1970 ist der erste Nationalpark in Deutschland gegründet worden. Es war der Nationalpark Bayerischer Wald. Inzwischen gibt es 16 Nationalparks zwischen den Alpen und den Küsten von Ost- und Nordsee. Jeder ist auf seine Art besonders und lohnt einen Besuch. Lust auf Nationalparks macht auch das wunderschöne Familienspiel „Parks“ von Henry Audubon, das bei Feuerland Spiele erschienen ist und von dem jetzt im August eine 2. Edition erscheinen wird. Die Geschichte der Nationalparks beginnt im 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wurde 1872 mit dem Yellowstone National Park der weltweit erste Nationalpark gegründet, um die herausragende Schönheit dieser Naturlandschaft für alle Menschen zu bewahren. Heute gibt es mehr als 1300 Nationalparks allein in Nordamerika. Einige dieser Nationalparks lernen wir bei „Parks“ spielerisch kennen.
Wie funktioniert es?
Bei „Parks“ wandern wir durch Nordamerika und besuchen dort Nationalparks. Das machen wir innerhalb eines Jahres, denn das Spiel ist in vier Durchgänge unterteilt und jeder Durchgang steht für eine Jahreszeit. In einem Durchgang wandern wir einen Weg entlang und sammeln dabei Ressourcen ein.

Es gibt vier Ressourcen im Spiel, rote Berge, grüne Bäume, gelbe Sonnen und blaues Wasser. Alles durch entsprechend gestaltete Ressourcenmarker dargestellt. Es gibt auch noch eine Joker-Ressource; das sind individuell gestaltete Tiermarker, die jeweils einmalig im Spiel vorkommen. Am Ende eines Durchgangs können wir dann die Ressourcen, die wir gesammelt haben, gegen Karten von Nationalparks eintauschen.

Diese Park-Karten sind unterschiedlich teuer und dann auch unterschiedlich wertvoll. Am Ende von vier Durchgängen wird dann einfach geschaut, wer insgesamt die meisten Punkte durch Nationalparkkarten, eine erfüllte Vorsatzkarte und Fotos bekommen hat, die wir auf dem Weg auch noch machen.

Zu Beginn des Spiels muss erst einmal einiges aufgebaut werden. Der Wanderweg wird aus einem Einstiegs- und Ausstiegsplättchen und dazwischenliegenden Wegeplättchen aufgebaut. Den fünf Plättchen, die immer zum Weg gehören, wird zunächst ein weiteres Plättchen zufällig beigemischt und die dann zunächst sechs Wegeplättchen werden zufällig zwischen Einstieg und Ausstieg verteilt.

Auf das Startfeld stellen alle ihre beiden Wanderer-Figuren. Über dem Wanderweg wird ein Spielplan ausgelegt, der Platz für verschiedene Arten von Karten bietet. So werden Jahreszeitenkarten gemischt und die oberste Karte wird aufgedeckt.

Entsprechend der Angaben auf der Jahreszeitenkarte werden auf den Wegeplättchen zusätzliche Ressourcenmarker gelegt. Oberhalb der Jahreszeitenkarten wird ein Stapel mit Feldflaschenkarten platziert. Feldflaschen kann ich nutzen, um sie mit Wasser zu füllen und bei passender Gelegenheit das Wasser in einer Feldflasche gegen die auf der Karte angegebenen Ressource zu tauschen. Zum Start erhalten alle schon mal zufällig eine Feldflaschenkarte. Daneben werden drei der großformatigen Parkkarten offen ausgelegt. Der verdeckte Stapel mit Parkkarten wird daneben bereitgelegt. Unterhalb der Parkkarten hat der Stapel mit Ausrüstungskarten seinen Platz.

Drei der Ausrüstungskarten werden ebenfalls offen ausgelegt. Dann werden Vorsatzkarten gemischt und zwischen zwei der mir ausgeteilten Karten muss ich mich für eine der zwei Karten entscheiden. Ich erhalte am Ende des Spiels die auf der Karte angegebenen Siegpunkte, wenn ich die Anforderungen der Karte erfülle. Dann stellen alle noch ihre zwei Wanderfiguren auf das Startfeld und erhalten ein brennendes Lagerfeuer und dann geht es los.

Bin ich am Zug bewege ich eine meiner beiden Wanderer-Figuren. Betrete ich ein Wegeplättchen mit einer meiner Wanderer-Figuren und bleibe dort stehen, dann bekomme ich die Ressource von diesem Wegeplättchen. Komme ich auf ein Wegeplättchen und liegt dort noch die Ressource von der aktuellen Jahreszeitenkarte, erhalte ich auch diese. Am Ende meines Zuges darf ich nie mehr als zwölf Ressourcen besitzen. Ich kann Ressourcen in Joker-Ressourcen tauschen und so flexibler sein, aber dennoch bleibt das Limit von zwölf Ressourcen bestehen.

