Nova Luna

© Edition Spielwiese

Der Mond hat Menschen schon immer fasziniert. Gerne wollte man hinreisen und schauen, was es dort zu entdecken gibt. Der Faszination des Erdtrabanten konnte sich wohl auch Uwe Rosenberg nicht entziehen. Bei der Edition Spielwiese ist sein Spiel „Nova Luna“ erschienen.

 

 

 

Wie funktioniert es?
„Nova Luna“ ist ein taktisches Plättchen-Legespiel. Das Zentrum bildet ein Ring, an dessen Außenseite sich zwölf Aussparungen befinden. In diese Aussparungen werden zufällig elf quadratische Plättchen gelegt. In die zwölfte Aussparung wird ein Mondmarker platziert. Der Ring dient gleichzeitig als Rundlauf für jeweils einen Spielstein von bis zu vier Spielern. Diese Spielsteine bewegen sich auf 24 Feldern, die jeweils unterschiedliche Mondphasen zeigen; beginnend beim Neumond (dem Startfeld) über den Vollmond, wieder hin zum Neumond.

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Am Zug ist bei „Nova Luna“ immer der Spieler dessen Spielstein am weitesten hinten auf der Mondbahn steht. Sind mehrere Spielstein auf einem Feld, so ist der Spieler am Zug, dessen Stein oben, auf den Spielsteinen der Mitspieler liegt. Ist ein Spieler am Zug, so nimmt er sich eines von drei Plättchen, die sich im Uhrzeigersinn vor dem Mondmarker befinden. Das genommene Plättchen legt der Spieler vor sich ab. Den Mondmarker stellt er an die Stelle, also die Aussparung, wo sich vorher das Plättchen befunden hat, das er gerade genommen hat. Liegen nur noch zwei Plättchen aus, so können die Aussparungen wieder mit neuen Plättchen aufgefüllt werden. Eine Zahl auf dem genommenen Plättchen gibt an, wie weit der Spieler nun seinen Spielstein auf der Mondbahn voran ziehen muss. Weniger attraktive Plättchen weisen dabei eine niedrigere Zahl auf, als solche Plättchen, die sich mehr lohnen. Das eben genommene Plättchen muss der Spieler dann an eine Seite eines bereits gelegten Plättchens anlegen. Die Plättchen können bis zu drei Aufgaben zeigen, die der Spieler erfüllen soll.

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Die Aufgaben bestehen darin Plättchen in bestimmten Farbkombinationen neben das entsprechende Plättchen zu platzieren. Dabei können sich Plättchen auch gegenseitig erfüllen und für mehrere Aufgaben verwendet werden. Gelingt es dem Spieler, eine Aufgabe zu erfüllen, so markiert er dies, indem er einen seiner Spielsteine in auf die erfüllte Aufgabe legt. Bei „Nova Luna“ gewinnt der Spieler, der zuerst alle seine Spielsteine ablegen konnte.

Einschätzung
„Nova Luna“ ist ein völlig abstraktes Spiel. Da wird keine Geschichte erzählt, es gibt keinen Hintergrund, es ist geradeheraus abstrakt und das ist auch völlig in Ordnung so. Das Spiel braucht auch keinerlei Überbau, kein erzählerisches Feigenblatt, es ist gut, wie es ist. „Nova Luna“ versteht es durch schlichte Eleganz zu überzeugen, durch eine puristische Einfachheit, die dennoch eine spielerische Tiefe bietet. Es ist ein typischer Uwe Rosenberg Titel, der mit Elementen arbeitet, die aus älteren Spielen von Rosenberg bereits bekannt sind. Dass stets der am Zug ist, der sich am weitesten hinten befindet, ist einem schon in „Patchwork“ begegnet. Ein durchaus interessanter und wie ich finde guter Kniff, der auch „Nova Luna“ eine spannende taktische Komponente hinzufügt. Diese Festlegung der Zugreihenfolge kann aber, vor allem in Vierspieler Partien, manchmal dazu führen, dass ein Spieler etwas warten muss, bis er wieder zum Zug kommt.

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Das hängt natürlich auch von den Mitspielern ab und wie lange diese über ihren Zügen brüten. Die Spielsteine, die die Zugreihenfolge auf der Mondbahn markieren, hätten allerdings ein wenig größer ausfallen können. Das ist nichts für Grobmotoriker. Die Illustration, die mich an Jugendstil erinnert und die „Reise zum Mond“ von Jules Verne, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie unterstreicht die Leichtigkeit des Spiels. Denn letztlich geht es ja nur darum ein Plättchen zu nehmen und es möglichst günstig an der eigenen bereits bestehenden Auslage anzufügen. Doch das ist dann manchmal eben doch nicht so einfach, weil die effektivsten Plättchen einen leider auch wieder ganz nach vorne katapultieren und man mit dem nächsten Zug warten muss. Ein schönes Dilemma. Spannend finde ich, dass es hier keine Punkte zu erzielen gilt, sondern die eigenen Spielsteine möglichst schnell abgelegt werden sollen. „Nova Luna“ ist super schnell erklärt und auch mit vier Leuten durchaus in den angegeben 30 Minuten zu bewältigen. Es eignet sich als Einstiegsspiel in einen Spielabend oder als „Absacker“ für Vielspieler. Es funktioniert aber ebenso als Familienspiel für Gelegenheitsspieler. Da kann jeder die Herausforderungsstufe finden, die zu ihm passt und fühlt sich wohl dabei, so die betreffende Person eben abstrakte Spiele mag. „Nova Luna“ gehört im Augenblick jedenfalls zu meinen Lieblingsspielen.

„Nova Luna“
Autor: Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel
Verlag: Edition Spielwiese / Vertrieb: Pegasus Spiele
Für 1 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 25 Euro

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