Monster Expedition

© Amigo-Spiele

Mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ hat es den erwarteten Spin-off bzw. das erwartete Prequel zur „Harry Potter“ Reihe gegeben. Kein Wunder, bietet doch das Harry Potter Universum unzählige Möglichkeiten, um der Phantasie freien Lauf zu lassen. An eben jene phantastischen Tierwesen wurde ich erinnert, als ich das Spiel „Carnival of Monsters“ in die Hand bekommen habe. Auch dazu gibt es nun bereits einen Ableger. „Monster Expedition“ ist jetzt im Herbst bei Amigo—Spiele erschienen und gehört ausdrücklich in die Welt von „Carnival of Monsters“.

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Wie funktioniert es?
Bei „Monster Expedition“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Mitgliedern der „monsterologischen Gesellschaft!“ und begeben sich im Auftrag eben dieser Gesellschaft auf die Suche nach Monstern, um sie für wissenschaftliche Zwecke einzufangen. Die Monster gibt es in Form von Karten. Auf jeder Karte ist zu sehen in welchem von drei Gebieten (Wald, Wasser, Wolken) das Monster lebt, welche Stärke es besitzt und wie viele Siegpunkte das Monster einbringt, wenn es sich am Ende des Spiels im Besitz eines Spielers befindet. Zudem weisen manchen Monsterkarten noch Spezialfähigkeiten auf. In einer offenen Auslage liegen zu Beginn neun Monsterkarten aus.

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Sechs davon sind Startmonster, die immer am Anfang ausgelegt werden, dazu kommen drei Monster vom verdeckten Nachziehstapel. einer Um die Monster zu fangen, das heißt, die Monsterkarte vor sich abzulegen, stehen den Spielern elf Würfel zur Verfügung. Acht schwarze Würfel und je ein grüner, ein blauer und ein gelber Würfel. Jeder Spieler hat drei Camps vor sich liegen. Jedes Camp ist einem der drei Gebiete zugeordnet, in dem Monster gejagt werden können und hat die entsprechende Farbe. Will ein Spieler zum Beispiel ein Monster im Waldgebiet jagen, verwendet er das grüne Camp.

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Ist ein Spieler am Zug, wählt er eines der drei Camps aus, das er verwenden will. Das Camp gibt an, wie viele Würfel der Spieler bei der Jagd verwenden darf. Er nimmt sich den zum Camp gehörigen farbigen Würfel und die angegebene Zahl an schwarzen Würfeln. Er würfelt mit allen Würfeln und wählt eine Zahl aus, um dann alle Würfel mit der gewählten Zahl herauszulegen. Nun kann sich der Spieler entschließen weiter zu würfeln.

Allerdings sollte er bedenken, dass er nur Würfel herauslegen darf, die eine Zahl zeigen, die er zuvor noch nicht herausgelegt hat. Sollte ihm das nicht möglich sein, muss er den Würfel mit dem höchsten Wert unter den bereits herausgelegten Würfeln komplett entfernen. Dieser Würfel zählt nicht für das Jagdergebnis.

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Hört ein Spieler auf zu würfeln, legt er alle nicht gewürfelten Würfel zur Seite und zählt nun die Zahlen aller Würfel zusammen, die er erfolgreich herausgelegt hat und wertet nun diese Würfel. Reicht der Wert der gewürfelten Gesamtzahl an die Stärke eines Monsters in der passenden Farbe heran oder darüber hinaus, darf er das Monster fangen. Er legt es dann offen vor sich aus. Hat das Monster einen speziellen Effekt oder eine Fähigkeit wird diese unter Umständen nun ausgelöst. Es ist auch möglich für einen Wert von Zehn einen Käfig zu nehmen. Damit nimmt der Spieler eine Monsterkarte vom verdeckten Nachziehstapel. Ein Monster im Käfig bringt nicht die volle Punktzahl ein und kann auch keine Fähigkeit auslösen, so es eine besitzt. Es wird nicht offen vor dem Spieler ausgelegt.

