Mystery House

© Schmidt Spiele

Escape-Rooms waren in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Sich gemeinsam mit Freunden in einen Raum zu begeben, aus dem man nur rauskommt, wenn Rätsel richtig gelöst werden, ist eine sehr spannende, unterhaltsame und intellektuell herausfordernde Angelegenheit. Auf den Boom der Escape-Rooms folgte der Boom der Escape-Room Spiele oder auch Exit-Spiele und damit verbunden die zunehmende Beliebtheit von Krimi- oder Logik-Spielen. Diverse Verlage haben dazu Produkte auf den Markt gebracht. Ganz neu dabei ist seit dem Frühjahr Schmidt Spiele mit „Mystery House“ (ursprünglich von Cranio Creations), das dem Thema noch einmal einen neuen Aspekt hinzufügt, denn „Mystery House“ ist das erste 3D-Escape-Room Spiel.

Wie funktioniert es?

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Wie bei allen Escape-Spielen gibt es auch bei „Mystery House“ eine Hintergrundgeschichte und ein großes Rätsel, das es zu lösen gilt, bzw. ein Ziel, das erreicht werden soll. Um das große Rätsel zu lösen oder übergeordnete Ziel zu erreichen, müssen wiederum viele kleine Rätsel gelöst oder Ziele erreicht werden. Das erfordert eine Menge Phantasie, Kombinationsgabe und logisches Denken. Eine gute Beobachtungsgabe und ein gutes Erinnerungsvermögen sind auch nicht schlecht. Bei Mystery House kommt eben dazu, das man durch Türen und Fenster in Räume schauen kann oder auch nicht, wenn Türen und Mauern nicht entfernt werden konnten.

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Dazu wird die Spieleschachtel zum „Mystery House“. Von allen Seiten, jedoch nicht von oben oder unten, können die Spieler durch die Schachtel hindurchschauen, da sie wie ein Gitternetz aufgebaut ist. An den vier Seiten finden sich umlaufend Buchstaben und auf der Oberseite Zahlen. Sie bilden Koordinaten, die sich auf Schlitze beziehen, die sich ebenfalls auf der Oberseite befinden. In die Schlitze werden Elemente gesteckt, die über die entsprechenden Koordinaten verfügen und die die Rätsel für das jeweilige Abenteuer beinhalten. In der Startpackung sind zwei Abenteuer enthalten. Haben die Spieler alle Elemente in die dafür vorgesehenen Schlitze gesteckt, kann die App gestartet werden.

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Denn ohne App ist „Mystery House“ nicht spielbar. Nach einem kurzen Einführungstext geht es schon los, die Spieler müssen zunächst an den äußeren Elementen Hinweise finden, die es möglich machen, weiter ins Innere des Hauses vorzudringen, denn dort im Inneren des Hauses (also der Schachtel) liegt die Lösung des Abenteuers. Wenn die Spieler Gegenstände auf den Elementen entdecken, können sie die Koordinaten des Elements in der App eingeben und finden dort dann Hinweise zu den Gegenständen. Manchmal können Gegenstände auch aufgenommen werden. Es ist dann möglich, Gegenstände, die man bereits gefunden hat, an einem anderen Ort zu verwenden. Die Gegenstände gibt es in Form von Karten, werden aber auch in der App aufgelistet.

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Stoßen die Spieler auf eine verschlossene Tür oder ein Schloss an einer Truhe oder Schrank, so können über die App entsprechend Zahlen- oder Buchstabencodes eingegeben werden, um die Tür oder das Schloss zu öffnen. Welche Zahlen- oder Buchstabencodes das sind, müssen die Spieler natürlich selbst herausfinden. Die App bietet auch Hilfestellung an, wenn man nicht weiterkommt. Das ist sowohl für einen einzelnen Ort, als auch für das gesamte Abenteuer möglich. Werden Rätsel richtig gelöst und / oder Türen geöffnet, werden in der Regel Elemente aus dem Spiel gezogen, damit die Spieler weiter ins Haus vordringen können. Ist das letzte Rätsel gelöst und das Spielziel erreicht, endet das Abenteuer.

Einschätzung
„Mystery House“ hat eine wunderbare Optik und sehr schönes Material. Als Spieler habe ich Lust in diesem Haus Rätsel zu lösen. Das Spiel hat einen hohen Aufforderungscharakter: Das will ich in die Hand nehmen und das Geheimnis lüften. Mit einer Taschenlampe ins Innere leuchten und Räume ausspähen, das hat Atmosphäre. Und das Tolle: Am Spiel wird nichts zerstört. Dadurch kann es auch an andere Spieler weitergegeben werden.

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Der Nachteil ist leider, dass zwar bei geeigneter Lage der Spieleschachtel alle ins Haus blicken können, was aber dennoch schwierig ist. Dafür müssen sich die Mitspieler extrem gut absprechen und dann genau notieren, was wer wo gesehen hat, sonst gehen die Informationen schlicht verloren. Leider ist zum Spielen auch eine App notwendig. Auf der anderen Seite ist das auch ein Glück, denn so können sich die Spieler Hilfe holen. Denn die Abenteuer bei „Mystery House“ sind nicht sonderlich einfach. Schon der Einstieg an der Außenseite des Hauses erfordert genaues Hinschauen und Kombinationsgabe. Unsere Gruppe hat das angestachelt und wir haben die Herausforderung angenommen. Jedoch haben wir an einigen Stellen schlicht nicht gewusst, was das Spiel von uns will. Dann kam es zu einem toten Punkt. Über die App haben wir uns dann Tipps geholt. Das kostet aber natürlich Zeit. Denn für das Lösen der Rätsel sind eigentlich nur 60 Minuten vorgesehen. Diese Zeitvorgabe konnten wir nie einhalten. Es wäre schön gewesen, wenn der Verlag zum Einstieg ein leichteres Abenteuer in die Schachtel gepackt hätte, damit man sich als Spieler in das Spiel reinfinden kann und auch den Umgang mit der App schon mal lernt. Wenn ich die Angaben der Schwierigkeitsstufen auf der Rückseite der beiden Abenteuer, die zum Start dabei sind ernst nehme, so zählen beide Abenteuer eher zu den schweren. Deshalb ist „Mystery House“ gegenwärtig nur etwas für erfahrene Rätsellöser und Escape-Room erprobte Spieler. Sonst ist einfach das Frustpotential zu hoch. Jedenfalls ist das die Erfahrung, die wir bei den beiden Abenteuern gemacht haben, die im Spiel drin sind. Und anderen Gruppen ist es ähnlich ergangen. Wenn der Verlag noch weitere Abenteuer zu „Mystery House“ herausbringt, sollten die leichter sein. Dann wären wir mit unserer Gruppe auf jeden Fall wieder dabei! Denn Spaß macht „Mystery House“ schon sehr.

„Mystery House“
Autor: Antonio Tinto
Verlag: Schmidt Spiele
Für 1 – 5 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 40 Euro

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