Outback

© Hutter Trade

In Gesellschaftsspielen werden bestimmte Regionen der Welt immer wieder zum Thema gemacht oder dienen als geographische Grundlage für diverse Aufbauspiele. So werden die USA immer wieder gerne genommen. In letzter Zeit scheinen Autoren aber zunehmend auch neue Regionen für ihre Spiele zu entdecken – zum Beispiel kleine Inseln vor der Küste Norwegens. Das neueste Spiel von Michael Kiesling führt die Spieler in den australischen Outback – so auch der Titel: „Outback“. Der Outback sind die Gebiete Australiens, die fernab der Zivilisation liegen.

Wie funktioniert es?
Bei „Outback“ besteht die Aufgabe der Spieler darin, die typischen australischen Tiere Emu, Koala, Känguru, Waran und Schnabeltier im Outback anzusiedeln. Als Outback hat jeder Spieler sein eigenes Tableau, das 15 Sechseckfelder in fünf Zeilen zeigt (In der Variante sind es 21 Felder in sechs Zeilen). Am linken und oberen Rand jedes Tableaus gibt es jeweils eine Punkteleiste. Alle Tiere beginnen zunächst im Minusbereich der linken Leiste. Dazu gibt es kleine Marker, die jeweils für eine der fünf Tierarten stehen. Ziel der Spieler ist es, diese Marker möglichst weit auf der Leiste nach vorne zu bringen. Die Krux daran, auf der oberen Punkteleiste beginnen die Spieler wieder bei null. Außerdem zählen am Ende des Spiels zwar alle Tiere, die sich auf der oberen Leiste befinden. Auf der linken Leiste zählen dagegen nur die letzten drei Tiere.

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Die fünf verschiedenen Tierarten gibt es als Plättchen in gleicher Verteilung in einem Beutel. Aus dem Beutel werden fünf Plättchen zufällig gezogen und offen auf einem Jeep, den es in 3D gibt, in der Mitte ausgelegt. Zu Beginn des Zuges eines Spielers müssen sich auch immer fünf Tierplättchen auf dem Jeep befinden. Grundsätzlich kann ein Spieler nur die Tiere in seinem Outback unterbringen, die auf dem Jeep liegen. Der jeweils aktive Spieler hat nun sechs Würfel (in der Variante sieben), die jeweils auf einer Seite eines der fünf Tiere und auf der sechsen Seite einen Joker zeigen. Bis zu dreimal kann der Spieler diese Würfel werfen und dazwischen auch einzelne Würfel zur Seite legen und auch wieder neu würfeln. Spätestens nach dem dritten Wurf nimmt sich der Spieler nun ein, wie oder drei Tierplättchen vom Jeep und platziert sie auf seinem Tableau. In welcher Zeile er das Tier unterbringen kann, ist abhängig davon, wie oft das entsprechende Tier auf den Würfeln zu sehen war. Um ein Tier in der vierten Zeile zu platzieren, muss das Tier entsprechend oft auf Würfeln zu sehen sein. Jedes ins Outback gelegte Tier bringt einen Punkt ein.

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Sollten Tiere der gleichen Art auf benachbarten Feldern liegen. Gibt es für jedes Tier dieser Gruppe einen weiteren Punkt. Entsprechend der Punktezahl verschiebt der Spieler den dazugehörigen Marker am Rand seines Tableaus. Nun füllt der Spieler entstandene Lücken auf dem Jeep für den nächsten Spieler wieder auf. Wenn ein Spieler alle Felder auf seinem Tableau belegt hat, endet das Spiel. Dann wird geschaut, wer die meisten Punkte hat. .

Einschätzung
Die Spielidee von „Outback“ ist durchaus neu mit gut kombinierten Mechanismen. Der Glücksfaktor ist natürlich ziemlich hoch. Das beginnt beim zufälligen Ziehen der Tiere aus dem Beutel. Da muss schon was Passendes dabei sein! Hier ist auch Aufmerksamkeit gefragt. Befindet sich auf dem Jeep überhaupt das Tier, das ich gerne hätte? Es kann schnell vorkommen, dass man sich über Würfelergebnisse freut, das betreffende Tier aber gar nicht zur Verfügung steht. Generell müssen die Würfel ja noch das richtige Tier zeigen; zudem noch in der richtigen Menge. Auch hier ist dem Zufall Tür und Tor geöffnet. Dabei hilft es, beliebige Würfel bis zu dreimal neu würfeln zu können. Letztlich besteht die Kunst bei „Outback“ darin, das Beste aus dem zu machen, was ich als Spieler angeboten bekomme. Hier müssen die Spieler taktische variabel sein. Positiv ist es, dass Spieler durchaus unterschiedliche Strategien verfolgen können, um zu gewinnen. So kann es sinnvoll sein eine einzige Tierart weit nach vorne zu bringen und die anderen Tierarten nur aus dem Minusbereich zu bewegen.

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Oder ich versuche alle Tiere gleichmäßig nach vorne zu schieben. Hier spielen die Einteilung in die zwei Zählleisten eine Rolle und auch der Aspekt, dass auf der linken Zählleiste nur die letzten drei Tiere gewertet werden. Eine clevere Entscheidung von Autor Michael Kiesling, die erst die verschiedenen strategischen Ansätze ermöglicht und dem Spiel mehr Reiz verleiht. Das Material ist schön und stabil. Der Jeep in 3D ist ein Hingucker und verleiht dem Spiel Flair, ist aber genau genommen überflüssig; ohne ihn würde das Spiel genauso funktionieren. Ein wenig klein geraten sind die Marker für die Tierarten, die die Spieler am Rande ihres Tableaus bewegen. Wer an sein Tableau stößt, verschiebt die kleinen Marker schnell mal. Der gezackte Rand des Spielertableaus ist deshalb durchaus sinnvoll; er verhindert das schlimmste Durcheinander. Die Regeln von „Outback“ sind kurz und klar. Sie lassen keine Frage offen. Die bereits mitgelieferte Variante bringt noch mal neuen Schwung und andere Strategien ins Spiel. Insgesamt ist „Outback“ ein sehr solides Familienspiel, das mich durch seine Optik, seine unverbrauchte Grundidee und die neuen Mechanismen überzeugt hat.

„Outback“
Autor: Michael Kiesling
Verlag: HUCH! / Vertrieb: Hutter Trade
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 – 45 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

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