Overload

© Schmidt Spiele

Manchmal sind Spiele mit einer einfachen Grundidee und nur wenigen leicht verständlichen Regeln auch Spiele mit einem hohen Unterhaltungswert. Warum sonst sind Spiele wie „Mensch Ärgere Dich Nicht“ oder „Mühle“ bis heute hoch im Kurs? Das Spiel „Overload“, das im Frühjahr bei Schmidt Spiele erschienen ist, hat so eine einfache Grundidee, wenige Regeln und bietet gute Unterhaltung.

Wie funktioniert es?
Overload“ ist ein klassisches Würfel- und Laufspiel. Jeder Spieler hat zwei Spielfiguren, die in ihrer Form an Spindeln für CD-Rohlinge erinnern. Auf jede Spindel passen bis zu acht Scheiben. Wenn eine neunte Scheibe auf die Spindel kommen sollte, dann ist das eine Scheibe zu viel und bedeutet einen Overload – also eine Überladung. Die Spielfigur, die einen Overload hat, verliert alle Scheiben und muss wieder zurück zum Start. Das ist schlecht, denn Ziel ist es eigentlich mit Hilfe eines Würfels die eigenen Figuren mit möglichst vielen Scheiben ins Ziel zu bringen. Dazu bestimmt jeder Spieler schon zu Spielbeginn und immer dann, wenn eine eigene Figur wieder am Start steht, wie viele Scheiben auf die jeweilige Figur gesteckt werden sollen. Mit dieser Anzahl an Scheiben geht diese Figur ins Rennen. Hat ein Spieler beide Spielfiguren im Spiel kann er fortan immer frei entscheiden, welche seiner beiden Figuren er mit dem Würfelergebnis ziehen will. Befindet sich dagegen noch eine Figur im Startbereich, so muss diese erst von dort wegbewegt werden. Der entscheidende Dreh des Spiels besteht darin, dass immer, wenn eine Spielfigur an anderen Figuren vorbeizieht, wird auf die überholten Figuren jeweils eine Scheibe gesteckt. Diese Scheiben kommen aus dem allgemeinen Vorrat. So Scheiben zu bekommen ist gut, weil Spieler ja möglichst viele Scheiben wollen, weil diese beim Überqueren der Ziellinie entsprechend viele Punkte einbringen. Wenn eine Spielfigur gar mit exakt acht Scheiben die Ziellinien überschreitet, gibt es sogar noch einen Bonus von vier Extrapunkten. Das ist durchaus lukrativ, aber auch riskant. Wird die eigene Spielfigur nämlich von mehreren anderen Spielfiguren überholt, kann es sehr schnell passieren, dass die eigene Figur mehr Scheiben abbekommt als gewollt und mit einem Overload wieder zum Start zurück muss. Wenn eine Spielfigur durch die Bewegung nach dem Würfelwurf mit einer oder mehreren anderen Spielfiguren auf einem Feld steht, dann muss der Spieler, der seine Figur auf das Feld bewegt hat, entscheiden, ob er eine Scheibe abgeben oder nehmen will. Diese Entscheidung trifft er dabei für jede einzelne Figur, mit der sich seine Figur das Spielfeld teilt, neu. Dabei kommen keine neuen Scheiben ins Spiel; sie werden vielmehr nur zwischen den Spielfiguren verschoben. Das kann durchaus bedeuten, mehrere Scheiben auf einen Schlag zu bekommen oder mehrere Scheiben abzugeben, um einen möglichen Overload zu verhindern. Das Spiel endet, sobald ein Spieler, abhängig von der Spieleranzahl, eine gewisse Anzahl an Siegpunkten erreicht hat.

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Einschätzung
Die Regeln von „Overload“ sind super schnell erklärt und es kann in fünf Minuten losgehen. Obwohl es so einfach ausschaut stecken in dem Spiel viele taktische Entscheidungen, die die Spieler treffen müssen. Das beginnt schon mit der Frage, mit wie vielen Scheiben die eigenen Spielfiguren am Start ins Rennen geschickt werden sollen? Sind es zu wenige Scheiben, gibt es womöglich am Ende kaum Punkte. Sind es zu viele Scheiben, besteht das Risiko eines Overload. Wichtig ist immer auch die Entscheidung, mit welcher seiner beiden Figuren ein Spieler jeweils zieht? Ist es klüger vorzupreschen oder sollte man lieber defensiv abwarten? Gerade auch das Austauschen von Scheiben mit anderen Spielfiguren, wenn die eigene Spielfigur auf demselben Spielfeld landet, will gut überlegt sein und gibt dem Spiel noch einmal einen besonderen Dreh. Letztlich ist durch den Würfel natürlich auch immer viel Zufall im Spiel. Würfelpech kann einem trotz der richtigen taktischen Entscheidungen immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Insgesamt macht „Overload“ richtig Spaß; das aber vor allem in der Vollbesetzung mit fünf Leuten, weil da ständig jemand andere überholt und ein Overload ausgelöst wird. Dennoch kommt das Spiel auch mit fünf Spielern schnell genug zum Ende und zieht sich nicht unnötig in die Länge. Interessant ist die Variante, die gleich noch mitgeliefert wird und die noch einmal mehr Taktik ins Spiel bringt. „Overload“ ist für mich ein sehr gelungenes Familienspiel, das mit einer interessanten Spielidee und wenigen Regeln viel Unterhaltung bietet.

Overload
Autor:
Wolfgang Riedl
Verlag:
Schmidt Spiele
Für
35 Spieler
Ab
8 Jahren
Dauer:
30 Minuten
Preis:
22 Euro

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