
Las Vegas ist berühmt für seine Casinos; das Bellagio, MGM Grand, das Golden Nugget, The Venetian, um nur einige zu nennen. Und wer schon mal so ein Casino von innen gesehen hat, kennt auch die typischen Casinospiele. Neben den einarmigen Banditen, sind vor allem Roulette, Poker, Seven Eleven und Blackjack beliebt. Eine sehr unterhaltsame und vor allem familienfreundliche Form von Blackjack bietet „Ratjack“. Das Spiel von Mathieu Can und Maxime Mercier ist bei Frosted Games erschienen. In Blackjack oder Siebzehn und Vier, wie es auch genannt wird, versuche ich mit Karten, die vor mir ausliegen einen Punktewert von genau 21 zu erreichen oder möglichst nahe an die 21 ranzukommen. Übertreffe ich die 21 habe ich verloren. „Ratjack“ folgt diesem Spielprinzip.
Wie funktioniert es?

Bei „Ratjack“ versuchen wir genau 25 Punkte mit Kartenwerten zu erzielen. Schaffe ich vor allen anderen exakt 25 Punkte, dann habe ich gewonnen. Zumindest einen von drei notwendigen Sieg-Chips. Wenn eine Runde zu Ende ist und ich komme näher an die 25 heran als alle anderen, habe ich auch gewonnen und bekomme ebenfalls einen Sieg-Chip.

Gehe ich allerdings über die 25 hinaus, habe ich verloren und die Person, die mich über die 25 bugsiert hat, bekommt einen Sieg-Chip. Schaffe ich es jedoch eine andere Person über die 25 zu kriegen, dann erhalte wiederum ich einen Sieg-Chip. Bin ich die letzte Person, die noch im Spiel verblieben ist, bekomme ich ebenfalls einen Sieg-Chip. Möglichkeiten Sieg-Chips zu erhalten, gibt es viele.

Aufgebaut ist „Ratjack“ schnell. Wir wählen zwei von vier möglichen Kartensets. Jedes Set besteht aus zwölf Karten mit den Zahlenwerten eins bis zwölf. Versehen sind die Karten mit lustigen Illustrationen von Ratten, Wiesel und Waschbären. Jede Karte hat neben ihrem Zahlenwert auch einen Effekt, und den gilt es klug zu nutzen. Abhängig vom Set haben die Karten verschiedene Effekte.

Zusätzlich gibt es im Spiel noch sechs besondere Poker-Chips. Diese Poker-Chips werden durch Karten-Effekte auf eigene oder fremde Karten platziert. Dadurch werden die Werte von Karten verändert. So ist eine Zehn plötzlich nur noch halb so viel wert oder doppelt so viel. Was das Spiel ziemlich durcheinanderbringen kann.

Die beiden Kartensets, die wir gewählt haben, werden zusammen gemischt und wir alle erhalten je zwei Karten. Die oberste Karte wird vom allgemeinen Nachziehstapel offen als Beginn des Ablagestapels bereitgelegt. Wir schauen unsere Karten an legen eine Karte verdeckt vor uns ab, die andere behalten wir auf der Hand. Bin ich am Zug ziehe ich die oberste Karte vom allgemeinen Nachziehstapel oder vom Ablagestapel auf meine Hand. Nun habe ich drei Möglichkeiten: Ich kann eine Karte verdeckt vor mich legen. Dann passiert nichts.

Oder ich lege eine Karte offen vor mich und löse ihren Effekt aus. Oder ich werfe eine Karte auf den Ablagestapel und drehe eine meiner verdeckten Karten um und löse dann deren Effekt aus.

Das machen wir reihum so lange, bis eine der Gewinnsituationen eintritt. Also jemand hat exakt 25 Punkte mit offenen Karten oder alle bis auf eine Person sind ausgeschieden. Sollte keine Person die 25 Punkte auf Karten erreicht haben, bis die letzte Karte gezogen wird, und es sind noch mehrere Personen im Spiel, wird geschaut, wer der 25 am nächsten gekommen ist. Dann wird eine neue Runde vorbereitet. In gleicher Weise wird so lange gespielt, bis eine Person drei Sieg-Chips sammeln konnte.
Einschätzung

„Ratjack“ ist sehr schnell vorbereitet und erklärt, denn es gibt ja nur drei mögliche Aktionen, und dann geht es auch schon los. Und manche Runden können genauso schnell auch wieder vorbei sein, weil jemand im Handumdrehen 25 Punkte erreicht. Oder es dauert ein wenig länger, weil sich alle immer gegenseitig Karten weghauen und Werte verändern. Das ist sehr lustig und unterhaltsam und macht einfach tierisch viel Spaß.

Ich kann bei „Ratjack“ keine Strategie verfolgen, sondern muss taktisch agieren, anhand der Karten, die ich bei den anderen sehe und denen auf meiner Hand und in meiner Auslage, verdeckt oder offen. Vor allem aber muss ich zocken und manchmal bluffen. Denn, was die anderen so unter ihren verdeckten Karten haben, wer weiß das schon! Es sei denn, ich kalkuliere anhand der offen ausliegenden Karten, aber auch dann gehört ein wenig Glück dazu.

Wichtig ist es vor allem auch die Karteneffekte klug und effizient einzusetzen. Alle Karteneffekte werden auf zusätzlichen Karten erklärt. So gibt es keine Missverständnisse. „Ratjack“ eignet sich für Familien, aber auch für Runden mit Menschen, die viel spielen. Das Material ist sehr hochwertig und verbreitet ein schönes Casino-Feeling. Nur, dass ich hier eben kein Geld verliere, sondern Spaß ohne Reue habe. Eine absolute Empfehlung.
„Ratjack“
Autor: Mathieu Can und Maxime Mercier
Illustration: Zael
Verlag: Frosted Games
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 22 Euro
