
Auch, wenn sie jetzt noch nicht zu sehen sind, aber in jeder Wiese, die natürlich belassen wurde, schlummern bereits die Blumen, die im Frühjahr und Sommer dann blühen werden und jede Wiese in eine bunte Pflanzenwelt verwandeln. Wer nicht so lange auf die blühende Pracht warten will, kann das Spiel „Wildwuchs“, das im Kosmos Verlag erschienen ist, auf den Tisch bringen. Im Familienspiel von Autor Kasper Lapp werden Wildblumen zum Blühen gebracht; es gibt davon fünf in fünf verschiedenen Farben, unter anderem Klatschmohn und das Flachblatt-Mannstreu. Die Illustrationen von Fachri Maulana sorgen dafür, dass am Spielende schöne bunte Wildblumenwiesen auf dem Tisch zu sehen sind.
Wie funktioniert es?

Die Blumen bei „Wildwuchs“ sind bunte Papierstreifen, bei denen auf der einen Seite des Streifens die Blume zu sehen ist und auf der anderen Seite sieben weiße Felder, die den Stängel der Blume nach oben entlangranken. Auf jeweils zwei dieser Felder sind Pfeile und auf den zwei Feldern darüber Symbole zu sehen. Die Blumenstreifen werden gemischt und als Stapel bereitgelegt. Dann wird in die Mitte eine Blumenwiese gelegt, die aus fünf Feldern besteht, jedes Feld zeigt die Farbe einer der Blumen.

Auf die Blumenwiese werden zufällig fünf Blumenstreifen verteilt, zudem erhalten alle je einen Blumenstreifen und mehrere Blumensamen. Den ersten Samen lege ich gleich auf das unterste weiße Feld meiner ersten Blume. Außerdem erhalte ich einen kleinen Blumenwiesen-Aufsteller, in den ich später meine fertigen Blumen stecken kann. Denn mein Ziel ist es möglichst schnell, möglichst viele Blumen wachsen zu lassen und in meine Blumenwiese zu stecken.

Bin ich am Zug, wähle ich eine der Blumen von der Blumenwiese und lege ich vor mir ab und lege auch hier einen Samen auf das unterste weiße Feld. Dann sage ich, von welchem Feld ich die Blume genommen habe. Hierbei ist die Farbe des Feldes wichtig, nicht die Farbe der Blume, die ich nehme.

Nun dürfen alle ihre Samen auf Blumen in dieser Farbe ein Feld nach oben bewegen. Nicht nur ich selbst bin also von meiner Entscheidung betroffen.
Der Effekt kann auch für die Blume gelten, die ich selbst eben erst genommen habe. Jetzt kann es passieren, dass Samen dadurch auf Felder mit einem Pfeil bewegt werden.

Ist das der Fall, dürfen diese Samen gleich noch ein Feld weiter nach oben auf das Symbol, das über dem Pfeil ist, bewegt werden. Wer das tut, nutzt dann den Effekt, den dieses Symbol erlaubt. Da gibt es zum Beispiel Ameisen und Bienen, mit denen ich Blumenstängel bevölkern kann, dadurch wächst eine Blume noch schneller, weil die so besetzten Felder übersprungen werden. Geht der Samen über das oberste Feld auf einer Blume, ist die Blume ausgewachsen und kommt auf meine persönliche Blumenwiese. Am Ende gewinnt, wer die meisten Blumen auf seiner eigenen Blumenwiese hat.
Einschätzung

Mir gefällt an „Wildwuchs“ besonders, dass das Spiel im Grunde keine Wartezeit hat. Ich bin bei allen Zügen immer beteiligt, nicht nur bei meinen eigenen. Da muss ich permanent aufmerksam sein und aufpassen, welche Blume jetzt gerade wächst. Im Grunde gibt es keinen Unterschied zwischen meinen eigenen und fremden Zügen, bei meinen eigenen Zügen kann ich mir aber selbst die Blume aussuchen, die von der zentralen Blumenwiese genommen wird. Generell muss ich mir bei den Effekten immer genau überlegen, welchen ich zuerst auslöse, beziehungsweise in welcher Reihenfolge ich vorgehe, um dann möglichst viele Effekte als Kettenreaktionen auszulösen. Da kann so eine Blume schon mal richtig schnell wachsen.

Bei alledem gibt es nicht viele Regeln zu beachten. Die Effekte werden zudem sehr übersichtlich und ausführlich erklärt. „Wildwuchs“ entfaltet einen großen Reiz, hat einen schönen Drive und ist schnell gespielt. Es ist ein ideales Familienspiel, das einen hohen Wiederspielreiz besitzt. Dazu sieht es auch noch einfach gut aus, wenn so nach und nach die Blumenwiesen entstehen. Das sonstige Material ist auch sehr schön, mit kleinen Bienen und Ameisen aus Holz. Kurzum „Wildwuchs“ gefällt mir ausgesprochen gut.
„Wildwuchs“
Autor: Kaspar Lapp
Illustration: Fachri Maulana
Verlag: Kosmos
Für 3 – 5 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 25 Euro
