Scotland Yard – Sherlock-Holmes-Edition

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Es war 1983. Und „Scotland Yard“ wurde Spiel des Jahres. Ein Spiel, das mich damals als Jugendlicher begeistert hat. Und ich war offensichtlich nicht der einzige. Alleine in den ersten beiden Jahren nach dem Erscheinen von “Scotland Yard” wurden eine Million Exemplare des Spiels verkauft. In den letzten vier Jahrzehnten gab es immer mal wieder Neuauflagen. Die jüngste ist „Scotland Yard – Sherlock-Holmes-Edition“.

Wie funktioniert es? 

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Die “Sherlock-Holmes-Edition” funktioniert wie jede andere Auflage von “Scotland Yard” auch. Wie schon 1983 gilt es auch heute für die Detektive den unbekannten Mister X einzuholen und zu fangen. Nur, dass Mister X in diesem Fall Professor Moriarty ist, und die Detektive, die ihn Verfolgen, sind keine geringeren als Sherlock Holmes und seine Gruppe von Unterstützern, allen voran natürlich Dr. Watson. Dazu übernimmt eine Person die Rolle des Professor Moriarty.

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Sein Startpunkt in London wird nur für ihn sichtbar zufällig festgelegt. Seine Spielfigur bleibt aber zunächst neben dem Spielplan, auf dem der Stadtplan der Londoner Innenstadt zu sehen ist, mit all den berühmten Sehenswürdigkeiten, von Big Ben bis Buckingham Palace.

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Der Stadtplan zeigt zudem das Londoner Verkehrsnetz und dazugehörige Transportmittel: Der viktorianischen Zeit angemessen sind die sonst üblichen Taxen durch Kutschen und die berühmten Londoner Doppeldeckerbusse durch Pferdebahnen ersetzt worden. Die London Underground bleibt dem Spiel erhalten, da es sie tatsächlich bereits ab dem Jahr 1863 in London gegeben hat. Zudem gibt es noch Fährverbindungen über die Themse. Alle Haltepunkte der Verkehrsmittel sind durchnummeriert. Für die bis zu fünf Detektive werden ebenfalls zufällig Startpunkte bestimmt.

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Bei nur zwei oder drei Detektiven werden diese durch Bobbies, den traditionellen Londoner Polizisten, unterstützt. Um die Verkehrsmittel nutzen zu können, müssen die Detektive entsprechende Tickets verwenden, von denen ihnen in jeder Sorte (Kutsche, Pferdebahn und Underground) aber nur jeweils ein begrenzter Umfang zu Verfügung steht. Professor Moriarty benötigt keine Tickets, um Verkehrsmittel zu nutzen. Er trägt die Orte an denen er sich befindet auf einer Tafel ein und überdeckt seine Eintragungen dann mit dem Ticket des Verkehrsmittels, das er genutzt hat. Auch die Bobbies fahren mit einem Freifahrtschein! Zuerst zieht immer Professor Moriarty geheim von einem Punkt zum nächsten entlang der möglichen Verkehrslinien.

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Dann sind die Detektive an der Reihe und bewegen ihre Figuren. Sollte jemals ein Detektiv oder Bobbie am gleichen Ort stehen, an dem sich auch Professor Moriarty aufhält, so hat dieser verloren. Während des Spiels muss sich Professor Moriarty nach einer bestimmten Anzahl von Zügen immer mal zeigen. Er stellt dann seine Spielfigur auf den Spielplan. Nach 16 Runden ist jedoch bereits Schluss, ist Professor Moriarty dann nicht gefasst, hat er gewonnen. Er gewinnt auch, wenn es ihm gelingt, drei Tatortkarten auszuspielen.

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Und damit wären wir bei den Besonderheiten der “Sherlock-Holmes-Edition”. Die Person, die Professor Moriarty spielt, erhält zu Beginn des Spiels zufällig drei Tatortkarten. Auf ihnen sind Orte auf dem Stadtplan eingezeichnet. Befindet sich Moriarty nach einer Bewegung auf so einem dieser Ort, kann er sagen, dass er ein Verbrechen begangen hat. Da die Tatorte auf bestimmte Örtlichkeiten, wie Parks beschränkt sind, können die Detektive vermuten, wo Moriarty sein könnte. Außerdem hat Moriarty auch bestimmte Charakterfähigkeiten.

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Diese kann er nutzen, wenn er sich in einem seiner Geheimverstecke befindet. Diese bieten ihm noch mehr Optionen, um den Detektiven zu entkommen. Damit es ausgeglichen bleibt, haben die Detektive ebenfalls Charakterfähigkeiten. Je nach Charakter sind diese verschieden. So kann die Person, die Sherlock Holmes spielt, die Person, die Moriarty spielt, fragen, in welchem der vier Londoner Stadtteile sich Moriarty gerade aufhält. Der Einsatz dieser speziellen Fähigkeiten ist jedoch beschränkt auf zwei Mal. Daher müssen sie klug genutzt werden, damit Professor Moriarty am Ende nicht davonkommt.

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Einschätzung
Die Optik von „Scotland Yard – Sherlock-Holmes-Edition” gefällt mir sehr gut! Das viktorianische Zeitalter wird schön eingefangen und es entsteht sofort ein für Sherlock Holmes passendes Ambiente. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Und auch das Spielgefühl ist noch genauso da. Das Spiel zieht diesen Reiz vor allem aus der Spannung, ob Professor Moriarty gefangen werden kann. Können die Detektive seine Züge erahnen und ihm den Weg abschneiden? Das macht ungeheuer Spaß. Für die Person, die Professor Moriarty spielt, ist es noch spannender! Werde ich erwischt oder komme ich durch? Die neuen Regeln, inklusiver der Charakterfähigkeiten, die dazu gekommen sind, machen das Spiel noch interessanter. Es besteht auch die Möglichkeit die Sherlock-Holmes-Edition als normales Scotland Yard zu spielen. Aber wer sollte das wollen. Das Spiel war, ist und bleibt genial – auch in der neuen Variante.

„Scotland Yard – Sherlock-Holmes-Edition“
Autor: Projekt Team III
Verlag: Ravensburger
Für 2 – 6 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 45 – 60 Minuten
Preis: 30 Euro 

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