Next Station London

© HCM Kinzel

Es gibt im Grunde in jeder großen Metropole der Welt eine U-Bahn. Manche davon sind berühmter als andere. Eine der bekanntesten, wenn nicht gar “die bekannteste” ist die U-Bahn in London. Schon als Schüler, habe ich sie im Englisch-Unterricht kennen gelernt. Die “London Underground” oder einfach nur “Tube” mit der berühmten Circle Line, die das Zentrum Londons umrundet und der Piccadilly Line und Bakerloo Line, die sich in diesem Zentrum treffen. In Spielen wie Scotland Yard, spielt die Londoner U-Bahn eine wichtige Rolle; die entscheidende spielt sie bei “Next Station London”, das jetzt bei HCM Kinzel erschienen ist. 
 

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Wie funktioniert es? 
“Next Station London” zählt zu den Flip&Write-Spielen, bei denen ich Karten aufdecke und dann etwas auf einem Blatt eintrage. Im konkreten Fall zeigt das Blatt den äußerst abstrakten Stadtplan von London, wo ich in vier Runden U-Bahn-Stationen miteinander verbinden soll. Der Stadtplan zeigt 13 Bezirke, neun große und vier kleine Bezirke jeweils in der Ecke des Plans, mit jeweils unterschiedlich verteilten Stationen, die nicht näher benannt, aber durch vier verschiedene Symbole (Quadrat, Dreieck, Fünfeck und Kreis) kenntlich gemacht wurden. Manche Stationen heben sich noch einmal in besonderer Weise ab. So gibt es den Zentralbahnhof, der durch einen Stern gekennzeichnet ist. Er dient als Joker.

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Manche Stationen haben einen Kranz um ihr Symbol. Hier handelt es sich um Touristenattraktionen, die ich gerne in mein U-Bahn-Netz einbeziehen will, weil mir das besonders viele Punkte einbringt. Um festzustellen, wo ich mein U-Bahn-Netz beginne, erhalte ich einen von vier bunten Stiften. Die Farbe des Stifts zeigt mir, bei welcher U-Bahn-Station auf meinem Blatt ich beginnen soll. Denn es gibt vier bunte Stationen, die natürlich den vier zum Spiel gehörenden Stiften entsprechen. Ebenfalls zum Spiel gehören elf Stationen-Karten. Sechs davon sind hellblau und fünf sind pinkgelb.

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Diese Karten werden gemischt und dann wird die oberste dieser Karten aufgedeckt. Die Karten zeigen in der Regel eines der vier möglichen Symbole. Jetzt darf ich eine Verbindung zwischen meiner Start-Station und der Station mit dem entsprechenden Symbol einzeichnen. Dazu folge ich kleinen gestrichelten Linien. Dann wird die nächste Karte aufgedeckt und ich kann wieder eine Verbindung einzeichnen. Diesmal stehen mir schon zwei Stationen zur Verfügung, von denen ich mein U-Bahn-Netz weiterentwickeln kann. Das Verbinden der Stationen mit der Linie geht so lange, bis alle fünf pink-gelben Karten aufgedeckt wurden. Dann wird die Runde gewertet und die Stifte werden weitergegeben und eine neue Runde beginnt. Wieder suche ich mir die farblich passende Station zum Starten der neuen U-Bahnlinie.

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Nach vier Runden, in denen ich jeden Stift einmal verwendet hatte, ist Schluss. Dann kommt die Wertung, in der ich dafür belohnt werde, wenn ich möglichst oft die Themse, die sich als blaues Band quer über den Plan erstreckt, unterquert habe. Außerdem sollte ich möglichst viele Bezirke miteinander verbunden haben und in den einzelnen Bezirken möglichst viele Stationen einbezogen haben. Außerdem gibt es extra Punkte, wenn sich in einer Station mehrere U-Bahn-Linien treffen. Das klingt alles sehr schön einfach, doch es gibt natürlich einen Haken an der Sache. Die Strecken der verschiedenen Farben dürfen sich nicht kreuzen. Außerdem darf ich auch nicht einfach Abzweigungen von einer Strecke einzeichnen, dafür muss eine spezielle Stationskarte aufgedeckt werden. Das macht das Spiel kniffliger als es zunächst scheint. 
 

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Einschätzung 
Next Station London” ist ein Familien-Spiel, das im Grunde alles richtig macht. Es ist schnell erklärt und die Regeln sind super einfach. Das Spielmaterial ist übersichtlich und funktional. Ich kann auspacken und losspielen. Der Reiz des Spiels liegt in der Herausforderung, möglichst viele Punkte zu erreichen, trotz der Einschränkungen, die es gibt. Da heißt es während des Spiels gut überlegen, wohin ich meine U-Bahn-Linie weiterentwickeln will, ohne mir für die späteren anderen Linien Wege zu verbauen. Das Spiel hat ein – zwei klitzekleine Schwächen. Die Schlusswertung ist im Verhältnis ein wenig aufwendig, aber auch keine riesen Hürde.

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Die gelben Linien, die die Stadtbezirke voneinander trennen, sind recht hell und dünn ausgefallen, da können die Bezirke in den Ecken schnell mal übersehen werden. Aber das ist alles meckern auf hohem Niveau. Übrigens lässt sich das Herausforderungsniveau des Spiels durch zwei Arten von Zusatz-Karten noch anheben. Wer also noch mehr Herausforderung will, kann die haben. Was mich fasziniert hat: Am Ende sieht das Blatt mit seinen bunten Linien tatsächlich wie ein Plan einer U-Bahn aus. 
 
Next Station London 
Autor: Matthew Dunstan 
Verlag: HCM Kinzel 
Für 1 4 Spieler 
Ab 8 Jahren 
Dauer: 25 Minuten 
Preis: 22 Euro 

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