Ich darf grundsätzlich so weit nach vorne gehen, wie ich will, aber nie zurück. Ich darf meine Figur auch nicht auf ein Wegeplättchen stellen, wenn dort schon eine andere Figur steht, auch meine eigene zweite. Diese Regel kann ich außer Kraft setzen, wenn ich mein Lagerfeuer auf seine erloschene Seite drehe. Das sollte mit Bedacht getan werden, denn ich kann es erst wieder auf seine brennende Seite drehen, wenn einer meiner Wanderer-Figuren das Zielfeld erreicht.

Außer Ressourcen zu sammeln, kann ich unterwegs noch Fotos machen. Fotos sind die einzige Möglichkeit neben den Parks und erfüllten Vorsatzkarten Siegpunkte zu bekommen. So wandern wir fröhlich voran und sammeln Ressourcen, die wir am Ende eines Durchgangs dann möglicherweise in Nationalparks ummünzen. Das geschieht, wenn ich mit einer Wanderer-Figur den Ausstieg erreiche. Ich muss mich hier dann zwischen drei Möglichkeiten entscheiden. Ich kann mir einen Park reservieren. Dazu wählen ich einen der drei offen ausliegenden Parkkarten oder nehme die oberste Karte vom Nachziehstapel.

Ich lege diese Parkkarte zunächst zur Seite und kann ihn in einer späteren Runde besuchen. Ich kann als zweite Möglichkeit eine Ausrüstungskarte kaufen. Diese bringen vielfältige Vorteile. Als dritte Möglichkeit kann ich einen Park besuchen. Hier nehme ich mir eine der drei offen ausliegenden Parkkarten oder eine meiner reservierten Parkkarten und lege die passenden Ressourcen-Marker zurück in den Vorrat. Sind alle Wanderer Figuren am Ausstieg angekommen, beginnt ein neuer Durchgang. Alle Figuren werden zurück auf den Einstieg gestellt. Zu den Wegeplättchen wird zufällig eine weitere hinzugefügt und der Weg wird wieder zufällig neu gestaltet. Dann beginnt eine neue Wanderung. Nach vier Durchgängen wird gewertet.
Einschätzung

„Parks“ hat mal so richtig schönes Material. Das ist eine Augenweide und die Krönung sind die Jokerressourcenfiguren in Form von kleinen Tieren. Dazu findet alles seinen genauen Platz in der Spieleschachtel.

Das ist vorbildlich. „Parks“ hat mich aber nicht nur deshalb auf gesamter Linie überzeugt. In der, im Verhältnis zu anderen Spielen dieses Kalibers, kleinen Schachtel steckt unheimlich viel Spiel drin. Ich habe eine Menge Dinge, die ich zu beachten habe. Wie nutze ich meine Wasserflaschen geschickt? Welche Ausrüstungskarten sollte ich mir holen? Alles sind wichtige Fragen.

Es ist dennoch nicht kompliziert, aber schon anspruchsvoll. Vor allem ist „Parks“ entspannt wie eine schöne Wanderung. Ich kann in Ruhe überlegen, was ich machen will. Ja, es gibt Konkurrenz um die einzelnen Wegeplättchen oder den Fotoapparat, der Fotos billiger macht, aber nur bedingt. Anderen Leuten was versperren oder wegschnappen geht eigentlich nicht wirklich.

Wichtig ist das gute Haushalten mit den Ressourcen. Und vor allem Fotos sind zu beachten. Eine gute Quelle günstiger Siegpunkte. Dagegen sind die Vorsatzkarten oft sehr aufwendig und teuer. Auch bei den Parkkarten gibt es unterschiedliche Kosten-Nutzen-Verhältnisse. Da lohnt es sich drauf zu achten. Da wir nur vier Durchgänge über relativ kurze Strecken wandern, hält sich die Spielzeit auch in Grenzen.

„Parks“ hat mich wie gesagt voll überzeugt und wenn ich es spiele, habe ich vor allem Lust mal so einen National-Park zu besuchen. Das gibt es bei uns ja auch schöne.
Übrigens wird es jetzt ab Mitte August eine 2. Edition als Neuauflage des Spiels geben. Sie sieht grafisch ein wenig anders aus, aber immer weniger ansehnlich als die 1. Edition. Also, wer Interesse hat, vielleicht noch ein paar Tage warten. Aber die 1. Edition ist auch noch zu haben.
„Parks“
Autor: Henry Audubon
Illustration: Josh Emrich
Verlag: Feuerland Spiele
Für 1 – 5 Personen
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 50 Euro
