Wispwood – Wald der Lichter

© CGE / HeidelBÄR Games

Irrlichter gelten seit Jahrhunderten als mysteriöses Phänomen, das in Mooren, Sümpfen und gelegentlich auf Friedhöfen auftritt. Blaue Lichter, die kurz aufflackern und dann auch schon wieder verschwunden sind. Was so geisterhaft wirkt, hat aber einen ganz natürlichen Ursprung, der jedoch erst im vergangenen Jahr entdeckt wurde. Forschungen an der Universität Stanford in Kalifornien haben nachgewiesen, dass sich zwischen methanhaltigen Bläschen, die in Wasser aufsteigen, spontane elektrische Entladungen bilden können, sogenannte Mikroblitze. Diese Mikroblitze lösen dann beim Methan eine chemische Reaktion aus, die ein kühles, zartes Leuchten erzeugt. Auf Englisch heißen Irrlichter „Wisp“, folglich ist ein „Wispwood“ ein Wald voller Irrlichter. Das Spiel „Wispwood – Wald der Lichter“ von Reed Ambrose ist ein Plättchenlegespiel aus dem Hause Czech Games Edition, das auf Deutsch bei HeidelBÄR Games erschienen ist. Hier gilt es, Muster zu legen, um Bedingungen von Zielkarten zu erfüllen. Dabei wartet das Spiel mit einem besonderen Twist auf. Kunstvoll illustriert wird das alles von Štěpán Drašťák.

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Wie funktioniert es?
Beim Spiel „Wispwood – Wald der Lichter“ gilt es quadratische Plättchen in einem Raster von zunächst vier mal vier, dann fünf mal fünf und am Ende sechs mal sechs Plättchen zu legen. Dabei gilt es die Vorgaben von fünf Zielkarten möglichst gut zu erfüllen. Die Auswahl der Plättchen erfolgt über eine zentrale Auslage, die unsere Möglichkeiten, die Vorgaben zu erfüllen, einschränkt. Am Ende gewinnt wer nach drei Runden die meisten Punkte holen konnte.

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Der besondere Kniff bei „Wispwood“ besteht darin, dass die Plättchen, die in der ersten Runde gelegt wurden, zum größten Teil wieder abgeräumt werden und Lücken im Raster entstehen, die in der folgenden Runde wieder geschlossen werden sollten.
Zunächst einmal beginnen alle das Spiel mit einer einzelnen Katze, die auf einem Baumplättchen sitzt. Von den Baumplättchen gibt es 160 Stück. Jedes Baumplättchen besitzt auf seiner Rückseite aber auch eins von vier möglichen Irrlicht-Symbolen. Da gibt es Kürbisse, Hüte, Herzen und Kugeln. In die Mitte kommt das zentrale Auswahl-Rondell für die Plättchen. Das wird aus fünf Teilen zufällig zusammengesetzt.

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Das Rondell zeigt im Kreis angeordnet acht Plätze für Plättchen und zwischen diesen Plätzen unterschiedliche Formen. Alle Baumplättchen werden mit ihrer Baumseite nach oben gemischt und dann werden acht Plättchen offen mit der Irrlichtseite auf die dafür vorgesehenen Plätze auf das Rondell gelegt.
Die erste Person beginnt und wählt ein Irrlicht-Plättchen und eine der beiden zu dem Plättchen benachbarten Formen. Entsprechend der gewählten Form muss ich mir dann noch Baumplättchen nehmen und alle diese Plättchen in mein Raster einbauen.

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Dabei ist es mir überlassen, an welcher Stelle ich das Irrlicht-Plättchen in die Form einbaue. Wichtig ist nur, dass ein Plättchen aus der Form immer ein bereits ausliegendes Plättchen berührt und nicht über das vorgegebene Raster hinausragt. Beim Anlegen der Plättchen versuche ich die Vorgaben der Zielkarten möglichst gut zu erfüllen.

