen, Gebäude, Landschaften und sogenannte Fundstücke. Die Karten gibt es in einer gewissen Sortierung in vier voneinander unabhängigen Stapeln, die nach den vier Himmelsrichtungen benannt sind. Ins Spiel kommen zunächst nur drei der vier Stapel.

© Asmodee / Rebel

Der Stapel mit dem Norden wird zunächst zur Seite gestellt. Von den drei übrigen Stapeln wird die zentrale offen Auslage bestückt. Je vier Karten aus dem Ost- und West-Stapel werden in jeweils einer eigenen Spalte aufgelegt, dazu kommen acht Karten aus dem Süd-Stapel, die in zwei Spalten zwischen den beiden anderen Reihen ausgelegt werden. So liegen dann 16 Karten in vier Spalten a vier Karten zwischen uns. Zu Beginn des Spiels werden nun alle noch mit jeweils fünf Handkarten versorgt. Eine Startkarte gibt es zudem noch für jeden. Nachdem ich gesehen habe, welche Karten offen ausliegen und welche ich zu Beginn auf der Hand habe, kann ich entscheiden auf welche von zwei Seiten ich meine Startkarte drehen will.

© Asmodee / Rebel

Die Startkarte ist eine sogenannte Bodenkarte. Sie zeigt eins von fünf verschiedenen Bodensymbolen, die für ein Ökosystem stehen. Bis zu zehn solcher Bodenkarten kann ich vor mir auslegen. Sie haben keine Bedingung, um sie zu spielen. Der Stapel mit den Ost-Karten versorgt uns im Laufe des Spiels mit immer neuen Bodenkarten. Außer dem Bodensymbol hat jede Bodenkarte auch ein Karten-Symbol in der oberen linken Ecke. Sowohl Bodensymbole als auch Karten-Symbole benötige ich, um andere Karten ausspielen zu können.

© Asmodee / Rebel

Bin ich am Zug darf ich mir eine Karte aus der allgemeinen Auslage nehmen. Dafür muss ich eins von vier oder auch fünf Plättchen (das hängt von der Anzahl der Leute ab, die mitspielen), die ich zu Spielbeginn bekommen habe, an eine Spalte oder Zeile anlegen. Die Nummer auf meinem Plättchen sagt dann, welche Karte ich aus dieser Reihe nehmen darf. Die Karte nehme ich zunächst auf die Hand. Ich kann nun eine Karte von meiner Hand in meine persönliche Auslage spielen.

© Asmodee / Rebel

Die Plättchen, die mir erlauben Karten, zu nehmen, haben auch noch eine zweite Funktion. Sie gewähren mir vier unterschiedliche Sonderaktionen. Und zwar dann, wenn ich sie nicht an eine Reihe in der allgemeinen Auslage anlege, sondern an dem Lagerplatz. Das ist ein Tableau, auf dem zu Spielbeginn auch Ziele ausgelegt wurden, die ich in meiner persönlichen Auslage möglichst als erste Person erreichen sollte. Schaffe ich das, dann darf ich auf dem Lagerplatz Bonusplättchen platzieren, die mir zusätzliche Siegpunkte einbringen. Die Anlegemöglichkeiten am Lagerplatz sind jedoch begrenzt und nicht viele. Plättchen, die an die allgemeine Auslage oder an den Lagerplatz angelegt werden, bleiben dort bis zum Ende der Runde liegen und versperren natürlich diesen Platz.

© Asmodee / Rebel

Nutze ich eine Sonderaktion eines meiner Plättchen, dann kann ich in der Regel keine Karte in meine Auslage spielen. Habe ich eine Karte aus der Auslage genommen ersetze ich sie sofort mit einer Karte vom entsprechenden Stapel. Will nun eine Karte in meine Auslage spielen, muss ich in meiner Auslage bereits die erforderlichen Symbole dafür liegen haben.

© Asmodee / Rebel

Wenn ich die neue Karte nun lege, muss ich mit ihr mindestens eins der Symbole überdecken, das ich zum Ausspielen benötigt habe und kann dieses Symbol nun nicht weiter verwenden. Eine Ausnahme sind die Bodensymbole. Sie werden niemals überdeckt und stehen mir immer zur Verfügung, sobald ich die in meine Auslage gespielt habe. Wenn ich nun eine neue Karte in meine Auslage gespielt habe, so bringt mir diese immer auch mindestens ein neues Symbol, das ich von nun an verwenden kann. Manche der Karten in der allgemeinen Auslage zeigen Landschaften und Fundstücke. Sie werden ein wenig anders ausgespielt.