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Viele Monster besitzen ein Symbol am linken oberen Eck, das ihre Zugehörigkeit zu einem Gebiet anzeigt. Hat ein Spieler drei Monster mit je einem Symbol dieser Art aus jedem der drei Gebiete, so erlauben sie es ihm bei allen folgenden Jagden einen zusätzlichen schwarzen Würfel zu nehmen. Im Übrigen kann ein Spieler auch mehrere Monster erjagen, wenn sein Gesamtwert hoch genug ist. Auch eine Kombination aus Monster und Käfig ist möglich. Doch die herausgelegten Würfel eines Spielers haben nicht nur Auswirkungen auf die Jagd nach Monstern.

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Je nachdem welche Zahlen unter den herausgelegten Würfeln sind, kann der aktive Spieler auch seine Camps verbessern. Manche Camps erlauben auch eine Verbesserung, egal, wer die entsprechende Zahl gewertet hat. Sollte ein Spieler in seinem Zug einen Käfig erhalten, und auch nur dann, füllt er die leeren Stellen in der Monsterauslage vom Nachziehstapel der Monsterkarten auf. Jede so herausgelegte Karte kennzeichnet er mit einem Marker, der ihm zugeordnet ist. Am Ende des Spiels dürfen sich alle Spieler jene Monsterkarten aus der Auslage nehmen, die mit ihrem Marker gekennzeichnet sind. Sie werden mit dem Käfigwert gewertet. Das Spiel endet, wenn der Nachziehstapel der Monsterkarten aufgebraucht ist. Es gewinnt der Spieler, die meisten Siegpunkte mit Monsterkarten erzielen konnte.

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Einschätzung
„Monster Expedition“ ist mitnichten ein einfaches Würfelspiel. Es ist weitaus anspruchsvoller, als es zunächst den Anschein hat. Das beginnt schon beim genauen Lesen der Spielregel, die zwar eindeutig ist und alles auch beispielhaft erklärt, aber auch mit einigen Details aufwartet, die spielentscheidend sein können. Aber die Mühe lohnt sich, denn „Monster Expedition“ bietet sehr viele kleinere und größere taktische Entscheidungen, die das Spiel spannend und herausfordernd machen. So ist es gefährlich einfach wild drauflos zu würfeln, weil sonst die besten Würfelzahlen unter Umständen verloren sind. Ich muss immer taktisch abwägen, wie viel Risiko ich gehen will. Dabei gibt es widerstreitende Ziele. Ich benötige hohe Würfelzahlen, um Monster zu fangen. Ich werde aber für niedrige Zahlen belohnt, weil ich damit meine Camps verbessern kann und so mehr Würfel für die nächsten Runden bekomme.

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Auch gilt es zu überlegen, welche Monster ich fangen will. Haben sie spezielle Effekte, die ich gut nutzen kann? Fehlt mir noch ein Monster, um ein Set vollständig zu bekommen, um einen weiteren schwarzen Würfel zu erhalten? Hier müssen kluge Entscheidungen getroffen werden. Das macht den Reiz von „Monster Expedition“ aus. Es hat genau die richtige Mischung an Spannung, Unterhaltung, taktischer Herausforderung und kurzer Spieldauer, die ich mag. Dazu wartet es auch noch mit sehr ansehnlichem Spielmaterial auf und einer Illustration, die das Herz jedes Fans von phantastischen Tierwesen höherschlagen lässt. Immerhin haben mit Dennis Lohausen, Michael Menzel und Oliver Schlemmer gleich drei namhafte Illustratoren hier Hand angelegt. „Monster Expedition“ ist ein sehr schönes Familienspiel, allerdings mit älteren Kindern! Es ist auch gut für Spielrunden mit Erwachsenen und Vielspielern.

„Monster Expedition“
Autor: Alexander Pfister
Verlag: Amigo-Spiele
Für 1 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 25 Euro

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