Waldland – Immergrün & Artenreich

© Piatnik

Wenn ein Land eine enorme Vielfalt an Landschaften hat, dann sind das die USA. Von schneebedeckten Gebirgen, über weite Prärien und Wüsten bis hin zu von Palmen gesäumten Stränden und gemäßigten Gegenden ist alles zu finden. Besonders schön muss aber der Nordwesten der USA sein, die Region am Pazifik. Dort beherrschen Baumriesen die Landschaft, die vielen anderen Pflanzen und Tieren eine Heimat bieten. Dort ist auch „Waldland“ von Tim Eisner beheimatet, das jetzt beim Piatnik Verlag erschienen ist. Die Illustrationen von Vincent Dutrait machen das Spiel, das im Bereich der leichten Kennerspiele anzusiedeln ist, zu einem echten Hingucker.

Wie funktioniert es?

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In „Waldland“ geht es darum ein Ökosystem aufzubauen. Dafür haben wir alle je ein eigenes persönliches Tableau, das einen kleinen Waldabschnitt darstellt. Darauf gibt es kleine Pfade, die einzelne Plätze verbinden, auf denen später Bäume wachsen sollen. Auf den Pfaden, zwischen den Plätzen für die Bäume, liegen kleine Bonusscheiben, die verschiedene Pflanzen, Sonne und Regen zeigen. Mein Ziel ist es im Laufe von drei Runden, die bei „Waldland“ Saisons heißen möglichst viele Punkte zu sammeln, indem ich Bäume pflanze, Pflanzen, Sonne und Regen in meinem Wald habe und Tiere anlocke.

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Die Bäume und Pflanzen erhalte ich, indem ich Karten auswähle und ausspiele. Dafür gibt es mehrere sogenannte Sammelplätze. Ein Sammelplatz wird zentral ausgelegt, alle anderen liegen jeweils zwischen zwei Spielern. Alle Naturkarten, dazu zählen Bäume, andere Pflanzen, Tannenzapfen, Sonne, Regen, aber auch Bedrohungen, wie Waldbrand und Seuche, werden in einem großen Stapel gemischt. Vier Karten pro Person, die mitspielt, werden verdeckt auf einen speziellen Stapel gelegt und mit einem Tannenzapfen markiert. Das wird am Ende jeder Runde wichtig. Dann wird auf jeden Sammelplatz zunächst immer nur eine Karte vom Naturkartenstapel verdeckt draufgelegt, lediglich der zentrale Sammelplatz startet mit zwei Karten.

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Die Tiere, die ich anlocken kann, liegen in einer zentralen Auslage. Immer drei Tierkarten stehen dort zur Auswahl. Um Tiere anzulocken, brauche ich Nahrung, die ich über einige Pflanzen bekomme. Von jeder Tierart gibt es drei verschiedene Karten, die unterschiedliche Effekte haben oder Punkte einbringen. Wenn ich mehrere Tierkarten der gleichen Art habe, gibt mir das am Ende des Spiels zusätzliche Punkte.

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Außerdem kann ich mit Tieren unterschiedlicher Art einen Tierkreis bilden und so auch Punkte gewinnen.
Bin ich am Zug kann ich zunächst ein Tier anlocken oder auch mehrere. Dann schaue ich mir die Naturkarte eines Sammelplatzes an. Will ich diese Karte nicht, schaue ich mir die Karte auf einem zweiten Sammelplatz an, will ich die auch nicht, dann kommt ein dritter Sammelplatz dran. Dabei ist vorgegeben bei welchen drei Plätzen ich mir Karten anschauen darf. Wichtig dabei ist, dass ich nicht zurückgehen kann, wenn ich mir überlege, dass die Karten auf dem ersten Sammelplatz dann doch besser waren. Immer, wenn ich Karten auf einen Platz zurücklege, weil ich sie nicht will oder wenn ich dann Karten von einem Sammelplatz nehme, wird anschließend eine verdeckte Karte auf diesen Sammelplatz gelegt. So wachsen die Kartenstapel dort auf den Sammelplätzen an.

