The Game

Ganz früher habe ich mit meiner Oma ein Kartenspiel gespielt, das denkbar einfach war: Wir mussten einfach Karten in der richtigen Reihenfolge ablegen. Patience nennt sich das. Es funktioniert als Solitärspiel, aber auch im Team. Nun hat es ein Kartenspiel auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres geschafft, das sich durchaus mit Patience vergleichen lässt: „The Game“ vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag.

Wie funktioniert es?

Gespielt wird „The Game“ entweder alleine oder gemeinsam mit zwei bis fünf Spielern. Ziel ist es gemeinsam möglichst alle Karten mit den Zahlenwerten von 2 – 99 abzulegen. Dazu gibt es vier mögliche Ablagestapel. Bei zwei der Stapel müssen die Karten absteigend gelegt werden, bei zwei weiteren Stapeln sollen die Karten aufsteigend gelegt werden. Dabei ist es zulässig zwischen den Zahlenwerten Lücken zu lassen. Anhängig von der Spieleranzahl erhält jeder Mitspieler sechs bis acht Karten. Diese Karten dürfen den Mitspielern nicht gezeigt werden. Auch sollen die konkreten Kartenwerte nicht gesagt werden. Jedoch ist es erlaubt, dass sich die Spieler gegenseitig Hinweise geben, auf welche Reihe sie selbst Karten legen wollen. Ein Spieler muss immer mindestens zwei seiner Handkarten ablegen. Es können aber auch mehr Karten sein. Er kann die Karten auf einen einzigen Ablagestapel legen, oder beliebig auf die vier Stapel verteilen. So viele Karten wie ein Spieler gelegt hat, muss er dann auch wieder nachziehen. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, muss jeder Spieler nur noch eine Karte legen. Das Spiel endet, wenn entweder alle Karten regelkonform abgelegt werden konnten, oder wenn ein Spieler keine Karten mehr regelgerecht ablegen kann. Dann haben die Spieler als Gruppe verloren. Um das Ziel zu erreichen, hilft noch eine wichtige Regel. Es kann in den Ablagestapeln immer um einen Zehnerschritt zurückgesprungen werden. So kann beispielsweise in dem absteigenden Ablagestapel nach der 48 die 58 gelegt werden, um dann mit einer 55 weiterzumachen, auf die eine 65 folgen darf. Im aufsteigenden Ablagestapel funktioniert das genau umgekehrt. Das geschickte Ausnutzen dieser Regel kann über Erfolg oder Misserfolg bei „The Game“ entscheiden.

Einschätzung

„The Game“ bietet den denkbar leichtesten Spieleinstieg. Die Regeln sind ultraleicht. Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Spiel nicht ganz so einfach ist. Da muss schon überlegt werden, wer welche Karten auf welchen Stapel legt. Natürlich ist „The Game“ wieder ein Spiel für alle, die gerne gemeinsam mit anderen spielen ohne gegen sie zu spielen. In diesem Sinne steht „The Game“ in der Tradition von „Hanabi“. Sollte es bei der Spiel des Jahres Jury ähnlich gut ankommen, dann wäre innerhalb weniger Jahre zwei Mal ein kooperatives Kartenspiel zum Spiel des Jahres gekürt.

„The Game“

Autor: Steffen Benndorf

Verlag: NSV (Nürnberger-Spielkarten-Verlag)

Für 1 – 5 Spieler

Ab 8 Jahren

Dauer: 20 Minuten

Preis: ca. 7 Euro

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