
Weltweit gibt es nach dem Standard der Internationalen Union zum Schutz der Natur knapp 4.000 Nationalparks. Die meisten davon, über 1.300, finden sich in Nordamerika. Die Fläche der Nationalparks dort machen über 35 Prozent der weltweiten Fläche der Nationalparks aus. Doch kaum ein anderes Land der Welt hat im Vergleich zu seiner Fläche so viele Nationalparks wie Costa Rica. Die rund 30 Nationalparks machen ein Viertel des Landes in Mittelamerika aus. Was die Vielfalt der Natur angeht, ist Costa Rica sehr reich. Um diese Vielfalt und die Nationalparks in Costa Rica geht es in dem Spiel „Pura Vida“ von Ralf zur Linde und Carsten Rohlfs, das im Wiener Piatnik Verlag erschienen ist.
Wie funktioniert es?

Bei „Pura Vida“ ist es unsere Aufgabe die Vielfalt oder Biodiversität der Nationalparks von Costa Rica nachzubilden. Dazu legen wir Tierplättchen vor uns ab. Es gibt fünf verschiedene Tierarten und fünf verschiedene Hintergründe, die auf den Plättchen zu finden sind. Unser Ziel ist es möglichst dieselbe Tierart aber mit unterschiedlichem Hintergrund in einer Reihe zu sammeln oder wir sammeln verschiedene Tierarten, dann aber alle mit demselben Hintergrund.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin verschiedene Tierarten mit jeweils verschiedenen Hintergründen in eine Reihe zu bekommen, so dass jede Tierart und jeder Hintergrund nur jeweils einmal vorkommen. Je mehr Vielfalt wir haben, umso mehr Punkte können wir holen.

Wir beginnen alle schon mal mit einem zufällig zugeteilten Tierplättchen, als Anfang für unseren Nationalpark. Alle weiteren Tierplättchen gibt es in einer zentralen Auslage. Und zwar auf einem Rundweg. Auf jedem Feld dieses Wegs liegt je ein Tierplättchen, das zufällig dorthin platziert wurde. Am Start dieses Rundwegs haben wir alle je eine Spielfigur, unseren Nationalparkranger.

Die Ranger bewegen wir den Weg entlang. Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Ich darf mit meiner Rangerfigur so weit auf dem Weg nach vorne gehen, wie ich will, aber ich kann nicht wieder zurück. Von jedem Feld, auf dem ich meine Figur abstelle, nehme ich mir das dortige Plättchen und baue es in meinen Nationalpark ein. Dann ist die nächste Person am Zug.

Wenn ich ein Plättchen einbaue, dann muss ich dabei einige Regeln beachten. Ich muss ein Plättchen an ein bereits ausliegendes Plättchen anlegen. Dann geben Pfeile auf den Plättchen vor, von welcher Seite ich das jeweilige Plättchen in meinen Park einfügen darf. Frösche kann ich zum Beispiel nur von oben oder unten an ein ausliegendes Plättchen anlegen, Faultiere dagegen nur von rechts oder links.

Markierungen auf den Plättchen machen deutlich, wie es ausgerichtet werden muss, denn beliebig drehen darf ich die Tierplättchen auch nicht. Außerdem dürfen in einer Reihe, egal ob senkrecht oder waagerecht, nur maximal fünf Plättchen direkt nebeneinanderliegen. Kann oder will ich keine Plättchen mehr aus der Auslage nehmen, stelle ich meine Rangerfigur auf das Startfeld, mache ich das zuerst, bin ich in der nächsten Runde Startspieler.

Die neue Runde beginnt, nachdem alle wieder auf dem Startfeld sind. Dann werden alle übrigen Plättchen vom Weg abgeräumt und die Felder werden neu gefüllt. Habe ich mindestens drei passende Plättchen in einer Reihe zusammen gibt das schon mal Punkte, die auf einer Punkteleiste festgehalten werden. Hat jemand 20 oder mehr Punkte erreicht, haben alle anderen noch einen Zug, dann endet das Spiel. Wer jetzt am weitesten vorne auf der Punkteleiste steht, gewinnt.
Einschätzung

„Pura Vida“ ist ein schnell erklärtes, einfaches, aber auch elegantes Familienspiel. Das Material sieht gut aus. Es ist auf das Notwendigste reduziert ohne irgendwelchen unnötigen Schnickschnack. Gut gefällt mir auch, dass in der Mitte der zentralen Auslage zu sehen ist, wofür es welche Punkte gibt. Von der Spielidee liefert es nicht viel Neues. Lege Plättchen möglichst gewinnbringend in eine persönliche Auslage, das gibt es in vielen Varianten.

Doch der Dreh, dass ich Plättchen nur von vorgegebenen Seiten in meine Auslage schieben kann, gibt dem Ganzen auf elegante Weise dann doch einen gewissen Reiz. Diese Regel ist aber auch die einzige Stelle, an der es manchmal im Spiel hakt, weil die Pfeile auf den Plättchen gerne auch mal falsch verstanden werden. Aber das lernt man in der ersten Partie schnell. Viel ist natürlich auch von der Auslage abhängig, ob Plättchen auf den Weg kommen, die mir in die Planung passen und mir Punkte liefern, aber damit haben alle zu kämpfen. Das Schöne an „Pura Vida“ ist seine Unkompliziertheit und das ansprechende Thema und die ebenso ansprechende Gestaltung. Die kurze Spieldauer führt dazu, dass ich es immer wieder gerne mal vorhole und spiele. Ein eingängiges Familienspiel für Menschen, die das Thema Natur mögen.
„Pura Vida“
Autor: Ralf zur Linde und Carsten Rohlfs
Verlag: Piatnik
Für 2 – 4 Personen
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 27 Euro
