My Farm Shop

© Pegasus Spiele

Die Landwirtschaft ist ein uraltes Kulturgut des Menschen. In Gesellschaftsspielen wird dabei gerne die Landwirtschaft des Mittelalters thematisiert. Berühmtestes Beispiel ist sicherlich „Agricola“ (Lookout Games / 2007). Es geht natürlich auch viel moderner. Das macht „My Farm Shop“ deutlich. Wo es darum geht Bioprodukte der eigenen Farm im dazugehörigen Hofladen zu verkaufen. Das Familienspiel von Rüdiger Dorn ist jetzt bei Pegasus-Spiele erschienen.

 

 

 

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Wie funktioniert es?
Jeder Spieler erhält ein eigenes Tableau mit einer schönen Farm, die über zehn Felder verfügt, die – zumindest in der Grundversion – alle bereits Aktionen auslösen können. Dazu kommt noch ein eigener Hofladen für jeden Spieler und zwei Kräutersäckchen, die auf die Farm gelegt werden. Zentral zwischen den Spielern liegt ein Markttableau. Darauf gibt es sechs Marktstände, die mit den Nummern Eins bis Sechs versehen sind. Umlaufend um den Markt verläuft eine Siegpunktleiste.

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Zu Beginn wird auf jeden der Marktstände eine Verbesserungskarte gelegt. Ist ein Spieler an der Reihe, würfelt er mit drei Würfeln. Einen Würfel wählt der Spieler aus und legt ihn auf das Markttableau zum Stand mit der entsprechenden Zahl und nimmt sich die dortige Verbesserung. Will er einen anderen Marktstand wählen, kann der Spieler entsprechend viele Kräutersäckchen abgeben, um die gewürfelte Zahl zu verändern.

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Anschließend legt er die Verbesserungskarte auf eines der zehn Felder seiner Farm. Die Zahlen der beiden übrigen Würfel addiert der Spieler und löst damit die Aktion auf dem Feld seiner Farm aus das dieser Zahl entspricht. Auch hier kann der Spieler Kräutersäckchen verwenden, um die Zahl zu verändern. Durch die Aktivierung eines Feldes werden nun unter anderem Produkte produziert, die der Spieler aus dem allgemeinen Vorrat nimmt und in seinen Hofladen legt.

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Platz ist dort für maximal 16 Produkte. Insgesamt gibt es vier Produkte, die auf den Farmfeldern produziert werden können: Milch, Honig, Wolle und Eier. Manche Farmfelder werfen außerdem auch Kräutersäckchen ab. Diese landen aber nicht im Hofladen, sondern auf der Farm. Einige Felder erlauben es auch Produkte aus dem Hofladen zu verkaufen und so Geld zu bekommen oder Produkte aus dem Hofladen in Sonnenblumen zu verwandeln.

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Sonnenblumen werden dann direkt auf Felder platziert, die ein entsprechendes Symbol zeigen. Sie sorgen dafür, dass das entsprechende Feld bei einer Aktivierung einen höheren Ertrag bringt. Spannend ist nun, dass die Zahl, mit der der aktive Spieler eines seiner Felder aktiviert auch für alle anderen Spieler gilt. Jeder Spieler kann nun ebenfalls durch die Verwendung von Kräutersäckchen die Zahl verändern und dann das entsprechende Feld nutzen.

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Haben alle Spieler ihre Aktionen genutzt, füllt der aktive Spieler vom Nachziehstapel der Verbesserungskarten den leeren Platz auf dem Markt auf. Dann ist der nächste Spieler am Zug. Das Spiel endet, wenn der leere Platz auf dem Markttableau nicht mehr gefüllt werden kann. Dann aktiviert jeder Spieler noch genau ein beliebiges Feld. Danach wird geschaut, wer auf der Geld-, also Siegpunktleiste am weitesten vorne steht.

 

Einschätzung
„My Farm Shop“ ist ein klassisches Familienspiel mit einem schönen Thema, das dem einen oder anderen vom Thema her vielleicht nicht unterhaltsam genug erscheinen mag. Ich sehe das nicht so.

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„My Farm Shop“ bietet einen sehr leichten und problemlosen Einstieg. Die Regeln sind wirklich einfach und schnell erklärt. Doch so kinderleicht wie es erklärt ist und von den Abläufen her funktioniert, ist das Spiel dann doch nicht. Denn ich muss mir jeweils gut überlegen, welche Verbesserung ich mir nehmen will und auf welches Feld meiner Farm ich diese Verbesserung lege. Denn natürlich werden bestimmte Felder häufiger aktiviert als andere. Und dann ist es auch immer die Frage welches Feld meiner Farm ich nutzen will. Außerdem muss ich eine Balance finden zwischen Produktion und Verkauf. Habe ich zu viele Verbesserungen, die mir zwar Geld aber keine Produkte einbringen, stehe ich schlecht da. Umgekehrt ist es auch so. Vom Spielmechanismus her erinnert „My Farm Shop“ an „Machi Koro“ oder auch „Space Base“, mit dem Unterschied, dass es bei „My Farm Shop“ Möglichkeiten gibt auf das Würfelergebnis Einfluss zu nehmen und so den Faktor Zufall besser in den Griff zu bekommen.

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Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ich immer ein paar Kräutersäckchen auf der Farm zur Hand habe. Auch das sollte ich im Blick haben. Das macht deutlich, dass „My Farm Shop“ auch anspruchsvoll ist, wenn ich dabei erfolgreich sein will. Es ist wie in der realen Landwirtschaft. Der dümmste Bauer hat mitnichten die größten Kartoffeln! Gut finde ich an „My Farm Shop“, dass ich – obwohl es ein Würfelspiel ist – viel beeinflussen kann und dem Zufall nicht hilflos ausgeliefert bin. Tatsächlich steckt mehr Planung dahinter als es zunächst scheint. Das Material ist sehr schön und dennoch zweckdienlich. Erfreulich sind auch die verschiedenen Module, mit denen man das Spielerlebnis noch aufpeppen kann. Ich kann „My Farm Shop“ als Familienspiel absolut empfehlen.

„My Farm Shop“
Autor: Rüdiger Dorn
Verlag: Pegasus Spiele
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 – 45 Minuten
Preis: 25 Euro

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