Silent Planet

© Amigo Spiele

Gewöhnlich leben Gesellschaftsspiele auch vom lebhaften Miteinander der Menschen, die sich da an einem Tisch zusammengefunden haben. Miteinander reden ist oft sehr wichtig in Spielen. Doch es gibt auch Spiele, die diese Art der Kommunikation untersagen. Ja, deren grundsätzliche Spielidee darin besteht, nicht verbal zu kommunizieren, und auch die nonverbale Kommunikation wird auf ein einziges spielerisches Mittel beschränkt. Ein Beispiel dafür ist das Kennerspiel des Jahres 2020 „Die Crew“. Auch das bei Amigo-Spiele erschienene Kartenspiel „Silent Planet“ folgt dem gleichen Grundprinzip: Reden verboten!

 

Wie funktioniert es?
„Silent Planet“ ist ein kooperatives Spiel, das aus 55 Karten besteht. Die Karten zeigen fünf verschiedene Arten von Aliens, mit den Zahlenwerten Eins bis Fünf.

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Von jeder Alien-Art gibt es jedoch unterschiedlich viele Karten. Während es viele Einsen gibt (15 Stück), nimmt die Anzahl der Karten ab je höher der Zahlenwert wird. So gibt es nur vier Karten mit dem Zahlenwert Fünf. Außerdem gibt es noch neun Joker-Karten. Mit den Aliens sollen wir auf dem „Silent Planet“ zusammenarbeiten und Teams von fünf gleichen oder von fünf verschiedenen Aliens bilden. Dabei müssen wir so viele Teams bilden wie Leute am Spiel teilnehmen. Nur auf dem Planeten läuft alles, wie der Name schon sagt, stumm ab; also ist nonverbale Kommunikation gefordert. Nachdem alle Alien-Karten gemischt wurden, bekommt jeder jeweils verdeckt neun Karten. Restliche Karten kommen in die Schachtel zurück. Meine neun Karten schaue ich mir an und lege sie dann verdeckt in einer Reihe vor mir aus. Ich darf dann so viele Karten aufdecken wie ich will, um den anderen – hoffentlich erfolgreich – zu signalisieren, welche Karten wo unter den verdeckten Karten in meiner Reihe liegen.

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Alle anderen beraten nun stumm wo sich wohl welcher Zahlenwert in meiner Reihe verstecken könnte. Ich darf natürlich keinerlei Hinweise geben. Dann entscheiden die anderen welche meiner verdeckten Karten sie aufdecken wollen und legen sie offen in die Mitte. Offene Karten in meiner Reihe dürfen nicht gewählt werden. Dann wechseln die Rollen im Uhrzeigersinn. Jetzt wird eine Karte einer anderen Person gewählt, aufgedeckt und in die Mitte gelegt. Passt die Karte ins Team, dann geht es weiter. Passt die Karte jedoch nicht werden alle bis dahin aufgedeckten Karten abgeräumt und wir starten einen neuen Versuch ein Team zu bilden. Denn zwei Teams gleichzeitig dürfen nicht gebildet werden. Wir gewinnen gemeinsam, wenn wir es schaffen die erforderlichen Teams zu bilden und verlieren, wenn wir das eben nicht schaffen.

Einschätzung
Nonverbale Kommunikations-Spiele sind immer wieder sehr beliebt und funktionieren tatsächlich, obwohl man sich am Anfang immer fragt, wie das eigentlich gehen soll. Das wohl extremste Beispiel dafür ist „The Mind“, das 2018 für das Spiel des Jahres nominiert war.

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Wie das erfolgreich funktionieren soll, ist auch bei „Silent Planet“ die Frage, die sich stellt. Zu Beginn gibt es da viele Fragezeichen, aber nach der ersten Partie wird allen klar wie der Hase läuft oder laufen kann. Denn einfach ist es wirklich nicht die passenden Teams zusammenzubekommen. Und je öfter wir scheitern, umso schwieriger wird es, da ja immer weniger Karten zur Verfügung stehen. Das macht es herausfordernd und reizvoll. Ich muss überlegen, wie ich die Karten in meiner Reihe platziere und welche ich sinnvollerweise aufdecke, um den anderen zu helfen. Die Gedankengänge der Mitspieler zu erraten, macht aber vor allem auch Spaß. Entscheidend ist jedoch, dass sich alle an die Regeln halten und eisern schweigen. Dank weniger Regeln gelingt der Einstieg bei „Silent Planet“ wirklich schnell und auch die Spieldauer ist mit knapp 15 Minuten wirklich kurz. Insgesamt ist „Silent Planet“ ein einfaches und dennoch spannendes und unterhaltsames Familien- und Erwachsenenspiel.

„Silent Planet“
Autor: Klaus Altenburger
Verlag: Amigo Spiele
Für 2 – 6 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 15 Minuten
Preis: 8 Euro

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