Walls of York

© Cranio Creations

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“! Ein weltberühmtes Zitat, dem dann der Bau der Berliner Mauer im August 1961 folgte. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ stimmt aber so gar nicht für „Walls of York“. Hier geht es genau darum eine Mauer zu errichten und das mit voller Absicht. Das Spiel von Emiliano Venturini ist nun auch endlich in der deutschen Ausgabe erschienen.

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Wie funktioniert es?
Der Aufbau der Spieler Tableaus bei „Walls of York“ ist sehr flexibel. Vier quadratische Stadtviertel werden beliebig in einem Rahmen platziert. Entscheidend ist nur, dass alle Spieler die Stadtviertel jeweils gleich ausrichten. Hilfe bieten hier vier Markierungen in der Mitte jedes Quadrates. So entsteht ein Spieler-Tableau, auf dem sich – auf verschiedenen Feldern verteilt – Kirchen, Brunnen und Häuser finden. Dazu gibt es noch Felder mit Wiesen, Geldstücken und Wikingern. Bei allen Spielern sind die Gebäude dann in exakt gleicher Weise in der Stadt verteilt. Ziel des Spieles ist es eine bestimmte Anzahl an Kirchen, Brunnen und Häusern mit einer Mauer zu umschließen. Wie viele das jeweils sein müssen wird vor jeder von zwei Runden über die ein Spiel geht durch Würfel festgelegt.

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Dabei hilft ein schmucker kleiner Würfelturm, der über drei Schächten Kirche, Brunnen und Haus zeigt. Oben wird in jeden Schacht jeweils ein Würfel geworfen. Die Augenzahl des Würfels im jeweiligen Schacht zeigt an, wie viele Bauwerke der entsprechenden Art von der Mauer umschlossen sein müssen. Für den Bau der Mauer liegt ein riesiger Haufen mit einzelnen Mauerteilen bereit. Ein weiterer Würfel bestimmt nun im Laufe des Spiels in welcher Form Mauerteile auf dem Tableau platziert werden dürfen. So zeigt der Würfel unter anderem eine L- und eine U-Form. Alle Spieler agieren im Laufe des Spiels immer gleichzeitig und nehmen sich aus dem Mauervorrat so viele Teile wie sie benötigen um die vorgegebene Form zu bauen.  Ein Spieler kann auch nur ein einzelnes Mauerstück nehmen. Das muss jedoch gut überlegt sein, denn am Ende werden die Spieler belohnt, die möglichst schnell die geforderte Anzahl an Kirchen, Brunnen und Häuser mit einer durchgehenden Mauer umschlossen haben.

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Auch, wenn alle Spieler, die gleichen Startvoraussetzungen haben und die gleichen Mauersegmente verbauen dürfen, so müssen sie diese keineswegs gleich platzieren. Jeder Spieler darf Mauerteile so verbauen, wie er das will. Es ist gerade nicht erwünscht, dass Spieler darauf schauen, wie die anderen Spieler ihre Mauerstücke in ihrer Stadt platzieren. Sobald ein Spieler alle geforderten Bauwerke mit einer durchgehenden Mauer umschlossen hat, tut er dies kund. Sollten andere Spieler mit ihrem Mauerbau noch nicht fertig sein, verdienen die bereits fertigen Spieler an jedem Würfelwurf, den andere Spieler noch benötigen um ihre Mauer fertig zu stellen. Haben alle Spieler dann das geforderte Ziel erreicht, wird abgerechnet. Felder mit Geldstücken innerhalb der Mauer sind positiv und bringen Siegpunkte.

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Wikinger dagegen wirken sich negativ aus und sollten tunlichst vor den Mauern der Stadt gehalten werden. Nach einer ersten Zwischenwertung, behalten alle Spieler die bisher erzielten Siegpunkte. Dann werden die Tableaus komplett abgeräumt, die einzelnen Stadtviertel neu ausgerichtet und die Anzahl der benötigten Bauwerke, die umschlossen werden müssen neu ermittelt. Nach einer zweiten Runde erfolgt die Schlusswertung.

Einschätzung
„Walls of York“ kommt mit einer schönen Gestaltung daher. Die Bauwerke sind gut zu erkennen und zu unterscheiden. Besonders gut gefällt mir persönlich der Würfelturm, der bestimmt, wie viele Kirchen, Brunnen und Häuser mit einer Mauer umrahmt werden müssen. Er muss zwar vor dem ersten Spiel noch zusammengebaut werden, aber er ist sehr stabil und kann dann, zusammengebaut bleiben und in der Spielschachtel untergebracht werden.

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Die Mauerteile selbst hätten nach meinem Geschmack ein wenig größer ausfallen können und die Rahmen, die die Stadtviertel zusammenhalten sind ein wenig dünn ausgefallen. Spannend finde ich bei „Walls of York“, dass, obwohl alle Spieler die gleiche Ausgangslage haben und die gleichen Baubedingungen, auf jedem Tableau ein anderer Verlauf der Mauer entsteht. Das liegt vermutlich daran, dass jeder Spieler denkt, dass er die beste Lösung für den schnellsten Mauerbau hat. Natürlich gehört auch ein wenig Glück dazu, weil der Würfel zufällig bestimmt welche Mauerform gebaut werden darf. Positiv finde ich auch, dass es keine wirkliche Wartezeit gibt, da alle Spieler immer gleichzeitig agieren und wer schon fertig ist mit dem Mauerbau, dem wird die Wartezeit durch Geldzufluss versüßt. Und tatsächlich sollten sich die anderen Spieler nicht zu viel Zeit lassen auch ihre Mauer zu beenden. Kurz und gut: Bei „Walls of York“ gefällt mir die Spielidee, außerdem sieht es gut aus, hat einfache Regeln, macht eine Menge Spaß und dauert nicht lange. Es ist damit ideal für Familien.

„Walls of York“
Autor: Emiliano Venturini
Verlag: Cranio Creations / Vertrieb: Asmodee
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 32 Euro

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