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Der leere Platz auf dem Auswahl-Rondell wird nun aber nicht aufgefüllt, sondern bleibt leer. Erst, wenn nur noch Irrlicht-Plättchen der gleichen Art ausliegen oder gar kein Plättchen mehr vorhanden ist, werden alle verbliebenen Plättchen entfernt und das Auswahl-Rondell mit acht neuen Plättchen bestückt. Ich kann dieses Neubestücken der Auswahl auch schon früher auslösen, wenn ich dafür meine Katze verwende. Ich drehe meine Katze dafür dann auf ihre inaktive Seite, bei der sie dann durch einen Baumstamm schaut. Ich kann meine Katze aber auch noch auf eine zweite Art verwenden, in dem ich, wenn ich ein Plättchen nehme, eine beliebige Form wählen kann.

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Aktiv wird meine Katze nur dann, wenn ich auf das Nehmen eines Irrlicht-Plättchens verzichte und stattdessen drei Baumplättchen nehme, die ich beliebig in mein Raster einbauen kann, um zum Beispiel Lücken zu füllen. Das ist sinnvoll, weil ein lückenloses Raster am Ende einer Runde mit Extrapunkten belohnt wird.

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Und Lücken entstehen bei „Wispwood“ automatisch, selbst wenn ich in einer Runde in bester Tetris-Manier alle Formen passgenau in mein Raster einfügen konnte. Denn der Clou bei „Wispwood“ besteht darin, dass nach den Wertungen der Runden eins und zwei alle Baumplättchen abgeräumt werden und nur die Irrlicht-Plättchen mit ihren Symbolen liegen bleiben. Die Irrlicht-Plättchen zählen in allen drei Runden für die Wertung und so erhöht sich die Zahl der Punkte von Runde zu Runde. Am Ende gewinnt, wer über die drei Runden hinweg die meisten Punkte sammeln konnte.

Einschätzung

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Eigentlich dachte ich ja, dass ich in Sachen Plättchenlegespiel schon alles gesehen habe und dann kommt „Wispwood -Wald der Lichter“ um die Ecke. Das Spiel hat gleich mein Interesse geweckt. Es hat einen einfachen und doch sehr ansprechenden Look. Schön finde ich, dass es bei den vier Irrlicht-Symbolen unterschiedliche Formen gibt und es nicht monoton aussieht. Der Clou ist allerdings, dass die Irrlicht-Symbole und Katzenaugen im Dunkeln unter einer Schwarzlichtlampe leuchten.

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Leider wird die nicht mit dem Spiel mitgeliefert und nur für dieses Spiel so eine Lampe anschaffen? So bleibt es beim schönen, aber überflüssigen Gimmick. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. „Wispwood“ hat frische Ideen und einen schönen Spielfluss. Es gibt kaum Wartezeit und es spielt sich wirklich flott. Dazu sind die Regeln gut erklärt und eingängig. Simpel ist „Wispwood“ dennoch nicht, denn ich werde immer wieder vor knifflige Entscheidungen gestellt. Welches Irrlicht-Plättchen sollte ich nehmen und mit welchem Muster, wo in mein Raster einbauen? Und dann muss ich ja die zweite und dritte Runde eigentlich schon mitdenken!

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Wie will ich dort weitermachen? All das erfordert Planung. Aber die wird durch die zufällige Auslage der Irrlicht-Plättchen auf dem Auswahl-Rondell natürlich immer wieder durchkreuzt. Immerhin kann ich mit dem geschickten Einsatz meiner Katze die passende Form wählen oder mit eine wenig Glück sogar das passende Irrlicht-Plättchen nehmen, aber garantiert ist letzteres nicht. Aus den Gegebenheiten das Beste machen, darauf kommt es an.
Mir gefällt auch die Variabilität. Verschiedene Zielkarten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen für die Irrlicht-Symbole machen „Wispwood“ abwechslungsreich und immer wieder neu spannend. „Wispwood – Wald der Lichter“ ist definitiv ein heißer Tipp für alle, die kurzweilige und gute Plättchenlegespiele mit einem besonderen Twist mögen.

„Wispwood – Wald der Lichter“
Autor: Reed Ambrose
Illustration: Štěpán Drašťák
Verlag: HeidelBÄR Games / Czech Games Edition
Für 1 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 45 Minuten
Preis: 27 Euro

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