Villagers – Bau dir dein Dorf

© Kosmos Verlag

Auch wenn es seltsam anmuten mag, aber auch die größten Megametropolen der Welt wie New York, Tokio oder Kairo sind aus einem kleinen Dorf entstanden. Aus kleinsten Anfängen haben sie sich entwickelt. Und genau diese dörflichen Anfänge werden in „Villagers – Bau dir dein Dorf“ nachempfunden, das im Herbst im Kosmos Verlag erschienen ist.

Wie funktioniert es?
„Villagers – Bau dir dein Dorf“ ist ein Kartenspiel und ein strategisches Aufbauspiel. Auf den Karten sind Personen zu sehen. Am Anfang hat jeder Spieler genau eine einzige Karte vor sich ausliegen.

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Das ist die Gründungskarte des Dorfes! Jeder Spieler hat exakt die identische Karte als Gründungskarte. Weitere fünf Karten erhält jeder Spieler zu Beginn zufällig auf die Hand. In einer offenen Auslage gibt es sechs Personenkarten, die bei jedem Spiel gleich sind. Sie helfen den Spielern zu Anfang ins Spiel zu kommen. Oberhalb jeder offenen Personenkarte in der Auslage gibt es jeweils noch einen verdeckten Kartenstapel als verdeckte Auslage. Abhängig von der Spieleranzahl sind jeweils vier, sechs oder acht Karten in jedem Stapel. Die restlichen Karten bilden den recht großen verdeckten Nachziehstapel. „Villagers“ wird über mehrere Runden gespielt, in denen es immer zwei Phasen gibt: In der ersten Phase werden Karten genommen; die in der offenen oder verdeckten Auslage liegen.

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In der zweiten Phase werden Karten ins Dorf gelegt. Dabei wird das Kartennehmen in der ersten Phase reihum im Draft-Verfahren durchgeführt. Der Startspieler darf sich zuerst eine Karte von der offenen oder verdeckten Auslage nehmen. Diese Karte legt er zunächst vor sich ab, so dass sichtbar ist, wie viele Karten er sich in dieser Runde schon genommen hat. So ist reihum jeder Spieler an der Reihe und wählt eine Karte. Dann geht es wieder beim Startspieler los. Jeder Spieler muss in jeder Runde mindestens zwei Karten nehmen. Je nachdem welche Karten ein Spieler später in sein Dorf spielt, kann sich das auf bis zu fünf Karten erhöhen. Karten, die aus der offenen Auslage genommen werden, werden durch Karten der verdeckten Auslage ersetzt. Haben alle Spieler die für sie entsprechende Anzahl karten genommen und vor sich liegen, werden diese Karten auf die Hand genommen. Karten in der offenen Auslage, die jetzt eine Geldmünze auf sich liegen haben, werden aus dem Spiel genommen, sie werden durch Karten vom großen Nachziehstapel ersetzt. Alle Karten erhalten anschließend jeweils eine neue Münze. Nimmt ein Spieler eine Karte mit einer Münze darauf aus der offenen Auslage, so erhält er auch die darauf liegende Münze.

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Geld ist für das Ausspielen von bestimmten Personenkarten nämlich wichtig und deshalb startet auch jeder Spieler mit acht Geld als Grundkapital. In der zweiten Phase werden nun die Personenkarten in das Dorf gespielt. Das können zwei bis fünf Personen sein. Abhängig ist auch das davon, welche Personen ein Spieler bereits in seinem Dorf hat. Personenkarten haben unterschiedliche Bedingungen, unter denen sie ins Dorf gelegt werden können. Manche können einfach so ausgespeilt werden. Andere Personen erfordern dagegen, dass sich bereits bestimmte Personen im Dorf befinden, mit denen sie eine Produktionskette bilden.

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So muss für den Wagner bereits eine Radmacherin im eigenen Dorf vorhanden sein. Diese wiederum benötigt eine Holzfällerin im eigenen Dorf. Die Holzfällerin ist eine von drei Startpersonen, die am Anfang zahlreicher Produktionsketten stehen. Außerdem gibt es noch die Heuwenderin und die Bergarbeiterin. Sie werden erst in der Bauphase von den Spielern genommen und ins Dorf gelegt. Neben den Personen, die eine Produktionskette bedürfen, gibt es noch Personen, die freigeschaltet werden müssen. Das Freischalten kostet immer genau zwei Geld. Die Frage ist nur, an wen das Geld gezahlt werden muss. Befindet sich die Person, die zum Freischalten benötigt wird im eigenen Dorf, so wird das Geld auf die eigene Person gelegt. Es bleibt also im eigenen Besitz. Befindet sich die freischaltende Person bei einem Mitspieler, so erhält diese Person das Geld. Gibt es gar keine Person zum Freischalten, geht das Geld an die Bank. So werden so lange Personenkarten in das Dorf gespielt, bis zwei Markttage rum sind, während denen es Wertungen von Personenkarten in jedem Dorf gibt. Am Ende des Spiels wird geschaut, wer mit seinen Menschen im Dorf das meiste Geld erreichen konnte.

Einschätzung

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„Villagers – Bau dir dein Dorf“ kommt als lockeres und dennoch anspruchsvolles Familienspiel daher. Die Illustration ist zwar recht minimalistisch gehalten, aber sie trägt zur Klarheit des Spiels bei. Die Berufe der Menschen machen deutlich, dass wir uns mit unserem Dorf im Mittelalter befinden. Das finde ich sehr reizvoll. Manches Kind wird sich fragen, was ein Wagner eigentlich genau macht oder ein Böttcher. Dankenswerterweise wird das aber durch die Illustrationen deutlich. Die Regeln sind schnell erfasst, die Abläufe bald verinnerlicht. So ist eine Partie „Villagers“ recht flott gespielt. Das macht Laune und Lust auf mehr. Mitgeliefert werden auch gleich zwei zusätzliche Module, die das Grundspiel noch einmal verändern und noch mehr Strategie, bzw. Taktik ins Spiel bringen. Tatsächlich ist „Villagers“ recht taktisch. Ich muss als Spieler ständig schauen, wie ich aus den Karten in der Auslage und auf meiner Hand das Beste mache. Das ist durchaus anspruchsvoll, aber nicht überfordernd. „Villagers“ ist insgesamt ein sehr gelungenes, rundes Familienspiel, das ich nicht nur allen Leuten empfehlen kann, die strategische Aufbauspiele mögen.

„Villagers – Bau dir dein Dorf“
Autor: Haakon Hoel Garder
Verlag: Kosmos
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 45 Minuten
Preis: 20 Euro

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