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Habe ich mich für Karten entschieden, die ich nehmen will, dann spiele ich sie in meinen Wald. Dadurch können Bäume entstehen oder Pflanzen in meinen Wald kommen, Regen, Sonne oder Tannenzapfen, aber auch Bedrohungskarten mit negativen Effekten, wie etwa den Waldbrand. Es wird reihum so lange gespielt, bis eine Person keine Karten mehr von einem Sammelplatz nehmen kann. Dann endet eine Saison. Nun werden zunächst Tannenzapfen ausgelöst, die ich bei mir ausliegen habe, sie erlauben es mir Karten vom Tannenzapfenstapel zu ziehen, den wir zu Beginn gebildet haben. Karten, die ich so bekomme, kann ich dann noch in meine Auslage spielen. Anschließend werden Bedrohungen abgehandelt, dann Effekte von Tieren, die höchste Bäume werden belohnt und Sets aus Sonne, Regen und Pflanzen gewertet.

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Zum Schluss werden alle Naturkarten dann wieder abgeräumt. Nur Bäume bleiben auf meinem Waldabschnitt stehen und Tiere, die ich möglicherweise angelockt habe und Bonusscheiben, die ich freischalten konnte. Eine Bonusscheibe schalte ich frei, wenn ich auf beiden Seiten einer Bonusscheibe jeweils einen Baum durch einen Wipfel abgeschlossen habe. Dabei muss mindestens einer der beiden Bäume eine bestimmte Höhe erreicht haben. Alle Naturkarten werden wieder gemischt und bilden den neuen Stapel, von dem wir Karten für die Sammelplätze ziehen. Nach drei Saisons ist Schluss und dann wird geschaut, wer mit Bäumen, Pflanzen und Tieren die meisten Punkte gewinnen konnte.

Einschätzung

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Was mir an „Waldland“ schon mal besonders gefällt, dass ist die Tatsache, dass in der Spieleschachtel alles seinen Platz hat und richtig gut sortiert ist. Ich nehme Pappschachteln raus und habe fast alles sofort spielbereit. Das ist vorbildlich! Ebenso w.ie die Spielanleitung, die keine Fragen offenlässt. Zu jeder Karte gibt es eine Erklärung auf einem Extrablatt. Die Regeln sind sehr eingängig, dazu gibt es Übersichten für alle, wie ein Zug funktioniert und wie häufig Karten vorkommen. Insgesamt findet man sehr schnell ins Spiel rein.
Ansonsten ist „Waldland“ wunderbar gestaltet und es sieht einfach schön aus, wenn nach und nach so ein kleiner Waldabschnitt entsteht. Ein wenig fummelig sind jedoch die Bäume, die ich zusammenstecken muss. Hinter der tollen Optik verbirgt sich allerdings ein Spiel, das es in sich hat. Es gibt so viele Möglichkeiten Punkte zu machen. Da gibt es viele Dinge im Blick zu behalten. „Waldland“ ist sehr anspruchsvoll, was auch dazu führen kann, dass die angegebenen 90 Minuten Spieldauer in voller Besetzung nicht ausreichen.

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Was mir besonders gefällt, ist der Kartenauswahlmechanismus. Ein sogenannter Winston-Draft. Ich habe überlegt, wo mir der schon mal begegnet ist, und habe mich an „Baumkronen“ erinnert. Ein Spiel für zwei Personen, das 2022 bei Kosmos erschienen ist und wie „Waldland“ auch von Autor Tim Eisner stammt. Offensichtlich wurde „Waldland“ auf der Idee von „Baumkronen“ aufgebaut, aber um bestimmte Aspekte erweitert. In der deutschen Version von „Waldland“ wurden zudem noch die Angaben zu Spieldauer und dem empfohlenen Alter gegenüber der englischen Originalversion von Weird City Games angehoben. Was für mich passt, denn insgesamt ist „Waldland“ schon eher für Leute geeignet, die öfter mal zu einem Spiel greifen. Die können daran aber richtig Spaß haben. Für mich eins der Highlights in diesem Spieleherbst.

„Waldland“
Autor: Tim Eisner
Illustration: Vincent Dutrait
Verlag: Piatnik
Für 1 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 90 Minuten
Preis: 35 Euro

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