
Einmal eine Weltreise machen. Davon träumen viele Leute. Die schönsten Orte und prächtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen. Allerdings müsste man dafür die Zeit und noch viel wichtiger auch das Geld haben. Mal abgesehen von den ganzen Widrigkeiten, die sonst noch so zu bedenken sind. Von Impfungen gegen diverse Krankheiten und Konfliktherden, die einem das Reisen schwer machen. Immerhin gibt es die Möglichkeit im Spiel so eine Tour um den Globus anzutreten, ohne Erkrankung oder sonstige Unannehmlichkeiten befürchten zu müssen. Als Kind habe ich da „Europareise“ geliebt. Kreuz und quer ging es da von Spanien nach Schweden und Island nach Griechenland. An dieses Spiel meiner Kindheit wurde ich erinnert, als ich „Trekking – Reise um die Welt“ das bei Game Factory erschienen ist, gesehen habe. Bedeutende Sehenswürdigkeiten überall auf dem Globus verbunden über Linien und ich reise von einem Ort zum andern. Doch das Spiel von Charlie Bink hat dann doch mehr zu bieten als „Europareise“. Nicht nur, weil wir mehr als einen Kontinent bereisen und die Illustrationen von Aleksey Shirokikh und Marta Danecka bedeutend besser aussehen als die nüchterne Grafik der frühen achtziger Jahre.
Wie funktioniert es?
Bei „Trekking – Reise um die Welt“ geht es darum, auf unterschiedliche Art Siegpunkte zu bekommen und am Ende die meisten davon zu haben. Die meisten Siegpunkte bekomme ich, indem ich Sehenswürdigkeiten besuche. Ich kann aber auch Punkte erhalten, wenn ich Souvenirs einsammle, und zwar möglichst viele davon!

Das Zentrum des Spiels ist der große zentrale Spielplan in Form eines flach ausgewalzten Globus. Sechs Kontinente sind zu sehen, mit jeweils einem zentralen Flughafen, von wo unsere Reise beginnt. Sämtliche Orte auf den Kontinenten sind über Linien miteinander verbunden. Jeder Ort, mit Ausnahme der Flughäfen, ist beschriftet und zu jedem Ort gibt es auch eine Sehenswürdigkeiten-Karte.

Vier dieser Sehenswürdigkeiten-Karten liegen immer offen oberhalb des Spielplans aus. Daneben ein verdeckter Nachziehstapel mit weiteren Sehenswürdigkeiten. Reise ich zu einem dieser Orte und bezahle die jeweiligen Kosten in Form von Reisekarten, erhalte ich die Karte und am Ende die darauf abgedruckten Siegpunkte. Bonuspunkte kann ich erzielen, wenn ich eine der zwei Sehenswürdigkeiten besuche und bezahle, die am weitesten vom Nachziehstapel entfernt liegen.

Weitere Siegpunkte kann ich erhalten, wenn ich Souvenirs einsammle. Diese werden durch kleine Holzklötzchen, in den Farben Rot, Gelb, Blau und Weiß verkörpert. Diese „Souvenirs“ werden zu Beginn des Spiels zufällig an jeden Ort auf dem Globus verteilt. Bei weniger als vier Personen kommen entsprechend weniger Holzklötzchen ins Spiel.

Souvenirs sammle ich auf einem Koffer und ich werde dafür belohnt, wenn ich Spalten mit verschiedenfarbigen Souvenirs sammle.
Allerdings gibt es auch Sonderpunkte, wenn ich in einer Farbe mehr Souvenirs habe als alle anderen Reisenden. Um reisen zu können, benötige ich Reisekarten. Die gibt es in fünf Farben und mit den Werten Eins bis Drei.

Mit einem kleinen Startkapital an Reisekarten werden alle zu Beginn des Spiels schon mal versorgt. So ausgestattet kann es losgehen.
Bin ich am Zug, muss ich meine Spielfigur immer zuerst bewegen, wofür ich meine Reisekarten benutze. Eine Ausnahme von dieser Regel gibt es nur, wenn ich keine Reisekarten besitze oder ich so von anderen Figuren eingebaut bin, dass ich meine Spielfigur nicht bewegen. Ich kann so viele Reisekarten ausspielen, wie ich will.

Dann zähle ich die Zahlen auf meinen ausgespielten Reisekarten zusammen und bewege meine Spielfigur entlang der Linien von Ort zu Ort, und zwar exakt so weit, wie es die Summe der ausgespielten Karten vorgibt. Ich darf keine Schritte verfallen lassen.

Zudem darf ich nicht dorthin, wo schon eine andere Figur steht, auch nicht durch einen Ort mit einer anderen Figur hindurchreisen. Bin ich an einem Ort angekommen, nehme ich mir erst einmal das dortige Souvenir, wenn da noch eins liegen sollte und lege es in die entsprechende Reihe auf meinem Koffer. Souvenirs, an denen ich auf meinem Weg vorbeikomme, darf ich nicht einsammeln.

An meinem Zielort angekommen, kann ich zwischen drei verschiedenen Aktionen wählen. Ich kann entweder zwei neue Reisekarten ziehen. Oder ich bezahle die Kosten der Sehenswürdigkeiten-Karte an diesem Ort und nehme mir diese dann auch. Die Kosten zahle ich auch mit Reisekarten. Nun kommt es aber nicht auf die Zahl, sondern die Farbe der Karten an. Denn Sehenswürdigkeiten-Karten haben Kosten von zwei oder drei Farben, die ich dann abgeben muss.

Ich kann aber auch als dritte Aktion eine von zwei speziellen Aktionen nutzen, die zu Beginn des Spiels ausgelegt wurden. Um dies zu tun, muss ich zwei gleichfarbige Karten ablegen. Habe ich eine der drei Aktionen gewählt, bin ich fertig; die nächste Person ist am Zug. Gespielt wird so lange, bis jemand fünf Sehenswürdigkeiten-Karten hat oder, wenn auf fünf der sechs Kontinente keine Souvenirs mehr zu holen sind. Dann werden die Siegpunkte zusammengerechnet. Neben den Punkten für Sehenswürdigkeiten und den Souvenirs gibt es noch Bonuspunkte für Kontinente, wenn ich von einem Kontinent das letzte Souvenir-Klötzchen genommen habe und manche Spezialaktionen geben auch Extrapunkte. Wer in Summe die meisten Punkte hat, gewinnt.

Einschätzung
„Trekking – Reise um die Welt“ ist ein gutes klassisches Familienspiel mit einem zeitlosen Thema. Es ist wunderschön gestaltet und hat sehr gutes Material. Fast am besten gefällt mir, dass es einen Plastikeinsatz für die Spieleschachtel gibt, wo alles seinen Platz findet; und das Beste daran ist, dass dieser Einsatz mit einem eigenen Deckel verschlossen werden kann! Da fällt nichts in der Schachtel umher.

Schön finde ich auch, dass alle Sehenswürdigkeiten-Karten auf der Rückseite eine Erklärung zu der Sehenswürdigkeit haben, die vorne drauf zu sehen ist. Und ich erfahre zudem, wo auf der Welt bestimmte Orte liegen. Von manchen hatte ich vorher noch nichts gehört. Ich lerne bei diesem Spiel also auch noch was!

Die Regeln von „Trekking – Reise um die Welt“ sind wirklich einfach und überschaubar und sie stehen sowohl auf Spielehilfen, die es für alle gibt, als auch noch einmal groß auf dem Spielbrett. Da gibt es keine Fragen, die offen bleiben. Die Spielanleitung ist zudem vorbildlich. Das ist handwerklich einfach alles sehr gut gemacht.
Die spielerischen Herausforderungen halten sich zwar in Grenzen, aber ich muss schon auch planen, wie ich meine Züge am besten nutze und meine Reisekarten optimal einsetze. Dabei sollte ich immer auch alle anderen Reisenden im Blick haben. Die Reisekarten, die sie sammeln und die Strecken, die sie zurücklegen, sagen mir was über ihre Ziele. Kann ich eine Sehenswürdigkeit vor ihnen erreichen und habe ich dann die passenden Karten, um die Kosten zu bezahlen?

Oder versuche ich mehr Punkte über Souvenirs zu holen und gehe nicht so sehr auf die Jagd nach den Sehenswürdigkeiten? Also da bietet „Trekking – Reise um die Welt“ schon noch mehr Spieltiefe als die „Europareise“ von früher. Insgesamt ist „Trekking – Reise um die Welt“ ein Spiel für Leute, die eher weniger spielen und für Familien, die in das Hobby Brettspiele tiefer einsteigen wollen, die dabei ein schönes Thema suchen und rund eine Stunde gut unterhalten werden wollen. Dabei ist es lehrreich und schön anzusehen und sicher auch ein Spiel für Menschen, die gerne reisen und dann in Erinnerungen schwelgen können.
„Trekking – Reise um die Welt“
Autor: Charlie Bink
Illustration: Aleksey Shirokikh, Marta Danecka
Verlag: Game Factory
Für 2 – 5 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 45 Minuten
Preis: 40 Euro
