Navoria

© Strohmann Games

Auf der Erde gibt es sieben Kontinente oder auch nicht, je nach Zählweise. Nach der am häufigsten angewendeten Zählweise sind es Afrika, Antarktika, Asien, Australien und Ozeanien, Europa, Nord- und Südamerika, also sieben, weil Australien und Ozeanien ein Kontinent sind. Jedoch gibt es auch einige Kontinente, die zusammenhängen. Je nach Zählweise werden Nord- und Südamerika auch als Amerika bezeichnet und Europa und Asien als Eurasien und sind dann jeweils nur ein Kontinent. Also wären es nur fünf Kontinente! Sicher ist jedenfalls neue Kontinente kommen keine mehr dazu. Das ist bei „Navoria“, das bei Strohmann Games erschienen ist, ganz anders. Im Spiel von Meng Chunulin tauchen neue Kontinente auf, die wir in diesem leichten Kennerspiel erkunden sollen und damit möglichst viele Punkte sammeln.

Wie funktioniert es?

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Vor uns liegt der große Spielplan, der den zentralen Kontinent „Navoria“ mit seiner Hauptstadt zeigt und an drei Seiten sind, jenseits des Meeres, neue Kontinente zu sehen. Auf jedem neuen Kontinent gibt es Entdeckungspfade, auf denen wir unsere Entdeckerfiguren bewegen und Außenposten einsetzen. Zu Beginn des Spiels stellen wir auf das Startfeld jedes Pfades eine unserer Entdeckerfiguren. Je weiter wir auf dem jeweiligen Pfad mit unserer Entdeckerfigur nach vorne kommen, umso besser. Und je mehr Außenposten wir einsetzen auch.

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Die Außenposten haben wir zunächst in drei Bereichen auf unserem persönlichen Tableau stehen. Immer, wenn wir einen Außenposten auf dem zentralen Spielplan einsetzen, nehmen wir ihn vom persönlichen Tableau und schalten dann dort neue Effekte frei. Diese Effekte können wir nutzen, wenn wir vorher entsprechende Waren gesammelt haben und abgeben.

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Entdeckerfiguren bewegen, Außenposten einsetzen, Waren erhalten, dürfen wir dann, wenn wir die entsprechenden Karten genommen haben. Von den Karten gibt es fünf verschiedene Arten, die auch verschiedene Farben haben. Gelb sind Baumeister, Rot Wachen, Blau Händler, Lila Abenteurer, Grün Handwerker. Alle Karten einer Farbe werden gemischt und an eine Seite des Spielplans gelegt. Die obersten drei Karten jedes Stapels werden aufgedeckt und neben dem Spielplan ausgelegt. Gespielt wird „Navoria“ über drei Runden und jede Runde ist wiederum in vier Phasen unterteilt. Zunächst kommt die Anwerbphase. Bin ich in ihr am Zug nehme ich mir eine der ausliegenden Karten, um dann ihren Effekt zu nutzen. Manche Karten haben einen sofortigen Effekt, andere wirken erst später in einer Runde und manche Karten haben erst am Ende des Spiels einen Effekt.

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Die jeweilige Karte darf ich mir aber nicht einfach nehmen. Ich ziehe vielmehr zufällig zwei Aktionsscheiben aus einem Beutel und muss mich dann entscheiden, welche ich verwende. Die Farbe der Aktionsscheibe gibt vor, welche Art Karte ich mir nehmen darf.

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Die Scheibe, für die ich mich entscheide, lege ich dann auf den farblich passenden Stapel und nehme mir eine der noch offen ausliegenden Karten dieser Farbe. Die Scheibe, die ich nicht verwenden will, lege ich in die Hauptstadt. Alternativ zum Ziehen aus dem Beutel kann ich mir auch eine Aktionsscheibe nehmen, die bereits in der Hauptstadt liegt.

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Haben alle eine gewisse Anzahl an Karten genommen, geht das Spiel in die nächste, die Ausrüstphase. Diese wird nun in umgekehrter Zugreihenfolge gespielt. Wer also in der ersten Phase zuerst am Zug war, ist nun das Schlusslicht.

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Bin ich am Zug, wähle ich eine Aktionsscheibe, die auf einem Kartenstapel liegt und lege sie in einem farblich passenden Bereich in Navoria auf ein noch freies Feld. Ist das abgeschlossen, dann kommt eine Wertungsphase, in der unter anderem die Position unserer Entdeckerfiguren auf den Pfaden gewertet wird. Außerdem bringen die Händler- und Abenteurerkarten jetzt Siegpunkte ein. Als letzte kommt die Heimkehrphase.

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Hier sammeln wir alle Aktionsscheiben wieder in den Beutel und legen neue Karten aus. Zudem kommen die Entdeckerfiguren auf das Feld mit dem letzten unserer Außenposten. Dann wird die Zugreihenfolge angepasst und anschließend geht es in die nächste Runde. Nach der Wertungsphase der dritten Runde ist Schluss. Dann kommt die Endwertung und es wird geschaut, wer die meisten Punkte sammeln konnte.

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Hier werten dann noch die roten Wachen und die Freundschaftsplättchen. Diese wurden zu Beginn des Spiels zufällig ausgelegt und belohnen mich dafür, wenn ich Karten in bestimmten Farben gesammelt habe. Um hier meinen Marker platzieren zu dürfen, muss ich eine bestimmte Anzahl an Symbolen auf Karten gesammelt haben. Wer hier schneller war, bekommt einen größeren Bonus. Nachdem alles summiert wurde, gewinnt, wer vorne liegt.

Einschätzung

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„Navoria“ hat zum einen einfach sehr schönes Material! Da gibt es große bunte Aktionsscheiben aus Holz, dazu Holzhäuser und Holzfiguren, die dazu für jede Farbe verschieden gestaltet sind. Die Illustration finde ich sehr gelungen, herrlich bunt. Das mögen vielleicht nicht alle, aber mir gefällt es. Die Regeln sind schnell erklärt und sehr eingängig. Die Rundenabläufe sind klar strukturiert. Hilfreich sind zudem die sehr guten Spielübersichten, die alle neben sich liegen haben. Was ich als weniger gut empfunden habe, ist die Markierung der Spielerreihenfolge.

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Sie geschieht auf einer Windrose und da muss man aufpassen, nicht durcheinander zu kommen. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Die Spielabläufe sind ansonsten sehr durchdacht und greifen gut ineinander. Alles ist miteinander verschachtelt. Was dazu führt, dass ich mir jedes Mal gut überlegen muss, welche Aktionsscheibe ich wähle und wo ich den meisten Effekt erziele. Klar ist auch, dass ich nicht alles machen kann und mich konzentrieren muss.

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Bei „Navoria“ muss ich ziemlich viel im Blick haben und dennoch wird es nicht unübersichtlich. Das macht „Navoria“ anspruchsvoll, aber eben nicht komplex oder kompliziert. So ist „Navoria“ ein ideales Spiel für Menschen, die sich gerne an Kennerspiele heranwagen wollen. Mich hat es in jeder Hinsicht überzeugt.

„Navoria“
Autor: Meng Chunulin
Verlag: Strohmann Games
Für 2 – 4 Personen
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 40 Euro

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