© Asmodee / Rebel

Die Landschaften decken keine Symbole ab, benötigen aber Streifen. Von denen ich zu Beginn des Spiels genau einen bekommen habe. Will ich mehr Landschaften spielen können, dann muss ich dafür eine Sonderaktion eines meiner Plättchen nutzen. Fundstücke können immer nur auf Landschaften gespielt werden. Dabei gilt, dass immer nur ein Fundstück auf eine Landschaft passt. Auch hier deckt das Fundstück die Symbole auf der Landschaft ab. Haben alle ihre vier oder fünf Plättchen gelegt, endet eine Runde. Der Startmarker geht zur nächsten Person über. Alle Plättchen werden wieder zurückgenommen, so dass alle Plätze wieder genutzt werden können.

© Asmodee / Rebel

Nach der Hälfte der Runden (drei oder sechs) werden alle Karten in der allgemeinen Auslage abgeräumt und die Spalten werden neu gefüllt. Dabei wird der Stapel mit den Süd-Karten durch den Stapel mit den Nord-Karten ersetzt. Diese Karten sind wertvoller, benötigen aber auch in der Regle mehr Symbole, um sie zu spielen. Über sechs bzw. acht Runden, wenn wir zu viert sind, wird gespielt. Dann wird zusammengezählt. Es zählen alle Punkte auf Karten in meiner persönlichen Auslage und die Bonuspunkte auf dem Lagerplatz. Karten auf der Hand zählen nicht. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.  

 
Einschätzung
Ich gebe es zu: In die Zeichnungen auf den Karten von „Meadow“ war ich sofort schockverliebt. Das Spiel sieht einfach super aus und hat eine enorme Tischpräsenz.

© Asmodee / Rebel

Dazu kommt noch, dass jede Karte im Spiel nur ein einziges Mal vorhanden ist. Außerdem bauen die Karten auch logisch aufeinander auf. Um einen bestimmten Vogel spielen zu können, benötige ich eine Raupe oder eine Beere oder das entsprechende Ökosystem. Obwohl „Meadow“ im gehobenen Familienspiel-Bereich oder auch Kennerspiel-Bereich anzusiedeln ist, lassen sich die Regeln zügig erklären und werden auch meist sofort verstanden. Da hilft auch die sehr detaillierte und mit zahlreichen Beispielen versehene Spielanleitung. Überhaupt ist das Spiel ist sehr intuitiv. Dabei kommt „Meadow“ sicher auch zugute, dass es ein sehr ruhiges Spiel ist und im Grunde keine direkte Interaktion stattfindet. Eine Konkurrenzsituation kann höchstens im Bereich des Lagerplans entstehen, wenn es darum geht, noch eine besondere Aktion des Wanderplättchens nutzen zu können und vor allem, wenn es gilt, als erstes Ziele zu erreichen und eigene Bonusplättchen legen zu können.

© Asmodee / Rebel

Da kann tatsächlich ein gewisser Druck entstehen und ich schaue, wie weit andere dabei sind Ziele erreichen zu können. Ansonsten bleiben eigentlich alle mit dem Blick in ihrem eigenen Spielbereich und suchen nach den besten Kombinationen auch Boden- und Kartensymbolen, um möglichst viele und punkteträchtige Karten spielen zu können. Hier den Überblick zu behalten ist nicht einfach. Das ist eine echte Herausforderung. Welche Symbole brauche ich wann für was? Wie komme ich an diese Symbole ran? Und dabei muss ich immer aufpassen, mir benötige Symbole nicht zuzubauen. Da gehört eine gehörige Portion Planung und Übersicht dazu. Zur Unterstützung gibt es eine Übersicht, wie häufig bestimmte Symbole in welchem Kartenstapel vorkommen. Gut finde ich auch, dass die anspruchsvolleren Nord-Karten erst später ins Spiel kommen und ich mir dann schon eine gewisse Basis an Symbolen aufbauen konnte. 

© Asmodee / Rebel

Ein gewisses Manko ist jedoch auch der Zufall beim Bestücken der Spalten in der offenen Auslage. Aber damit haben alle in gleicher Weise zu kämpfen und das gefühlte Pech verteilt sich gleichmäßig. Das kommt eben auch dazu: Ich muss mit den Gegebenheiten eben umgehen können. Das fordert manchmal sehr heraus. „Meadow“ ist eindeutig kein Familienspiel, obwohl die Abläufe wirklich eingängig sind. Besonders schön finde ich das Zusatzheft, das dem Spiel beigelegt wurde. Dort gibt es für jede Pflanze und jedes Tier noch ein paar interessante Informationen. „Meadow“ hat mich überzeugt, und das nicht nur wegen seiner tollen Optik.

„Meadow – Im Reich der Natur“
Autor: Klemens Kalicki
Verlag: Rebel / Vertrieb: Asmodee
Für 1 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 45 Euro 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen