Tulpenfieber

© Amigo Spiele

Auch, wenn es viele Menschen überraschen mag, aber den ersten Börsencrash der Welt hat es nicht etwa am berühmten Black Friday 1929 gegeben, sondern schon 300 Jahre davor! Und Auslöser waren Blumen! Tulpen, um genau zu sein. Das berühmte Tulpenfieber von 1637! Beim gleichnamigen Spiel von Amigo Spiele von Autor Uwe Rosenberg geht es aber keineswegs um Spekulationen mit Tulpenzwiebeln, sondern ums Würfeln.

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Wie funktioniert es?
„Tulpenfieber“ ist im Grunde ein sehr einfaches Spiel. Zu Beginn des Spiels erhalte ich mein eigenes Tableau, auf das ich Tulpen „anpflanzen“ soll. Drei Felder darf ich gleich schon mal mit Tulpenplättchen belegen. Die Tulpenfelder auf meinem Tableau sind in fünf Zeilen und sieben Spalten unterteilt. In jedem Feld sind Würfel abgebildet. Die Spalten beginnen bei der Eins und enden bei der Sechs. In der Mitte liegt eine Spalte, die Straßen von Zahlen zeigt. Die Zeilen gehen von zwei gleichen Zahlen bis zu fünf gleichen Zahlen.

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Bin ich am Zug würfle ich zunächst mit vier Würfeln. Bis zu drei Mal darf ich würfeln. Dabei darf ich bei jedem Wurf neu entscheiden, welche Würfel ich liegen lasse und welche ich neu würfeln will. Nach spätestens drei Würfen wähle ich ein Würfelergebnis, das die Würfel zeigen, wenn ich nicht weiter würfeln will oder kann. Dann nehme ich genau ein Tulpenplättchen aus dem allgemeinen Vorrat und lege es auf mein Tableau, und zwar natürlich an die Stelle, die dieses Würfelergebnis zeigt.

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Ich kann mir bis zu zwei zusätzliche Würfe erkaufen, wenn ich für jeden zusätzlichen Wurf zwei Tulpenplättchen auf ihre Rückseite drehe. Dort ist dann ein Geldsack zu sehen. Und was ist das Ziel des Ganzen? Ich gewinne, wenn ich als erste Person alle sieben Felder in der vierten Zeile oder mindestens drei Felder in der fünften Zeile mit Tulpenplättchen belegt habe. Das kann ich natürlich nur schaffen, wenn ich mehr als die vier Würfel habe, die ich am Anfang habe. Tatsächlich kann ich noch weitere Würfel hinzubekommen, so dass ich im Idealfall sieben Würfel verwenden kann.

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Den ersten zusätzlichen Würfel gibt es dann, wenn ich es schaffe, drei Tulpenplättchen vertikal oder diagonal in den ersten drei Zeilen zu platzieren. Weitere Würfel kommen hinzu, wenn ich entsprechendes für die vierte und fünfte Zeile schaffe. Hilfreich kann auch ein Bonusplättchen sein, das ich dann legen kann, wenn ich sechs Tulpenplättchen im Rechteck platzieren konnte.

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Auf dieses Plättchen kann ich zu Beginn meines Zuges einen meiner Würfel legen und eine Zahl für ihn festlegen. Ich kann aber auch sehr gut ohne dieses Bonusplättchen zum Erfolg kommen. In der Solovariante gelten dieselben Ziele für den Sieg wie in der Version mit mehreren Personen. Da ich aber allein agiere, geht es nicht darum erster zu sein, sondern möglichst wenige Tulpenfelder belegt zu haben, bis ich die Siegbedingung erreiche.

Einschätzung
„Tulpenfieber“ ist ein sehr eingängiges und leichtes Familienspiel, bei dem sich Glück und Strategie im Grunde die Waage halten. Natürlich muss ich Glück haben, dass die Würfel so fallen, dass ich es auch gebrauchen kann. Aber ich kann meinem Glück natürlich auch auf die Beine helfen, wenn ich die richtigen Entscheidungen beim Belegen der Tulpenfelder treffe.

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Also ist nicht alles nur Zufall. Es ist kurz und kurzweilig, die Regeln sind schnell erklärt. Im Grunde ist „Tulpenfieber“ eine Art Kniffel, nur mit Tulpen eben. Die allerdings kaum als solche auf den kleinen Plättchen zu erkennen sind. Es könnten auch Rosen sein, oder sonstige Blumen. Vermutlich hat sich der Verlag bemüht, Schachtel und Spielmaterial nicht unnötig groß zu machen. Heute spielen ja auch Umweltgesichtspunkte und Nachhaltigkeit eine Rolle. Das ist auch sehr wichtig. Ein wenig größer hätte das Material aber dennoch ausfallen können. Grundsätzlich funktioniert jedoch alles völlig einwandfrei. Die Solovariante hat mich nicht so überzeugt. Das war mir schlicht zu fade und mir fehlte völlig die Spannung. Im Spiel mit mehreren Personen entsteht die dadurch, dass es eben ein Wettrennen ist, wer die Siegbedingungen zuerst erreicht. Da macht es wirklich Spaß. Als solches ist „Tulpenfieber“ ein solides und rundes Familienspiel für Einsteiger und Menschen, die wenig spielen und die kurze und einfache Spiele mögen.

„Tulpenfieber“
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag: Amigo Spiele
Für 1 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 20 Euro

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